hehr
GrammatikAdjektiv
Aussprache
eWDG, 1969

Bedeutung

dichterisch erhaben, Ehrfurcht gebietend
Beispiele:
ein hehrer Augenblick, Anblick
eine hehre Gestalt, Jungfrau
Es stand in alten Zeiten ein Schloß, so hoch und hehr [UhlandSängers Fluch]
So war mir jede Blasphemie vorgekommen, jede Verspottung hehrer Einrichtungen [WelkHoher Befehl157]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hehr Adj. ‘erhaben, Ehrfurcht gebietend’, ahd. (8. Jh.), asächs. hēr ‘alt, ehrwürdig’, mhd. hēr, hēre ‘hoch, vornehm, heilig, stolz’, mnd. hēr, mnl. (ghe)heer, aengl. hār ‘grauweiß, alt’, engl. hoar ‘grau, ehrwürdig’, anord. hārr ‘grau’ (germ. *haira-) wird mit mir. cīar ‘dunkelbraun’, cēo ‘Nebel’ auf die Wurzel ie. *k̑ei-, *k̑oi-, die vor allem in Farbadjektiven mit der Bedeutung ‘dunkel, grau, braun’ auftritt, zurückgeführt. Hierher gehören wohl auch aruss. sěrъ, russ. séryj (серый) ‘grau’ und seine Verwandten, doch bereitet der für das Urslaw. vorauszusetzende Anlaut ch- Schwierigkeiten. hehr gilt im 18. Jh. als „völlig veraltet“ (Adelung), wird aber in die Sprache der Dichtung wieder aufgenommen und seit dem 19. Jh. auch auf Gegenstände der Natur bezogen. Alte Bildungen zum hier behandelten Adjektiv sind ↗Herr, ↗herrlich, ↗herrschen, ↗Herrschaft (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
erhaben · ↗feudal · ↗großmütig · ↗großzügig · ↗nobel
Assoziationen
Synonymgruppe
adlig · ↗distinguiert · ↗edel · ↗erhaben · ↗illuster · von gehobener Eleganz · ↗vornehm  ●  ↗erlaucht  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Ehrfurcht gebietend · ↗anspruchsvoll · beeindruckend · ↗erhaben · ↗hehr (Ziel o.ä.) · ↗hoch · ↗hochfliegend · ↗hochgesteckt · ↗vornehm · vornehmst  ●  ↗toll  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absichten Absichtserklärungen Anliegen Ansinnen Anspruch Beteuerungen Beweggründen Gefilde Grundsätze Hort Ideale Kulturgut Kunsttempel Lichtgestalt Maximen Menschenbild Motive Postulat Prinzipien Sonntagsreden Unterfangen Versprechen Versprechungen Vision Vokabeln Vorsatz Worte Ziel Zielen

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hehre Worte gab es deswegen in diesem Jahr schon viele.
Süddeutsche Zeitung, 25.08.2004
Den Touristen bringt das hehre Erlebnisse, den Städten gute Profite.
Der Tagesspiegel, 04.03.2001
Im Vater sah er das hehrste Vorbild, ihm zu dienen als seine Verpflichtung.
Hummel, Walter: Mozart (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 44420
Das die Spannung mildernde Relief wagt sich erst einige Generationen später in die hehre Magie dieser Räume.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 244
In der fortgeschrittenen ionischen Welt ist man hinaus über die hehren und naiven Ideale, die im übrigen Griechenland noch so zweifellos geglaubt werden.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 31379
Zitationshilfe
„hehr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hehr>, abgerufen am 26.07.2017.

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