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heischen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung hei-schen
Wortbildung  mit ›heischen‹ als Letztglied: erheischen  ·  mit ›heischen‹ als Binnenglied: Hilfe heischend · Liebe heischend · Respekt heischend · beifallheischend · hilfeheischend · liebeheischend · respektheischend
eWDG

Bedeutung

gehoben, veraltend etw. gebieterisch fordern, verlangen
Beispiele:
auf eine Frage eine Antwort heischen
Aufmerksamkeit, Beistand, Hilfe, Dank, Mitleid, Rache, Achtung, Respekt, Einlass heischen
eine Erklärung, einen Rat heischen
ein Beifall, Zustimmung heischendes Lächeln
Der Kampf ist schwer und heischt Geduld [ TollerMaschinenstürmerII 2]
Der ganze Boden, so heischt er … gehört ihm nach Fug und Recht [ St. ZweigSternstunden43]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

heischen · erheischen
heischen Vb. älter auch eischen, ‘gebieterisch fordern, begehren, erbitten’, ahd. eiscōn ‘fordern, verlangen, bitten, fragen’ (8. Jh.), mhd. eischen, heischen (mit anlautendem h- unter Einfluß von mhd. heiʒen, s. heißen), asächs. ēskon, mnd. ēschen, mnl. eiscen, ēscen, auch hēschen, nl. eisen, aengl. āscian, engl. to ask ‘fragen, bitten’ und zugehörige Substantivbildungen wie ahd. eisca ‘Forderung’ (11. Jh.), aengl. ǣsce ‘Untersuchung’ lassen sich außergerm. mit aind. ḗṣati ‘sucht’, iccháti ‘sucht, wünscht’, icchā́ ‘Wunsch, Verlangen’, lat. aeruscāre ‘betteln gehen, bitten’, lit. (j)ieškóti ‘suchen’, aslaw. iskati ‘(auf-, er)suchen, fordern’, russ. iskát’ (искать) ‘suchen, trachten nach, verlangen’ vergleichen und auf eine Wurzel ie. *ais-, daneben *eis- ‘wünschen, begehren, aufsuchen’ zurückführen. – erheischen Vb. älter ereischen, ‘erfordern, dringend verlangen’, ahd. ireiscōn ‘erfragen, erkunden, erfahren, erforschen’ (8. Jh.), mhd. ereischen, erheischen ‘durch Fragen erfahren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) erfragen · (um etwas) ansuchen · betteln (um) · erbetteln · fordern · fragen (nach)  ●  bitten (um)  Hauptform · heischen  veraltet · (jemanden um / wegen etwas) anhauen  ugs., salopp · (jemanden um etwas) angehen  geh. · (jemanden) ersuchen (zu)  geh. · (sich etwas) erbitten  geh. · einkommen (um)  geh., altertümelnd

Typische Verbindungen zu ›heischen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heischen‹.

Verwendungsbeispiele für ›heischen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was umsonst ist, ist auch nicht viel wert; was nichts kostet, heischt keinen besonderen Einsatz. [Süddeutsche Zeitung, 09.03.1996]
Was vergangen ist, mag jetzt vergangen bleiben, bis es Verantwortung heischend wieder vor uns erstehen sollte. [o. A.: Die Erneuerung der Universität, 23.05.1933]
Nachdem er über dem Schalter die Richtung abgelesen hatte, heischte er den Namen irgend einer fernen Stadt im Auslande. [Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 214]
Hier verlangt ein Hof nach der festen Hand eines neuen Bauern und dort heischen Erbschaftsangelegenheiten eine Regelung. [Süddeutsche Zeitung, 1995 [1945]]
Die Freiheit zu preisen, ohne sie zu empfinden, hieße billige Absolution heischen. [Die Zeit, 16.11.2009, Nr. 46]
Zitationshilfe
„heischen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heischen>.

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