herablassen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghe-rab-las-sen · her-ab-las-sen
Wortzerlegungherab-lassen
Wortbildung mit ›herablassen‹ als Erstglied: ↗Herablassung  ·  mit ›herablassen‹ als Grundform: ↗herablassend
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., sich von oben nach unten lassen
Beispiele:
die Bauarbeiter lassen die Eimer an einer Kette herab
eine Zugbrücke herablassen
den Vorhang, die Jalousie herablassen
der Verfolgte hat sich an einem Seil, an der Dachrinne herabgelassen
zwei Weiber ... die angesichts der Fremden eilfertig ihren Schleier herabließen [WerfelMusa Dagh560]
Die beiden Carabinieri ließen sich von ihren Pferden herab (= stiegen ab) [H. Mann3,14]
2.
spöttisch sich zu etw. herablassensich gnädig zu etw. bereitfinden
Beispiele:
endlich hat er sich (dazu) herabgelassen, mir meine Arbeit zu erläutern
während mein Herr und König sich gerne herabließ, ihnen [den Hinrichtungen] ... vorzustehen [C. F. Meyer4,40]
sich zu jmdm. herablassenleutselig, gönnerhaft gegen jmdn. sein
Beispiel:
Er [der Meister] tat sehr vornehm, als wär's eine Gnade, wenn er sich zu uns herabließe [LöscherAlles Getrennte170]
oft im Part. Präs.
herablassendleutselig, gönnerhaft
Beispiele:
herablassend lächeln, für einen Gruß danken
jmdn. herablassend behandeln, grüßen
zu jmdm., gegen jmdn. herablassend sein
der Chef sprach in herablassendem Ton mit seinen Untergebenen
[die Göttin] lächelte mit herablassender Hoheit und reichte mir den Apfel [HagelstangeSpielball44]

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Güte haben (und / zu) · ↗(sich) bereitfinden · (sich) erbarmen (und / zu) · (sich) herablassen · ↗(sich) herbeilassen · die Freundlichkeit besitzen (und / zu) · so freundlich sein (und / zu) · so freundlich sein (zu) · so gnädig sein (zu) · so lieb sein (und)  ●  ↗geruhen  veraltet · (sich) bemüßigt fühlen  geh. · (sich) bemüßigt sehen  geh. · belieben zu  geh., veraltet
Assoziationen
  • (sich) gefallen (in seiner Rolle) als (...) · (sich) gefallen in · kokettieren mit
  • (etwas) für gut befinden · (ganz) begeistert sein von · ↗(jemandem) belieben · (sich) begeistern für · eine Vorliebe haben für · gerne mögen · ↗mögen  ●  ↗(sich) loben  geh. · abfahren auf  ugs. · ich lobe mir  geh. · ↗liken  ugs., engl. · stehen auf  ugs.
  • (sich) aufmachen (und) · ↗(sich) aufraffen · (sich) bemühen (um) · (sich) durchringen (zu) · ↗(sich) überwinden  ●  (den) inneren Schweinehund überwinden (und)  ugs. · ↗(sich) aufrappeln  ugs. · ↗(sich) bequemen  ugs. · ↗(sich) hochrappeln  ugs. · den Arsch hochkriegen  derb, fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Bettlaken Dach Decke Erde Faden Fenster Haar Herr Himmel Hubschrauber Jalousie Kran Kronleuchter Mikrofon Niederung Niveau Rolladen Rollo Sarg Schnürboden Seil Stock Transparent Vorhang Zugbrücke dazu gnädig hochziehen lassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herablassen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieses alte Ritual wirkt bei vielen anderen Priestern heute herablassend.
Die Zeit, 12.12.2011, Nr. 50
Damals ließ sich die Diva nur zu bereitwillig herab, dem Ruf seiner Fans doch noch Folge zu leisten.
Die Welt, 07.02.2003
Als der Zug ausfuhr, ließ sie schnell noch die Scheibe herab.
Kolb, Annette: Die Schaukel, Frankfurt a. M.: Fischer 1960 [1934], S. 72
Aber dann hatte er sich doch dazu herabgelassen, an ihrem Tisch Platz zu nehmen.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 88
Die meisten Leute drüben kannst du echt vergessen ", sagte er herablassend.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 223
Zitationshilfe
„herablassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/herablassen>, abgerufen am 23.03.2019.

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