herausplatzen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung he-raus-plat-zen · her-aus-plat-zen
Wortzerlegung  heraus- platzen1

Bedeutungsübersicht+

  1. [umgangssprachlich] ...
    1. 1. plötzlich laut loslachen
    2. 2. ⟨(mit etw.) herausplatzen⟩ etw. spontan äußern
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
plötzlich laut loslachen
Beispiele:
ich musste mich sehr zusammennehmen, um nicht (laut) herauszuplatzen
Hatte ich bisher mit Mühe das Lachen unterdrückt, länger war es unmöglich, ich platzte heraus [ MörikeMozart3,263]
2.
(mit etw.) herausplatzenetw. spontan äußern
Beispiele:
mit einer Frage, Antwort, einem Vorschlag herausplatzen
Er platzte heraus: »Ich habe eine wichtige Nachricht für Sie.« [ BrochEsch130]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platzen · zerplatzen · herausplatzen · Platzregen · Platzpatrone · Platze
platzen Vb. ‘mit großem Knall zerspringen, durch übermäßigen Druck von innen auseinandergerissen werden, bersten’ (um 1600), (vor Lachen, Ärger, Neugier, Zorn) ‘außer sich geraten’ (Anfang 18. Jh.), ‘aus allen Nähten gehen’ (Ende 19. Jh.), ‘ein plötzliches Ende nehmen, scheitern’ (Anfang 20. Jh.). Mhd. blatzen, platzen ‘klatschend aufschlagen, geräuschvoll auffallen, schlagen, hastig stürzen, fallen’ gehört zu mhd. blaz, plaz ‘platschender Schlag’, einer lautmalenden Bildung wie plätschern (s. d.). zerplatzen Vb. ‘auseinanderbersten’ (Ende 16. Jh.); herausplatzen Vb. ‘plötzlich herausbrechen’, übertragen ‘mit Ungeduld eine Neuigkeit erzählen, losprusten’ (Mitte 18. Jh.). Platzregen m. ‘plötzlich in großen Tropfen niederprasselnder Regen’ (Ende 15. Jh.). Platzpatrone f. ‘nur Pulver (in Holz oder Papier), kein Geschoß enthaltende, daher nur knallende Patrone’ (19. Jh.). Platze f. in umgangssprachlichen Wendungen wie die Platze kriegen, sich die Platze ärgern, junge Rückbildung (1. Hälfte 20. Jh.) zu platzen ‘außer sich geraten’ (vor Ärger, Zorn).

Thesaurus

Synonymgruppe
herausplatzen · losplatzen
Synonymgruppe
(einfach) sagen müssen  ●  (jemandem) entfahren  geh. · (sich etwas) nicht verkneifen (können)  ugs. · herausplatzen (mit)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(aus jemandem) herausplatzen (es; Gefühl; Verborgenes) · (aus jemandem) hervorbrechen (es; Gefühl; Verborgenes) · nicht zurückgehalten werden können · nicht zurückhalten können

Typische Verbindungen zu ›herausplatzen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herausplatzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›herausplatzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele protzen munter «, platzte es in einer Diskussion aus ihm heraus.
Die Zeit, 19.07.2010, Nr. 29
Der englische Trainer druckste kurz herum, dann platzte er heraus.
Der Tagesspiegel, 26.09.2001
Nachdem wir nun - wir standen beide in jugendlichem Alter - eine Zeitlang vergebens versucht hatten, uns das Lachen zu verbeißen, platzten wir schließlich heraus.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Er wird intim und - platzt dann gemeinsam mit ihm heraus.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 176
Er sei nicht gewillt, platzte er dann heraus, solche Anzüglichkeiten hinzunehmen.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 427
Zitationshilfe
„herausplatzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/herausplatzen>, abgerufen am 19.01.2022.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
herauspicken
herauspauken
herausoperieren
herausnehmen
herausnehmbar
herauspolken
herauspraktizieren
herauspräparieren
herauspressen
herausprügeln