heil

GrammatikAdjektiv
Aussprache
eWDG, 1969

Bedeutung

unbeschädigt
a)
unversehrt, unverletzt
Beispiele:
heil davonkommen, das Unglück heil überstehen
[die Kompanie] die ... außer vielen heilen auch an zwanzig zerschossene Russen gefangen hatte [A. ZweigElfenbeinfächer130]
wird Sie Nerven kosten, da heil durchzukommen [DürrenmattPanne200]
umgangssprachlich mit heiler Hautunversehrt, ohne Schaden zu nehmen
Beispiele:
mit heiler Haut davonkommen
mit heiler Haut wäre er nicht mehr nach Hause gekommen
Ich erzielte einen Preis, der es mir ermöglichte, mich aus den Bankverpflichtungen mit heiler Haut herauszumanövrieren [WeitendorfLogbuch196]
landschaftlich, umgangssprachlich aus heiler Hautunversehens, ohne erkennbare Ursache
Beispiele:
aus heiler Haut packte ihn die Wut
Wir führten aus heiler Haut Stücke mit zwei oder drei Mitwirkenden auf [MühsamNamen198]
b)
nach einer Verletzung wiederhergestellt, geheilt, gesund
Beispiele:
der Finger ist wieder heil
Aber das [Kind] war ja schon in der Geburt gestorben und hatte dabei der Mutter den Leib zerrissen, so daß er nie mehr ganz heil ward [Suderm.6,114]
c)
ganz, nicht entzwei
Beispiele:
heile Strümpfe, Stiefel, Hosen
seine Sachen waren heil und ordentlich
nach dem Bombenangriff gab es kaum ein heiles Haus mehr in der Stadt
das Geschirr ist beim Transport heil geblieben
zwei Eier, Flaschen sind noch heil
Man fand kein heiles und sauberes Hemd in seinen Schubladen [Th. Mann11,125]
übertragen
Beispiel:
Eine Welt, die heil war, in Ordnung, voller Hoffnung [CramerKonzessionen307]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heil · heilfroh
heil Adj. ‘unbeschädigt, unverletzt, gesund’, ahd. heil ‘gesund, ganz, vollkommen, unversehrt, errettet, erlöst’ (8. Jh.), mhd. heil, asächs. mnd. hēl, mnl. nl. heel, aengl. hāl, engl. whole ‘ganz, vollständig, unverletzt’, anord. heill ‘heilvoll, unverletzt, vollständig’, schwed. hel ‘ganz’, got. hails ‘gesund’ (germ. *haila-) läßt sich mit griech. kó͞ily (κοῖλυ) ‘das Schöne, Gute’, kymr. coel ‘Vorzeichen’, apreuß. kailūstiskun ‘Gesundheit’, aslaw. cělъ ‘gesund, unversehrt, ganz, heil’, russ. célyj (целый) ‘ganz, lauter, heil’ auf ie. *kailo-, *kailu- ‘heil, unversehrt, von guter Vorbedeutung’, eine Bildung mit l-Suffix, zurückführen. Die ursprüngliche Zugehörigkeit des Adjektivs zum magisch-religiös-kultischen Bereich im Sinne von ‘Heil bringend, heilvoll’ (s. auch ↗Heil n.) ist resthaft bewahrt in der Wunsch- und Grußformel ahd. heil (wis)!, heil thu! (9. Jh.), heilo! (10. Jh.), aengl. wes hāl!, anord. ver þu heill!, got. hails! Zum Komplex vgl. Baetke Das Heilige im Germ. (1942) 68 ff. heilfroh Adj. ‘ganz und gar, völlig froh’ (18. Jh.), zu heil im Sinne von ‘völlig’ (nordd. und md.).

Thesaurus

Synonymgruppe
funktionierend · ↗funktionsfähig · heil(e) · ↗intakt · ↗mängelfrei · ↗unbeschädigt · ↗unversehrt  ●  ↗ganz  ugs. · heile  ugs. · läuft (noch)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
heil (überstehen) · mit heilen Knochen (davonkommen) · ↗schadlos (überstehen) · ↗wohlbehalten (ankommen)  ●  mit heiler Haut (davonkommen)  fig., Redensart
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergwelt Familienleben Familienwelt Fußballwelt Gans Gegenwelt Haut Kinderwelt Knochen Märchenwelt Scheinwelt Segen Urlaubswelt Welt Werder-Welt davonkommen durchkommen einigermaßen geblieben halbwegs heil herauskommen herunterkommen rauskommen runterkommen scheinbar unversehrt vermeintlich zurückbringen überstehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber gerade diese scheinbar heile Welt reizt den Journalisten, einfach mehr Wirklichkeit zu zeigen.
Die Welt, 24.11.2003
Irgendwann war Schluss, die Enterprise schrottreif, die Crew heil nach Hause gebracht.
Der Tagesspiegel, 25.06.2001
Doch diesmal ging es nicht um die Nutzung heil gebliebener Kirchen in der geschonten Stadt.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 301
Es war noch alles heil, die Luft frei von Staub.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 11
In ihnen bringt man selbst die zerbrechlichsten Pilze heil nach Hause.
Ulbrich, Eberhard: Essbar oder giftig?, Berlin: Grüne Post 1937, S. 7
Zitationshilfe
„heil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heil>, abgerufen am 23.08.2019.

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