heldenmütig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghel-den-mü-tig
GrundformHeldenmut
eWDG, 1969

Bedeutung

Beispiele:
ein heldenmütiger Kampf, Widerstand
der heldenmütige Flug in den Weltraum
die Stadt wurde vor den Aggressoren heldenmütig verteidigt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Held · heldenhaft · Heldenmut · heldenmütig · Heldentat · Heldentum
Held m. ‘durch kühne Taten sich auszeichnender Mann, tapferer Kämpfer’, ahd. helid (9. Jh.; vgl. auch furisthelid ‘fürstlicher Kämpfer’), mhd. helt, asächs. helið, mnd. helt, aengl. hæleþ ‘Mann’, mnl. hēlet, heelt, helt, nl. held, anord. halr und (mit anderer Stammbildung) anord. hǫlðr ‘Erbbauer, Mann’. Für germ. *haliþa-, *haluþa- ergibt sich eine Bedeutung ‘(freier) Mann, Krieger, Held’. Die Herkunft ist nicht geklärt. Möglich ist Anschluß an die unter ↗halten (s. d.) angeführte Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ mit aind. kaláyati ‘treibt (Vieh), hält, trägt, macht’ (de Vries Nl. 248), wobei das Substantiv ursprünglich den ‘Hirten, der sich im Kampf gegen menschliche und tierische Räuber bewähren muß’ bezeichnet haben könnte. Unsicher ist sowohl eine Verbindung mit aind. kalyaḥ ‘gesund, gerüstet, geschickt’, griech. kalós (καλός) ‘schön, edel, gut’ und der Wurzel ie. *kal- (*kali-, *kalu-) ‘schön, gesund’, vgl. Pokorny 1, 524, als auch mit got. hallus ‘Fels’, anord. hallr ‘Stein’, aengl. heall ‘Fels’, lat. callus, callum ‘verhärtete dicke Haut, Schwiele’, air. mir. calath, calad ‘hart’ und der Wurzel ie. *kal- ‘hart’, vgl. Wagner in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 97 (1984) 281 ff. Seit dem 18. Jh. steht Held nach dem Vorbild von engl. hero auch für ‘Hauptperson eines literarischen Werkes’, dann für ‘Hauptgestalt einer Begebenheit’ und bezeichnet schließlich den, ‘der auf seinem Gebiet Hervorragendes leistet’. heldenhaft Adj. ‘sehr tapfer, heroisch’ (17. Jh.). Heldenmut m. ‘heldenhafter Mut, große Tapferkeit’, heldenmütig Adj. (beide 17. Jh.). Heldentat f. (17. Jh.). Heldentum n. ‘Wesen, Haltung eines Helden, große Tapferkeit’, von Wieland als Ersatz für Heroismus nach dem Vorbild von Menschentum gebildet (1767).

Thesaurus

Synonymgruppe
heldenhaft · heldenmütig · ↗heroisch · ↗kühn · ↗mannhaft · mit Todesverachtung (auch iron.) · ↗mutig · ↗tapfer · ↗unerschrocken  ●  ↗heldisch  geh., emphatisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kampf Kämpfer Verteidiger Verteidigung Volk Widerstand

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heldenmütig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das düstere Bild von den heruntergekommenen Flüchtlingen ist freilich genauso falsch und verzerrt, wie das strahlende Bild von den heldenmütigen Halbgöttern falsch und verzerrt war.
Die Zeit, 11.04.1957, Nr. 15
Solch heldenmütige Höflichkeit findet man auch heute noch bei den Japanern.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3017
Es soll sich heldenmütig geschlagen haben, ungeachtet der fürchterlichen Verluste, die es erlitten hat.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Der Zeitpunkt, die heldenmütigen Feinde von gestern heute schon zu Herren im Hause zu machen, schien verfrüht.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 01.03.1907
Nach heldenmütiger Gegenwehr, in der die Schweizer den Kanadiern alles abverlangten, mußten sie sich doch geschlagen bekennen.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 01.03.1937
Zitationshilfe
„heldenmütig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heldenmütig>, abgerufen am 12.11.2019.

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