heimlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungheim-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›heimlich‹ als Erstglied: ↗Heimlichkeit · ↗heimlichtun  ·  mit ›heimlich‹ als Letztglied: ↗klammheimlich · ↗unheimlich  ·  mit ›heimlich‹ als Grundform: ↗verheimlichen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
versteckt aus Furcht vor Entdeckung, vor anderen verborgen, geheim
Beispiele:
ein heimlicher Plan
eine heimliche Verabredung, Zusammenkunft
heimliche Angst, Furcht, Freude, Verehrung, Wehmut, Zärtlichkeit
einen heimlichen Kummer haben
ein heimlicher Befehl
jmd. ist ein heimlicher Revolutionär
jmdm. heimlich ein Zeichen geben
etw. heimlich tun
der Kranke war heimlich aufgestanden
sich mit jmdm. heimlich treffen
heimlich lästern, gähnen
heimlich etw. wünschen, bestaunen
jmdm. heimlich nachschleichen, etw. zustecken
jmdn. heimlich lieben
umgangssprachlich sich heimlich davonmachen, aus dem Staube machen (= verschwinden)
Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß als heimliche Liebe [Volkslied]
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein / Und predigten öffentlich Wasser [HeineWintermärchen2,432]
2.
veraltet, österreichisch heimelig
Beispiel:
Trotta trank. Das kahle Zimmer wurde heimlicher [J. RothRadetzkymarsch300]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heimlich · unheimlich · Heimlichkeit · verheimlichen
heimlich Adj. ‘unauffällig, verstohlen, geheim’, ahd. heimlīh ‘häuslich, einheimisch, heimatlich’ (11. Jh.), mhd. heim(e)lich, auch ‘vertraut, vertraulich, zahm, geheim, verborgen’, mnd. hēmelīk, mnl. heimelijc, hēmelijc, nl. heimelijk ‘geheim, verstohlen’ sind abgeleitet (s. ↗-lich) von den unter ↗Heim (s. d.) behandelten Substantivformen. Aus einer Bedeutung ‘häuslich, dem begrenzten häuslichen Kreis angehörend’ entwickelt sich bereits im Mhd. ‘fremden Augen entzogen’, daher ‘geheim, versteckt’. unheimlich Adj. ‘nicht vertraut, beunruhigend, Unbehagen hervorrufend’, mhd. unheimlich ‘nicht vertraut, fremd’; seit dem 19. Jh. auch in steigerndem Sinne ‘außerordentlich, riesig’. Heimlichkeit f. ‘Verborgenheit, Unauffälligkeit, geheimnisvolles Tun, Geheimnis’, mhd. heim(e)līchkeit ‘Annehmlichkeit, Freude, vertraute Gemeinschaft, Geheimnis’. verheimlichen Vb. ‘bewußt nicht mitteilen, verbergen, verschweigen’ (18. Jh.), Neubildung zu heimlich; vgl. mhd. heim(e)līchen ‘heimisch, zur Heimat machen, vertrauten Umgang pflegen, sich vertraut machen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
geheim · heimlich · in Geheimen · ↗okkult · ↗verborgen · ↗verhohlen · ↗verstohlen
Assoziationen
Synonymgruppe
geheim · getarnt · heimlich · hinter vorgehaltener Hand · ↗insgeheim · verdeckt  ●  hinter den Kulissen  fig. · ↗klandestin  veraltend · hinter jemandes Rücken  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
für sich allein · heimlich  ●  im stillen Kämmerlein  ugs., fig.
Synonymgruppe
(möglichst) unauffällig · heimlich · heimlich, still und leise · im Geheimen · im Stillen · im Verborgenen · in aller Stille · ↗insgeheim · ohne dass jemand das mitbekommt · ↗stillschweigend · ↗unbemerkt · ↗unbeobachtet · ↗verborgen · verdeckt · ↗versteckt · ↗verstohlen  ●  hinter vorgehaltener Hand  fig. · im Hintergrund  fig. · in den Hinterzimmern  fig. · unter der Hand  fig. · unterm Tisch  fig. · bei Nacht und Nebel  ugs., fig. · ↗klammheimlich  ugs. · stickum  ugs. · stieke  ugs., veraltend, berlinerisch · ↗stiekum  ugs. · still und leise  ugs. · ↗ungesehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bewunderung Favorit Geliebte Gewinner Hauptfigur Hauptstadt Held Herrscher Herrscherin Hochzeit Hymne Leidenschaft Liebe Liebschaft Nationalhymne Online-Durchsuchung Sehnsucht Star Steuererhöhung Sympathie Vaterschaftstest Videoüberwachung aufgenommen filmen leise nachts rauchen schleichen still unheimlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heimlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn die Kinder schlafen, lese ich manchmal heimlich in ihren Büchern.
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2002
Man schaut an solchen Abenden alle zehn Minuten heimlich auf die Uhr.
Der Tagesspiegel, 21.01.2002
Heimlich sammle ich (Ali) Proben des in allen Farben glitzernden Staubs.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 152
Sie kennen unsern Norden nicht, er hat heimliche Reize, wollen Sie sie gar nicht kennen lernen?
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6997
Aber heimlich funkelte doch auch ein bißchen Stolz im Herzen meiner guten Mutter.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26412
Zitationshilfe
„heimlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heimlich>, abgerufen am 13.12.2018.

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