Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

heißhungrig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung heiß-hung-rig
Wortzerlegung Heißhunger -ig
eWDG

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von Heißhunger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heiß · Heißhunger · heißhungrig · Heißsporn
heiß Adj. ‘sehr warm’, übertragen ‘leidenschaftlich, heftig, erregend’, ahd. (9. Jh.), mhd. heiʒ, asächs. mnd. hēt, mnl. nl. heet, aengl. hāt, engl. hot, anord. heitr, schwed. het gehören mit ablautendem got. heitō ‘Fieber’ und den unter Hitze (s. d.) behandelten Substantivbildungen zu einer d-Erweiterung der Wurzel ie. *kā̌i-, *kī̌- ‘Hitze’, an die sich ahd. hei ‘Brand an Pflanzen’ (9. Jh.), heia ‘Hitze’ (um 1100), giheii ‘Brand’ (Hs. 12. Jh.), mhd. gehei(e) ‘Brand, Hitze’ anschließt. Einer t-Erweiterung der nur im Germ. und Balt. vertretenen Wurzel folgen lit. kaĩsti ‘heiß machen, werden’, kaitrà, kaĩtris ‘drückende Hitze, Schwüle, Glut’, kaitrùs ‘Hitze verbreitend, brennend, sengend’, lett. kaist ‘heiß werden, brennen’. Heißhunger m. ‘plötzlicher Appetit auf bestimmte Speisen, starker Hunger’ (2. Hälfte 17. Jh.), aus heißhungrig Adj. (1. Hälfte 17. Jh.) rückgebildet. Heißsporn m. ‘Hitzkopf, Draufgänger’, Schlegels Übersetzung (1800) von engl. Hotspur, dem Beinamen Henry Percys in Shakespeares „Heinrich IV.“.

Thesaurus

Synonymgruppe
fressgierig · gefräßig · heißhungrig · unersättlich  ●  verfressen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›heißhungrig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heißhungrig‹.

Verwendungsbeispiele für ›heißhungrig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wo noch eine Hand sich zeigt, stürzt ihr herzu, heißhungrig nach Händen. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 07.03.1920]
Auch begann ich mich heißhungrig in die Literaturen aller Zeiten und Völker hineinzulesen. [Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18516]
Wir jedenfalls machen uns jetzt heißhungrig an das große Festival‑Büfett. [Die Welt, 10.06.2002]
Am Tage aß der Schlummerlose heißhungrig und gierig vor Erschöpfung. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 1055]
Wer nicht oder nur wenig frühstückt, holt das Versäumte keineswegs später doppelt und heißhungrig nach. [Die Zeit, 04.06.2012, Nr. 21]
Zitationshilfe
„heißhungrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hei%C3%9Fhungrig>.

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