Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

heldenhaft

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung hel-den-haft
Wortzerlegung Held -haft
eWDG

Bedeutung

sehr tapfer, heroisch
Beispiele:
der heldenhafte Kampf des Volkes um seine Freiheit
heldenhafter Widerstand gegen die Unterdrücker leisten
heldenhaft für die Menschenrechte streiten
das Verlangen, etwas unbedingt Heldenhaftes zu vollbringen [ CramerKonzessionen14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Held · heldenhaft · Heldenmut · heldenmütig · Heldentat · Heldentum
Held m. ‘durch kühne Taten sich auszeichnender Mann, tapferer Kämpfer’, ahd. helid (9. Jh.; vgl. auch furisthelid ‘fürstlicher Kämpfer’), mhd. helt, asächs. helið, mnd. helt, aengl. hæleþ ‘Mann’, mnl. hēlet, heelt, helt, nl. held, anord. halr und (mit anderer Stammbildung) anord. hǫlðr ‘Erbbauer, Mann’. Für germ. *haliþa-, *haluþa- ergibt sich eine Bedeutung ‘(freier) Mann, Krieger, Held’. Die Herkunft ist nicht geklärt. Möglich ist Anschluß an die unter halten (s. d.) angeführte Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ mit aind. kaláyati ‘treibt (Vieh), hält, trägt, macht’ (de Vries Nl. 248), wobei das Substantiv ursprünglich den ‘Hirten, der sich im Kampf gegen menschliche und tierische Räuber bewähren muß’ bezeichnet haben könnte. Unsicher ist sowohl eine Verbindung mit aind. kalyaḥ ‘gesund, gerüstet, geschickt’, griech. kalós (καλός) ‘schön, edel, gut’ und der Wurzel ie. *kal- (*kali-, *kalu-) ‘schön, gesund’, vgl. Pokorny 1, 524, als auch mit got. hallus ‘Fels’, anord. hallr ‘Stein’, aengl. heall ‘Fels’, lat. callus, callum ‘verhärtete dicke Haut, Schwiele’, air. mir. calath, calad ‘hart’ und der Wurzel ie. *kal- ‘hart’, vgl. Wagner in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 97 (1984) 281 ff. Seit dem 18. Jh. steht Held nach dem Vorbild von engl. hero auch für ‘Hauptperson eines literarischen Werkes’, dann für ‘Hauptgestalt einer Begebenheit’ und bezeichnet schließlich den, ‘der auf seinem Gebiet Hervorragendes leistet’. – heldenhaft Adj. ‘sehr tapfer, heroisch’ (17. Jh.). Heldenmut m. ‘heldenhafter Mut, große Tapferkeit’, heldenmütig Adj. (beide 17. Jh.). Heldentat f. (17. Jh.). Heldentum n. ‘Wesen, Haltung eines Helden, große Tapferkeit’, von Wieland als Ersatz für Heroismus nach dem Vorbild von Menschentum gebildet (1767).

Thesaurus

Synonymgruppe
heldenhaft · heldenmütig · heroisch · kühn · mannhaft · mit Todesverachtung (auch iron.) · mutig · tapfer · unerschrocken  ●  heldisch  geh., emphatisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›heldenhaft‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heldenhaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›heldenhaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Währenddessen führten sie ihren heldenhaften Kampf mit den Elementen wie selbstverständlich weiter. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 12]
Ich fragte nicht mehr nach den heldenhaften Taten der Kommunisten; ich bezweifelte sie. [Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 105]
Selbst die Sehnsucht nach einer imaginären Gemeinschaft eines einzigen Volks von heldenhaftem Rang spukt wohl noch in manchen Köpfen. [Die Zeit, 05.11.1998, Nr. 46]
Die Organisation rühmte die Morde in einer Erklärung als «heldenhaften Einsatz». [Die Zeit, 18.08.2011 (online)]
Und trotzdem steht einer wie er in der öffentlichen Wahrnehmung wahrlich nicht heldenhaft da. [Die Zeit, 14.09.2009, Nr. 37]
Zitationshilfe
„heldenhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heldenhaft>.

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