heraufbeschwören

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung he-rauf-be-schwö-ren · her-auf-be-schwö-ren
Wortzerlegung herauf- beschwören
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. Vergangenes eindringlich, mahnend erstehen lassen, in die Erinnerung, ins Bewusstsein rufen
Beispiele:
die Vergangenheit, seine Jugendzeit mit bewegten Worten heraufbeschwören
der Redner hat die Schrecken des Krieges warnend nochmals heraufbeschworen
ich brauchte nicht länger zu versuchen, Situationen und Ereignisse heraufzubeschwören, an denen Wolfgang … beteiligt war [ JensMann139]
2.
etw. Unangenehmes verursachen, hervorrufen
Beispiele:
eine Gefahr, Krise, einen Streit, (ein) Unheil heraufbeschwören
diese Maßnahme hat eine ernste Lage, gespannte Atmosphäre heraufbeschworen
durch die Grenzstreitigkeiten kann ein Krieg, bewaffneter Konflikt heraufbeschworen werden
Ich werde ihn entführen, ich werde einen Skandal heraufbeschwören! [ MusilMann941]

Thesaurus

Synonymgruppe
anzetteln · eine Lawine (von ...) lostreten · entfachen · lostreten · provozieren · vom Zaun brechen  ●  heraufbeschwören  negativ
Oberbegriffe
Assoziationen
  • anrichten  negativ · anstellen  negativ · verbrechen  ironisch, negativ · (sich etwas) leisten  ugs. · ausfressen  ugs., Hauptform, negativ
  • (etwas) veranlasst haben · (seine) Finger im Spiel haben · (wahrer) Urheber (sein) · hinter etwas stecken
  • (etwas) im Schilde führen  ugs. · ausbrüten  ugs., fig. · aushecken  ugs. · ausklamüsern  ugs. · ausknobeln  ugs.
  • (einen) Shitstorm auslösen · (einen) Skandal heraufbeschwören  ●  (mächtig) Staub aufwirbeln  fig. · in ein Wespennest stechen  fig.
  • (ein) heißes Eisen anfassen  fig. · (einen) Nerv treffen  fig. · (einen) wunden Punkt berühren  fig. · alte Wunden aufreißen  fig. · den Finger in die Wunde legen  fig., variabel · in ein Wespennest stechen  fig.
  • (es) abgesehen haben auf · (etwas) provozieren · (etwas) wollen · aus sein auf · suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›heraufbeschwören‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heraufbeschwören‹.

Verwendungsbeispiele für ›heraufbeschwören‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er pflegte sie offenbar nur bei den von ihm heraufbeschworenen Prozessen abzulegen. [Die Zeit, 15.07.1994, Nr. 29]
Damit beschwor er Kämpfe von fast 100jähriger Dauer in der schottischen Kirche herauf. [Rycroft, W. St.: Presbyterianer. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 26913]
Man sei nicht bereit, den Gegnern der Freiheit wieder die Freiheit zu gewähren, die diese dazu ausnützen, erneut ein Chaos heraufzubeschwören. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1951]]
Mit ihrem Handeln beschwor die Deutsche Bank ein systemisches Risiko herauf, das im Bankrott vieler Banken enden kann. [Die Zeit, 23.05.2006, Nr. 22]
Es ist die Fülle der in den achtziger Jahren anstehenden wirtschaftpolitischen Probleme, die es nicht mehr erlaubt, wirtschaftspolitische Risiken heraufzubeschwören. [Die Zeit, 24.10.1980, Nr. 44]
Zitationshilfe
„heraufbeschwören“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heraufbeschw%C3%B6ren>.

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