heimzahlen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung heim-zah-len
Wortzerlegung heim-zahlen
Wortbildung  mit ›heimzahlen‹ als Erstglied: ↗Heimzahlung
eWDG, 1969

Bedeutung

jmdm. Übles mit Üblem vergelten
Beispiele:
seine Verleumdungen werde ich ihm heimzahlen
etw. in, mit gleicher Münze heimzahlen
ich werde es ihm heimzahlen, dass er mich so schlecht behandelt hat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heim · Heimbürge · Heimgarten · heim · daheim · heimgehen · Heimgang · heimkehren · Heimkehr · heimzahlen · Heimzahlung · heimisch · heimleuchten · heimsuchen · Heimsuchung · heimwärts · Heimweg · Heimweh
Heim n. ‘Zuhause, Wohnung, Wohnstätte für einen bestimmten Personenkreis, Stätte für Zusammenkünfte und Veranstaltungen’, ahd. heima f. ‘Wohnsitz, Heim, Heimat’ (10. Jh.; vgl. faterheim m. und faterheima f. ‘Heimat, Vaterland, Geburtsland’, Hs. 12. Jh.), mhd. heim n. ‘Wohnstätte, Haus, Heimat’, asächs. hēm n., mnd. hēm(e) f., hēm n., mnl. heem, heim n., nl. (älter) heem, aengl. hām m., auch ‘Landgut, Dorf’, engl. home, anord. heimr m. ‘Heimat, Welt’, schwed. hem ‘Wohnung, Haus, Heimat’ (germ. *haima-) und (i-Stamm) got. haims f. ‘Dorf, Flecken’ gehören mit ie. mo- (bzw. mā-) Suffix wie griech. (dehnstufig) kṓmē (κώμη) ‘Dorf’, air. cōim, cōem, akymr. cum ‘lieb, teuer’, lit. šeimà ‘Familie, Gesinde’, russ.-kslaw. sěmь ‘Person’, russ. sem’já (семья) ‘Familie’ zur Wurzel ie. *k̑ei- ‘liegen’, auch ‘Niederlassung, Lager, Wohnsitz’ und weiter ‘traut, lieb’; dazu auch griech. ké͞isthai (κεῖσθαι) ‘liegen, sich befinden, stattfinden’ sowie ↗Heirat, ↗geheuer und vielleicht auch ↗Oheim (s. d.). Die Bedeutung ‘Dorf, Gemeinde’ (vgl. got. haims) bewahren die Komposita Heimbürge m. ‘Gemeindevorsteher, Aufseher’, ahd. heimburgo (Hs. 12. Jh.), mhd. heimbürge (im Omd. auch ‘Leichenbestatter’, 17. Jh., dazu Heimbürgin ‘Leichenfrau’, 18. Jh.), und Heimgarten m. (obd.) ‘Gemeindegarten, Dorfanger’, ahd. heimgart(o) (10. Jh.), mhd. heim-, heingarte. Vom 16. Jh. an wird der Gebrauch des Substantivs Heim in der Literatursprache selten. Eine um die Mitte des 18. Jhs. einsetzende Neubelebung (mit neutralem Genus) erfolgt wohl unter Einfluß des nachfolgend genannten Adverbs heim. heim Adv. ‘nach Hause’, hervorgegangen aus dem adverbiell gebrauchten Akkusativ Sing. Mask. des Substantivs, ahd. heim (9. Jh.), mhd. heim ‘nach Hause’, vgl. ahd. heime (9. Jh.), heimi (11. Jh.), mhd. heime ‘zu Hause’. daheim Adv. ‘zu Hause’, ahd. thār heime (9. Jh.), mhd. dā heim(e). Vielfach in Verbindung mit Verben, vgl. heimgehen Vb. ‘nach Hause gehen’ (15. Jh.), übertragen ‘sterben’ (18. Jh.), dazu entsprechend Heimgang m. (19. Jh.); heimkehren Vb. ‘in die Heimat, nach Hause zurückkehren’ (16. Jh.), Heimkehr f. (18. Jh.); heimzahlen Vb. ‘zurückzahlen, vergelten’ (18. Jh.), Heimzahlung f. (19. Jh.). heimisch Adj. ‘heimatlich, häuslich, vertraut, gewohnt’, ahd. heimisc (8. Jh.), mhd. heim(i)sch, auch ‘zahm, nicht wildwachsend’. heimleuchten Vb. ‘jmdn. mit einer Leuchte, Fackel nach Hause geleiten’ (16. Jh.), dann ‘wegjagen, einem Beine machen’ (18. Jh.). heimsuchen Vb. ‘in übelwollender Absicht, belästigend aufsuchen, als Unglück treffen, zustoßen’, mhd. heimsuochen ‘besuchen, feindlich überfallen’, aus mhd. heime suochen ‘in freundlicher oder feindlicher Absicht daheim aufsuchen’; Heimsuchung f. ‘schweres Unglück, harter Schicksalsschlag’, (obd.) ‘Haussuchung’, mhd. heimsuochunge ‘Hausfriedensbruch’. heimwärts Adv. ‘in Richtung Heimat, nach Hause zu’, ahd. heimwartes (9. Jh.), mhd. heimwart, heimwert (s. ↗-wärts). Heimweg m. ‘Weg nach Hause’, mhd. heimwec. Heimweh n. ‘Sehnsucht nach der Heimat, nach dem Zuhause’ (Ende 16. Jh.). Das anfangs als Krankheitsbezeichnung wahrscheinlich in der Schweiz entstandene Substantiv verbreitet sich unter Aufgabe des medizinischen Sinnes von der 2. Hälfte des 18. Jhs. an. S. ↗Nostalgie.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Quittung geben · ↗(etwas) (mit etwas) vergelten · (jemandem etwas) heimzahlen · (jemandem) eins auswischen · (sich für etwas) schadlos halten (an jemandem) · ↗(sich) revanchieren · ↗(sich) rächen · Rache nehmen · Vergeltung üben
Assoziationen
  • (jemandem) mit gleicher Münze heimzahlen · Auge um Auge, Zahn um Zahn. · Gleiches mit Gleichem vergelten · Wie du mir, so ich dir.
  • bekommen, was man verdient · zur Rechenschaft gezogen werden  ●  (das) Passende zurückbekommen  fig. · (die) Quittung bekommen (für)  fig. · (das) kriegen, was man verdient  ugs. · (jemandem) sein Fett geben  ugs. · sein Fett abbekommen  ugs., variabel · sein Fett wegbekommen  ugs. · sein Fett wegkriegen  ugs.
  • (jemandem) (noch) etwas schuldig sein · (noch) (eine) Forderung haben (gegenüber)  ●  (noch) ein Hühnchen zu rupfen haben (mit)  ugs. · (noch) eine Rechnung offen haben (mit)  ugs. · (noch) etwas gut haben (bei jemandem)  ugs. · (noch) etwas zu klären haben (mit)  ugs.
  • Rache · ↗Revanche · ↗Vergeltung  ●  ↗Quittung  ugs. · ↗Retourkutsche  ugs.
  • (jemandem) Dreck hinterherwerfen  fig. · hinterhertreten  fig. · ↗nachkarten  fig. · nachtreten  fig. · ↗(jemandem) nachträglich eine(n) reinwürgen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›heimzahlen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heimzahlen‹.

Verwendungsbeispiele für ›heimzahlen‹

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Die fangen inzwischen an, es uns mit gleicher Münze heimzuzahlen.
Die Welt, 11.02.2003
Wenn das so weitergehe, werde man mit gleicher Münze heimzahlen.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.1996
Hoffentlich wird er ihm diese peinliche Stunde dann heimzahlen können.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 204
Meinetwegen kann einer alle 14 Tage kommen, aber gerade diesen beiden möchte ich es heimzahlen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 25.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
In seinem letzten Roman »Schwertfisch und Mond« habe er es übrigens einigen Lächlern heimgezahlt.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 45
Zitationshilfe
„heimzahlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heimzahlen>, abgerufen am 25.11.2020.

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