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heldenmütig

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GrammatikAdjektiv · Komparativ: heldenmütiger · Superlativ: am heldenmütigsten, Steigerung selten
Aussprache  [ˈhɛldn̩ˌmyːtɪç]
Worttrennung hel-den-mü-tig
Wortzerlegung Heldenmut -ig
eWDG und ZDL

Bedeutung

veraltend mit als heldenhaft empfundener Haltung
siehe auch heroisch
Kollokationen:
als Adjektivattribut: ein heldenmütiger Kampf, Widerstand, Einsatz, Kämpfer, Verteidiger; die heldenmütige Verteidigung, Truppe
als Adverbialbestimmung: heldenmütig kämpfen
Beispiele:
der heldenmütige Flug in den WeltraumWDG
Einem halben Dutzend Soldaten ist es gelungen, eine US‑Flagge zu hissen auf der japanischen Insel [Iwo Jima], was als heldenmütiger Akt gesehen wird. [Süddeutsche Zeitung, 13.01.2018]
Nach Obamas Wahlsieg verabschiedete die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus mehr als 40 Mal die Aushebelung von »Obamacare«. Völlig folgenlos, vergebens und um so heldenmütiger. [Welt am Sonntag, 06.10.2013, Nr. 40]
Es war die Zeit, da heldenmütige Ingenieure und Baumeister Teufelsbrücken, Höllentunnel und Todesklammen über die reißenden Wasser und durch die Berge trieben, damit die Menschen bald bequem sitzend die Lombardei, das Piemont und die Poebene erreichen konnten und von dem stetig anwachsenden Reichtum, der durchs Oberland transportiert wurde, ein wenig bei den Anliegern bleibe. [Die Welt, 01.11.2012]
Die kleine persische Garnison wehrte sich mit heldenmütiger Ausdauer den ganzen Winter hindurch. Schließlich vom Hunger bezwungen, suchte sie sich durch Flucht zu retten; die Stadt aber ergab sich den Athenern. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 19831]

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Held · heldenhaft · Heldenmut · heldenmütig · Heldentat · Heldentum
Held m. ‘durch kühne Taten sich auszeichnender Mann, tapferer Kämpfer’, ahd. helid (9. Jh.; vgl. auch furisthelid ‘fürstlicher Kämpfer’), mhd. helt, asächs. helið, mnd. helt, aengl. hæleþ ‘Mann’, mnl. hēlet, heelt, helt, nl. held, anord. halr und (mit anderer Stammbildung) anord. hǫlðr ‘Erbbauer, Mann’. Für germ. *haliþa-, *haluþa- ergibt sich eine Bedeutung ‘(freier) Mann, Krieger, Held’. Die Herkunft ist nicht geklärt. Möglich ist Anschluß an die unter halten (s. d.) angeführte Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ mit aind. kaláyati ‘treibt (Vieh), hält, trägt, macht’ (de Vries Nl. 248), wobei das Substantiv ursprünglich den ‘Hirten, der sich im Kampf gegen menschliche und tierische Räuber bewähren muß’ bezeichnet haben könnte. Unsicher ist sowohl eine Verbindung mit aind. kalyaḥ ‘gesund, gerüstet, geschickt’, griech. kalós (καλός) ‘schön, edel, gut’ und der Wurzel ie. *kal- (*kali-, *kalu-) ‘schön, gesund’, vgl. Pokorny 1, 524, als auch mit got. hallus ‘Fels’, anord. hallr ‘Stein’, aengl. heall ‘Fels’, lat. callus, callum ‘verhärtete dicke Haut, Schwiele’, air. mir. calath, calad ‘hart’ und der Wurzel ie. *kal- ‘hart’, vgl. Wagner in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 97 (1984) 281 ff. Seit dem 18. Jh. steht Held nach dem Vorbild von engl. hero auch für ‘Hauptperson eines literarischen Werkes’, dann für ‘Hauptgestalt einer Begebenheit’ und bezeichnet schließlich den, ‘der auf seinem Gebiet Hervorragendes leistet’. – heldenhaft Adj. ‘sehr tapfer, heroisch’ (17. Jh.). Heldenmut m. ‘heldenhafter Mut, große Tapferkeit’, heldenmütig Adj. (beide 17. Jh.). Heldentat f. (17. Jh.). Heldentum n. ‘Wesen, Haltung eines Helden, große Tapferkeit’, von Wieland als Ersatz für Heroismus nach dem Vorbild von Menschentum gebildet (1767).

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

heldenhaft · heldenmütig · heroisch · kühn · mannhaft · mit Todesverachtung (auch iron.) · mutig · tapfer · unerschrocken  ●  heldisch geh., emphatisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›heldenmütig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heldenmütig‹.

Zitationshilfe
„heldenmütig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heldenm%C3%BCtig>.

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