hecheln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghe-cheln
Wortbildung mit ›hecheln‹ als Erstglied: ↗Hechelmaschine  ·  mit ›hecheln‹ als Letztglied: ↗aushecheln · ↗durchhecheln
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Landwirtschaft
Beispiel:
Flachs, Hanf hecheln (= durch die Hechel ziehen)
2.
umgangssprachlich, abwertend über jmdn., etw. hechelnüber jmdn., etw. klatschen
Beispiel:
Ihnen kam überhaupt nicht in den Sinn, daß man über sie hecheln könnte [BredelSöhne217]
veraltet jmdn., etw. hechelnjmdn., etw. boshaft tadeln, bespötteln
Beispiele:
finden Sie's unritterlich, einen abwesenden Freund ... ein klein wenig zu hecheln? [FontaneBriestI 4,267]
[Leskow] hechelte in seinen Feuilletons wie auch in seinen Romanen ... das Westlertum, die liberale Aufklärung und den Radikalismus [Th. Mann11,581]
3.
der Hund hecheltder Hund atmet mit offenem Maul und meist mit heraushängender Zunge kurz, schnell und hörbar
Beispiele:
der Dackel lag in der prallen Mittagssonne und hechelte
nachdem er ein Stück gerannt war, hechelte er wie ein Hund
übertragen
Beispiel:
[die Jungen] Jumbo und Abel zogen hechelnd vor Hast die Leine ein [Hausm.Abel86]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hechel · hecheln
Hechel f. kammartiges Gerät zum Reinigen der Flachs- und Hanffaser, mhd. hachel(e), hechel(e), mnd. hēkel(e), mnl. hekele, nl. hekel, mengl. hechele, hechil, engl. hatchle, hackle (schwed. häckla, dän. hegle aus dem Mnd.) sind mit dem Suffix zur Bezeichnung von Geräten germ. -ilō gebildet und gehen zusammen mit ↗Haken und ↗Hecht (s. d.) auf die Wurzel ie. *keg-, *kek- ‘Pflock zum Aufhängen, Haken, Henkel’, auch ‘spitz sein’ zurück; benannt wäre das Gerät nach seinen scharfen eisernen Spitzen. Noch in jüngster Zeit geläufig ist die Wendung durch die Hechel ziehen ‘über jmdn. abfällig reden’. hecheln Vb. ‘Flachs durch die Hechel ziehen, über jmdn. mit spitzer Zunge herziehen, boshaft über ihn reden’, mhd. hacheln, hecheln, asächs. hekilon, mnd. hēkelen.

Thesaurus

Synonymgruppe
hecheln · heftig atmen · ↗keuchen · nach Atem ringen · nach Luft ringen · ↗röcheln · ↗schnauben · ↗schnaufen  ●  ↗japsen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atem Hund Jogger Luft Mikrofon atemlos bellen durchhecheln entgegen her herhecheln hin hinterher hinterherhecheln japsen keuchen kläffen mit nachhecheln schnüffeln schreien schwitzen stöhnen umhecheln vorbei ächzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hecheln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Texte nehmen mehr Raum ein als die Überschriften, und sie hecheln keine Sensationen.
Süddeutsche Zeitung, 24.06.2002
Das andere Drittel werde von einem Auftrag zum anderen hecheln, um sich ernähren zu können.
Die Welt, 22.04.2000
Wenn der immer noch hechelt, ist auch das eigene Herz belastet.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 204
Wer als erster oben ist, zieht die anderen nach «, hechelte der Troll.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 978
Er hechelte wie ein Hund, oder Er hechelte an: er kam mit hängender Zunge an.
Röhrich, Lutz: Hechel, hecheln. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 27503
Zitationshilfe
„hecheln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hecheln>, abgerufen am 09.12.2019.

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