heiraten

GrammatikVerb · heiratete, hat geheiratet
Aussprache
Worttrennunghei-ra-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›heiraten‹ als Letztglied: ↗einheiraten · ↗hereinheiraten · ↗hineinheiraten · ↗verheiraten · ↗wegheiraten
eWDG, 1969

Bedeutung

mit jmdm. eine Ehe schließen
Beispiele:
ein Mädchen, eine Frau, einen Mann, seine Braut, seinen Verlobten heiraten
jmdn. aus Liebe, gegen den Willen der Eltern heiraten
früh, spät, jung, alt heiraten
er hat zum zweiten Mal geheiratet
in eine vornehme Familie heiraten
aufs Land, in die Stadt, ins Ausland, nach Berlin heiraten (= mit jmdm. vom Lande, aus der Stadt, im Ausland, in Berlin eine Ehe schließen und dann dort wohnen)
sie heirateten sich, ohne sich vorher lange genug gekannt zu haben
umgangssprachlich, verhüllend sie mussten heiraten (= sie heirateten, weil sie ein Kind erwarteten)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Heirat · heiraten · verheiraten
Heirat f. ‘Eheschließung, Vermählung’, ahd. m. (11. Jh.), mhd. hīrāt m. f. ‘Vermählung’, aengl. hīwrǣden, hīred ‘Haushalt, Familie’ sind Komposita, deren Bestimmungswörter verwandt sind mit ahd. hīwo, hīo m. ‘Hausgenosse, Familienangehöriger, Gatte’ (um 800), hīwa, hīa f. ‘Gattin, Frau’ (9. Jh.), hīwun, hīun n. (Plur.) ‘Gesinde, Ehegatten, Familienangehörige’ (um 800), mhd. hīwe, hīge, hīe m. f. ‘Gatte, Gattin, Hausgenosse, Dienstbote’, asächs. hīwa ‘Gattin’, mnl. hīe ‘Hausgenosse, Gatte’, aengl. hīwan ‘Familienangehöriger’, anord. hjōn, hjūn, hjū n. (Plur.) ‘Eheleute, Hausgenossen’, got. heiwafrauja ‘Hausherr’, ahd. hīwiski ‘Familie, Geschlecht, Haushalt’ (8. Jh.), mhd. hīwisch(e), auch ‘Haushaltung’, asächs. hīwiski ‘Familie’, aengl. hīwisc ‘Haushalt’, anord. hȳski ‘Hausgesinde’, ahd. hīwen ‘heiraten’ (8. Jh.), asächs. gihīwian, mnl. hūwen, houwen, nl. huwen, aengl. hīwian. Außergerm. vergleichen sich aind. śḗvaḥ ‘lieb, wert, vertraut’, (ablautend) śiváḥ ‘gütig, freundlich, günstig, vertraut, lieb’, lat. cīvis ‘Bürger’, eigentlich ‘Haus- oder Gemeindegenosse’. Alle Formen lassen sich als Bildungen mit u̯o-Suffix auf die Wurzel ie. *k̑ei- ‘liegen’, auch ‘Niederlassung, Lager, Wohnsitz’ und weiter ‘traut, lieb’ zurückführen, zu der sich auch die unter ↗Heim (s. d.) angegebenen Wörter stellen. Für die den germ. Wörtern zugrundeliegende Ausgangsform germ. *hīw- ist eine Bedeutung ‘zum Haushalt gehörig’ anzusetzen. Zum Grundwort s. ↗Rat in seiner alten Verwendung ‘Für-. Vorsorge, Vorrat, Nahrungsmittel’, so da für Heirat von ‘Hausbesorgung’ auszugehen ist. Vom Substantiv abgeleitet heiraten Vb. ‘die Ehe schließen, eingehen, sich vermählen’, mhd. hīrāten; ahd. hīwen ‘heiraten’ (s. oben) ablösend. verheiraten Vb. ‘zur Ehe geben’, (reflexiv) ‘eine Ehe eingehen, heiraten’, mhd. verhīrāten.

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Bund der Ehe eingehen · (den) Bund fürs Leben schließen · (die) Ehe mit jemandem eingehen · (eine) Familie gründen · (jemandem) die Hand fürs Leben reichen · (sich) trauen lassen · ↗(sich) vermählen · Hochzeit feiern · Hochzeit halten · Mann und Frau werden · in den (heiligen) Stand der Ehe (ein)treten · kirchlich heiraten · standesamtlich heiraten · zum Altar führen · zum Mann nehmen · zur Frau nehmen  ●  ↗(jemanden) ehelichen  Amtsdeutsch · heiraten  Hauptform · in den Hafen der Ehe einlaufen  fig. · (den) Bund der Ehe schließen  geh. · (jemandem) das Ja-Wort geben  ugs. · (jemandem) das Jawort geben  ugs. · ↗(jemanden) freien  geh., veraltet · ↗(sich) (mit jemandem) verehelichen  geh. · (sich) das Ja-Wort geben  ugs. · (sich) das Jawort geben  ugs. · Hochzeit machen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amerikanerin Cousine Ehe Frau Freundin Geliebte Kronprinz Lebensgefährte Lebensgefährtin Millionär Mutter Mädchen Paar Prinz Prinzessin Schauspielerin Scheidung Schwester Standesamt Thronfolger Tochter Verlobte Witwe bald du einheiraten heimlich kirchlich spät verlieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heiraten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und ich wäre nicht der Mann, der ich heute bin, ohne die Frau, die vor 20 Jahren einwilligte, mich zu heiraten.
Die Zeit, 07.11.2012 (online)
Das liegt natürlich an unserem fortgeschrittenen Alter, da heiratet keiner mehr.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 242
Denn jetzt wollen wir alle erst einmal heiraten, das neue Jahrtausend ist ein guter Zeitpunkt.
Illies, Florian: Generation Golf, Berlin: Argon 2000, S. 152
Ja, sie schreibt wohl sehr liebe Briefe, aber heiraten kann ich sie nicht.
Brief von Helmut an seine Schwester vom 16.08.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zwei Jahre danach heiratete mein Vater ein sanftes Mädchen, und ich bin ihr Sohn.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 225
Zitationshilfe
„heiraten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heiraten>, abgerufen am 20.10.2019.

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