heraufziehen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghe-rauf-zie-hen · her-auf-zie-hen (computergeneriert)
Wortzerlegungherauf-ziehen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. von (dort) unten nach (hier) oben ziehen
Beispiele:
einen Eimer am Seil heraufziehen
der Bergsteiger zog seine Kameraden (zu sich) herauf
erstaunt die Augenbrauen heraufziehen (= hochziehen)
Dann hatte man ihm die Hose wieder heraufgezogen [JahnnHolzschiff130]
2.
gehoben sich nähern, heranziehen
Beispiele:
der Abend zieht herauf
ein schöner Morgen zieht herauf (= bricht an)
ein heraufziehendes (= nahendes) Gewitter
Der Tag, der nun immer mehr heraufzog, war klar und mächtig [DürrenmattRichter131]
übertragen
Beispiel:
einer heraufziehenden Gefahr begegnen

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf jemanden) zukommen · ↗(sich) abzeichnen · ↗(sich) anbahnen · ↗(sich) andeuten · ↗(sich) ankündigen · abzusehen sein · aussehen nach · ↗drohen · erwarten lassen · ↗herannahen · ↗heranrücken · ↗heranziehen · heraufziehen · im Anzug sein · im Verzug sein · in der Luft liegen · ins Haus stehen · knistern im Gebälk (es) · ↗nahen · näher rücken · seine Schatten vorauswerfen · zu erwarten stehen  ●  im Anmarsch sein  fig. · (die) Zeichen stehen auf (...)  geh., variabel · (etwas) ist im Busch  ugs., fig. · ↗heraufdämmern  geh.
Assoziationen
  • (bedrohlich) nahen · ↗(jemandem) blühen · ↗(sich) zusammenbrauen · ↗drohen · ↗lauern · nichts Gutes erwarten lassen · nichts Gutes verheißen · zu befürchten sein  ●  (da) kommt (noch) was auf uns zu  ugs. · (die) Einschläge kommen näher  ugs., fig., Spruch · ↗dräuen (lit., poet.)  geh. · zu befürchten stehen  geh.
  • heraufziehend · im Anmarsch · im Kommen · kommend · zu erwartend  ●  ↗ante portas  geh., scherzhaft, lat.
  • (etwas) vor sich haben · (jemandem) ins Haus stehen · (sich) zubewegen (auf) · vor jemandem liegen
  • (und) das war erst der Anfang! · das war noch längst nicht alles  ●  da kommt (noch) was auf dich zu (warnend)  ugs., Spruch · da kommt noch was auf uns zu (warnend)  ugs., Spruch
  • (düster) dräuend (pseudoliterarisch) · ↗bedrohlich · beklemmend · ↗beunruhigend · drohend · ↗düster · ↗finster · nichts Gutes ahnen lassen(d) · ↗unheildrohend · ↗unheilschwanger · ↗unheilvoll · ↗unheimlich  ●  creepy  engl.
  • bald ist (...) · nicht mehr lange auf sich warten lassen · nur noch kurze Zeit, dann · unmittelbar bevorstehen  ●  vor der Tür(e) stehen  fig.
  • (sich) nähern · ↗heranrücken · heraufziehen · ↗näherkommen · ↗näherrücken  ●  ↗herannahen  geh. · ↗nahen  geh., literarisch
  • Das musste ja so kommen.  ●  Als wenn ich es geahnt hätte (...)  ugs. · Also doch!  ugs. · Das war ja (von vornherein) klar (...)  ugs. · Hab ich's nicht gleich gesagt?  ugs. · Ich hab's gewusst.  ugs. · Ich wusste es.  ugs. · Ich wusste, dass es so kommen würde.  ugs. · Wusst(e) ich's doch!  ugs. · das hab(e) ich (ja) kommen sehen  ugs. · ich hab(e) es ja gleich gesagt  ugs. · kein Wunder (dass ...)  ugs.
  • (auf jemanden) zukommen · ↗(das) Schicksal hält (...) (für jemanden) bereit · ↗(jemandem) bevorstehen · ↗(jemandem) drohen · ↗(jemanden) erwarten · zu erwarten haben  ●  ↗(jemandem) blühen  ugs.
  • Ruhe vor dem Sturm · trügerische Ruhe
  • abzusehen sein · kommen wie es kommen muss · nicht anders sein können (es) · vorherzusehen sein · wie konnte es anders sein  ●  (einfach / ja) so kommen müssen  ugs.
  • angegangen werden müssen · ↗anliegen · ↗anstehen  ●  zu tun sein  ugs.
  • (sich) zusammenbrauen  fig. · ↗(weiter) schwelen  fig. · ↗brodeln  fig. · ↗gären  fig. · ↗schwären  fig.
  • an den Tag kommen · ↗erscheinen · sichtbar werden · zu Tage treten · zum Vorschein kommen · zutage treten  ●  ans Licht kommen  fig. · ans Tageslicht kommen  fig. · ↗emergieren  geh.
  • (etwas) ist im Busch  fig. · (etwas) liegt in der Luft  fig. · etwas kommt auf jemanden zu  fig.
  • es kriselt (bei) · schwere Zeiten vor sich haben · schweren Zeiten entgegensehen
  • (es) wird eng (für) · (jemandem) steht eine Menge Ärger bevor · (jemandem) steht Ärger ins Haus  ●  (die) Zeichen stehen auf Sturm  Redensart, fig. · (es) raucht im Karton  ugs., fig., Spruch · (etwas) sieht nach einer Menge Ärger aus  ugs. · Panhas am Schwenkmast  ugs., ruhrdt., Spruch
  • im Schwange sein · in der Luft liegen · unmittelbar bevorstehen
  • es kommen schwierige Zeiten (für)  ●  (sich) warm anziehen (können / müssen / sollen)  fig. · es knistert im Gebälk (des / der)  fig. · (sich) auf etwas gefasst machen (können / müssen / sollen)  ugs.
Synonymgruppe
(sich) nähern · ↗heranrücken · heraufziehen · ↗näherkommen · ↗näherrücken  ●  ↗herannahen  geh. · ↗nahen  geh., literarisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dämmerung Gefahr Gewitter Gewitterwolke Himmel Horizont Katastrophe Konflikt Krise Meer Morgen Nacht Nebelschwaden Osten Sturm Tiefe Unheil Unwetter Wahlkampf Wolke Zeitalter da drohend langsam schon ziehen Ära

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heraufziehen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Stein zufolge zieht die Ära des interaktiven digitalen TV herauf.
Süddeutsche Zeitung, 12.07.1999
Ende der siebziger Jahre sieht er eine "kolossale Inflation" heraufziehen.
Die Zeit, 13.02.1998, Nr. 8
Ev griff danach, und er zog sie zu sich herauf, mit einem Ruck und mit einer Hand.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 21
Er sieht in diesen Jahren der Entscheidung eine Konfrontation zweier großer Lager heraufziehen.
Schwarz, Hans-Peter: Anmerkungen zu Adenauer, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005 [2004], S. 58
Diese Risiken zogen mit dem Beginn der Geschlechtsreife drohend herauf.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 997
Zitationshilfe
„heraufziehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heraufziehen>, abgerufen am 23.09.2019.

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