heilen

GrammatikVerb · heilte, hat/ist geheilt
Aussprache
Worttrennunghei-len
Wortbildung mit ›heilen‹ als Erstglied: ↗Heilanstalt · ↗Heilbad · ↗Heilbalsam · ↗Heilbehandlung · ↗Heilbehelf · ↗Heilberuf · ↗Heilerde · ↗Heilerfolg · ↗Heilerziehung · ↗Heilfasten · ↗Heilfieber · ↗Heilgehilfe · ↗Heilgymnast · ↗Heilgymnastik · ↗Heilimpfung · ↗Heilklima · ↗Heilkraft · ↗Heilkraut · ↗Heilkunde · ↗Heilkunst · ↗Heilkur · ↗Heilmagnetismus · ↗Heilmethode · ↗Heilmittel · ↗Heilnahrung · ↗Heilpflanze · ↗Heilpraktik · ↗Heilpraktiker · ↗Heilprozess · ↗Heilpädagogik · ↗Heilquelle · ↗Heilruf · ↗Heilsalbe · ↗Heilschlaf · ↗Heilschlamm · ↗Heilserum · ↗Heilstätte · ↗Heilsubstanz · ↗Heilverfahren · ↗Heilweise · ↗Heilwirkung · ↗heilbar · ↗heilfroh · ↗heilklimatisch · ↗heilkräftig · ↗heilkundig · ↗heilwirksam
 ·  mit ›heilen‹ als Letztglied: ↗abheilen · ↗anheilen · ↗ausheilen · ↗einheilen · ↗verheilen · ↗wegheilen · ↗zuheilen · ↗zusammenheilen
 ·  mit ›heilen‹ als Binnenglied: ↗Naturheilarzt  ·  formal verwandt mit: ↗unverheilt
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., besonders eine Krankheit, durch sachkundige Heilbehandlung beseitigen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
ein Leiden, eine Krankheit, ein Gebrechen (durch eine bestimmte Arznei, Ernährung, Lebensweise) heilen
versuchen zu heilen, wo es irgend möglich ist
die Salbe hat eine heilende Wirkung
sprichwörtlichvorbeugen ist besser als heilen
sprichwörtlichdie Zeit heilt (Wunden)
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichder Schaden wird geheilt (= in Ordnung gebracht)
jmdn. wieder gesund machen
Beispiele:
einen Patienten heilen
jmdn. von seiner Krankheit, seinem Leiden, Gebrechen heilen
sie ist (als) geheilt (aus dem Krankenhaus) entlassen worden
übertragen
Beispiel:
jmdn. von seinen Illusionen, seinem Ärger, Misstrauen, seiner Einbildung, einer fixen Idee heilen
von etw. geheilt seinüber etw. hinweg sein
Beispiele:
durch diese Enttäuschung, dieses Erlebnis war sie von ihrer Leidenschaft, Liebe geheilt
umgangssprachlichich bin (davon für immer) geheilt (= durch negative Erfahrungen klug geworden)
2.
etw. heiltetw. wird gesund
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Wunde heilt schnell, gut
der Bruch, Finger, die Hand ist geheilt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heilen · Heiland · Heilquelle · Heilkunde · Heilanstalt
heilen Vb. ‘gesund, ganz machen oder werden’. In nhd. mhd. heilen ‘gesund, heil werden oder machen’ sind zwei ursprünglich nach Ableitungssuffixen und Bedeutung geschiedene Verben zu dem unter ↗heil (s. d.) behandelten Adjektiv zusammengefallen, und zwar ahd. heilēn ‘gesund, heil werden’ (um 1000), entsprechend gleichbed., aber anders gebildetem got. gahailnan, und ahd. heilen ‘wiederherstellen, erlösen, (er)retten’ (um 800, giheilen, 8. Jh.) mit asächs. hēlian ‘heilen, sühnen’, aengl. hǣlan, engl. to heal, anord. heila, got. hailjan ‘heil machen’ und (beide Bedeutungen miteinander vereinend) mnd. heilen, hēlen ‘erbitten, wünschen, gesund machen oder werden, erlösen, fest verbinden’, mnl. hēlen, heilen ‘gesund machen, verbinden, gesund, verbunden werden’, nl. helen ‘heilen, wiederherstellen, genesen’. Heiland m. ‘Erlöser, Retter, Christus’, eigentlich Part. Präs. zum Verb, dessen alter Lautstand sich im Dt. und Nl. erhalten hat, ahd. heilant (8. Jh.) neben heilanto (9. Jh.), heilenti (8. Jh.), mhd. heilant, heilent ‘Erlöser, Retter’, asächs. hēliand, mnd. mnl. heilant, nl. heiland, aengl. hǣlend, mengl. healend. Das westgerm. Substantiv übersetzt kirchenlat. salvātor ‘Retter, Erlöser’ (zu lat. salvāre ‘heilen, retten, erlösen’), das seinerseits griech. sōtḗr (σωτήρ) ‘Retter’ (Neues Testament) wiedergibt, zu griech. sṓzein (σῴζειν) ‘unversehrt am Leben erhalten, bewahren, retten’. Heilquelle f. (19. Jh.), älter Heilquell m. (17. Jh.). Heilkunde f. (18. Jh.). Heilanstalt f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(wieder) hochpäppeln · ↗aufpäppeln · ↗auskurieren · ↗durchbringen · erfolgreich therapieren · gesund machen · heilen · ↗kurieren · wieder auf die Beine bringen · ↗wiederherstellen  ●  ↗(wieder) zusammenflicken  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
gesund machen · heilen · ↗kurieren · ↗sanieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aids Alzheimer Bruch Chemotherapie Diabetes Erbkrankheit Gebrechen Gentherapie Handauflegen Kranke Krankheit Krebs Krebskranke Kriegswunde Leiden Leukämie Parkinson Patient Riß Stammzelle Sucht Trauma Verfahrensfehler Wunde abheilen ausheilen einheilen lindern zuheilen Übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heilen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Schwangerschaft ist oft der unbewußte Wunsch, etwas in sich zu heilen, das Kind in sich zu heilen.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 72
Ein einmal voll entwickelter Plattfuß kann nicht mehr geheilt werden.
o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 147
Wenn ich das vegetative System von außen her negativ beeinflussen kann, muß ich es auch wieder positiv beeinflussen, also heilen, in Ordnung bringen können.
Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 158
Er muss die Symptome behandeln und nicht mehr versuchen, den Patienten zu heilen.
Der Tagesspiegel, 29.11.2000
Dort heilte diese sechste Doppelverwundung bei vierzehntägiger Pflege ebensogut wie alle früheren.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 253
Zitationshilfe
„heilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heilen>, abgerufen am 14.11.2019.

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