heillos

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung heil-los
Wortzerlegung Heil -los

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] maßlos, unglaublich
  2. 2. [veraltet] verworfen, verflucht
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich maßlos, unglaublich
Beispiele:
ein heilloses Durcheinander
eine heillose Angst, Verwirrung
es [das Gelände] war heillos kompliziert [ B. FrankTrenck237]
2.
veraltet verworfen, verflucht
Beispiel:
Ihr seid heillose Diebe [ SchillerRäuberII 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heil · heillos · heilsam
Heil n. ‘Glück, Wohlergehen, Rettung’, in religiöser Vorstellung ‘Erlösung im Glauben’, ahd. heil ‘Glück’ (8. Jh.), mhd. heil ‘Gesundheit, Glück, glücklicher Zufall, Heilung, Rettung, Hilfe’, asächs. hēl ‘Vorzeichen’, mnd. heil ‘Glück, Segen, Rettung, Wohlergehen’, mnl. heil, heel, nl. heil, aengl. hǣl ‘(günstiges) Vorzeichen, Glück, Gesundheit’, anord. heill ‘(glückverheißendes) Vorzeichen, Glück’ gehen zurück auf einen alten s-Stamm germ. *hailaz, *hailiz (vgl. die zu aengl. hǣl gehörende Nebenform aengl. hālor), verwandt mit der unter heil Adj. (s. d.) dargestellten Wortgruppe. Deutlicher als beim Adjektiv wird die religiös-kultische Herkunft in der Semantik des Substantivs, deren Ausgangspunkt mit ‘magisch bedingtes Glück, Segen’ definiert werden kann, vgl. Baetke Das Heilige im Germ. (1942) 63 ff. Unter christlichem Einfluß steht Heil für ‘Vergebung der Sünden, Erlösung vom Bösen und Gewährung der ewigen Seligkeit’ (mhd. daʒ ēwige heil), vgl. auch Bildungen wie Heilsgeschichte, -verkündung, -weg (19. Jh.). In Grußformeln wie Gut Heil, Petri Heil, Weidmanns Heil erscheint Heil im Sinne von ‘Glück’. heillos Adj. ‘krank, körperlich gebrechlich, arm, elend, moralisch böse’ (16. Jh.), ‘ohne Rettung, ohne Hilfe’ (19. Jh.), heute vor allem in steigernder Funktion, vgl. heilloses Durcheinander ‘sehr großes, unbeschreibliches Chaos’, heillose Unordnung. heilsam Adj. ‘heilend, nützlich’ (für zukünftiges Verhalten), ahd. heilsam ‘Heil bringend’ (10. Jh., heilsamo Adv., um 900), mhd. heilsam ‘Heil bringend, gesund, heil’.

Typische Verbindungen zu ›heillos‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heillos‹.

Verwendungsbeispiele für ›heillos‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Bild von der deutschen Geschichte gerät damit in einen heillosen Zirkel. [Heimpel, Hermann: Entwurf einer deutschen Geschichte. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1953], S. 168]
Nun jedoch sind die Dinge fast heillos ins Treiben geraten. [Die Zeit, 03.01.1997, Nr. 2]
Zumindest dieses Ziel eint die ansonsten heillos zersplitterte syrische Opposition. [Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 13]
Vor einem Jahr erst haben sie sich heillos über die zukünftige Ausrichtung der Deutschen Oper zerstritten. [Die Zeit, 25.10.2000, Nr. 43]
Die Welt sei nicht heil, aber auch nicht heillos, sagte er einmal. [Die Zeit, 05.06.1992, Nr. 24]
Zitationshilfe
„heillos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heillos>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
heilkundlich
heilkundig
heilkräftig
heilkriegen
heilklimatisch
heilprophylaktisch
heilpädagogisch
heilsam
heilsbringend
heilsgeschichtlich