herausplatzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghe-raus-plat-zen · her-aus-plat-zen
Wortzerlegungheraus-platzen1
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
plötzlich laut loslachen
Beispiele:
ich musste mich sehr zusammennehmen, um nicht (laut) herauszuplatzen
Hatte ich bisher mit Mühe das Lachen unterdrückt, länger war es unmöglich, ich platzte heraus [MörikeMozart3,263]
2.
(mit etw.) herausplatzenetw. spontan äußern
Beispiele:
mit einer Frage, Antwort, einem Vorschlag herausplatzen
Er platzte heraus: »Ich habe eine wichtige Nachricht für Sie.« [BrochEsch130]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platzen · zerplatzen · herausplatzen · Platzregen · Platzpatrone · Platze
platzen Vb. ‘mit großem Knall zerspringen, durch übermäßigen Druck von innen auseinandergerissen werden, bersten’ (um 1600), (vor Lachen, Ärger, Neugier, Zorn) ‘außer sich geraten’ (Anfang 18. Jh.), ‘aus allen Nähten gehen’ (Ende 19. Jh.), ‘ein plötzliches Ende nehmen, scheitern’ (Anfang 20. Jh.). Mhd. blatzen, platzen ‘klatschend aufschlagen, geräuschvoll auffallen, schlagen, hastig stürzen, fallen’ gehört zu mhd. blaz, plaz ‘platschender Schlag’, einer lautmalenden Bildung wie ↗plätschern (s. d.). zerplatzen Vb. ‘auseinanderbersten’ (Ende 16. Jh.); herausplatzen Vb. ‘plötzlich herausbrechen’, übertragen ‘mit Ungeduld eine Neuigkeit erzählen, losprusten’ (Mitte 18. Jh.). Platzregen m. ‘plötzlich in großen Tropfen niederprasselnder Regen’ (Ende 15. Jh.). Platzpatrone f. ‘nur Pulver (in Holz oder Papier), kein Geschoß enthaltende, daher nur knallende Patrone’ (19. Jh.). Platze f. in umgangssprachlichen Wendungen wie die Platze kriegen, sich die Platze ärgern, junge Rückbildung (1. Hälfte 20. Jh.) zu platzen ‘außer sich geraten’ (vor Ärger, Zorn).

Thesaurus

Synonymgruppe
herausplatzen · ↗losplatzen
Synonymgruppe
(einfach) sagen müssen  ●  (aus jemandem) herausplatzen  ugs. · ↗(jemandem) entfahren  geh. · (sich etwas) nicht verkneifen (können)  ugs.
Assoziationen
  • (etwas) jedem erzählen, egal ob er es hören will oder nicht · (etwas) offen aussprechen · mit etwas hausieren gehen · offen seine Meinung sagen  ●  aus seinem Herzen keine Mördergrube machen  ugs. · das Herz auf der Zunge tragen  ugs. · etwas hinausposaunen  ugs. · mit etwas nicht hinter dem Berg halten  ugs. · reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist  ugs.
  • (etwas) klar aussprechen · (ganz) offen sein · (jemandem) nichts vormachen · (mit etwas) nicht hinterm Berg halten · (mit jemandem) Fraktur reden · (sich) unmissverständlich ausdrücken · auf den Punkt bringen · auf den Punkt kommen · deutlich werden · deutliche Worte finden · deutlicher werden · klare Worte finden · offen reden · offen und ehrlich seine Meinung sagen · unbeschönigt seine Meinung äußern · unverblümt benennen  ●  die Karten offen auf den Tisch legen  fig. · kein Blatt vor den Mund nehmen  fig. · offen aussprechen  Hauptform · (eine) klare Ansage (machen)  ugs. · (etwas) auf gut Deutsch sagen  ugs. · ↗Klartext (reden)  ugs. · Klartext reden  ugs. · Tacheles reden  ugs. · aus seinem Herzen keine Mördergrube machen  ugs. · das Kind beim Namen nennen  ugs. · nicht (lange) um den heißen Brei herumreden  ugs. · nicht drumherum reden  ugs. · reinen Wein einschenken  ugs., fig. · zur Sache kommen  ugs.
  • (jemandem etwas) ins Gesicht (sagen) · ↗direkt · in aller Offenheit · ↗offen · ↗schonungslos · unbeschönigt · ↗unumwunden · ↗unverblümt · ↗unverhohlen  ●  ↗schlankweg  ugs.
  • ausplaudern · ↗herumerzählen · ↗herumtragen · in Umlauf bringen · unter die Leute bringen · ↗weitererzählen · ↗weitergeben · ↗weitersagen · ↗weitertragen  ●  (... wem / wen / wer ...) alles ...  ugs., variabel · herumtratschen  ugs. · nicht für sich behalten (können)  ugs. · ↗verraten  ugs.
  • (sich) zu der Bemerkung hinreißen lassen (dass) · ↗(ungewollt oder versehentlich) ausplaudern  ●  in ein Wespennest stechen  fig. · ↗(jemandem) entfahren  geh. · ↗(jemandem) herausrutschen  ugs. · ↗(jemandem) herausschlüpfen  ugs. · (sich) den Mund verbrennen  ugs., fig. · ↗(sich) vergaloppieren  ugs., fig. · ↗(sich) verplappern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Freude Lachen Nachricht da dann endlich es förmlich gleich irgendwann laut platzen plötzlich sofort

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herausplatzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele protzen munter «, platzte es in einer Diskussion aus ihm heraus.
Die Zeit, 19.07.2010, Nr. 29
Der englische Trainer druckste kurz herum, dann platzte er heraus.
Der Tagesspiegel, 26.09.2001
Nachdem wir nun - wir standen beide in jugendlichem Alter - eine Zeitlang vergebens versucht hatten, uns das Lachen zu verbeißen, platzten wir schließlich heraus.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Er wird intim und - platzt dann gemeinsam mit ihm heraus.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 176
Er sei nicht gewillt, platzte er dann heraus, solche Anzüglichkeiten hinzunehmen.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 427
Zitationshilfe
„herausplatzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/herausplatzen>, abgerufen am 19.12.2018.

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