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herrschaftlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungherr-schaft-lich
WortzerlegungHerrschaft-lich
Wortbildung mit ›herrschaftlich‹ als Letztglied: ↗hochherrschaftlich
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltend einer Herrschaft gehörend
entsprechend der Bedeutung von Herrschaft (Lesart 3)
Beispiele:
ein herrschaftlicher Besitz, Park, herrschaftliches Schloss
der herrschaftliche Kutscher, Diener
alles Gute, was in der herrschaftlichen Küche abfiel [ZuchardtSpießrutenlauf100]
elegant
Beispiele:
eine herrschaftliche Wohnung, Villa
das Haus machte einen behaglich herrschaftlichen Eindruck [HesseGertrud2,158]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Herrschaft · herrschaftlich
Herrschaft f. ‘Machtausübung, Regierung, Machtbereich, Gebiet, Besitz, Macht ausübende Person(en)’, ahd. hērscaf, -scaft ‘Hoheit, Würde, ehrenvolles Amt, Obrigkeit’ (9. Jh.), mhd. hērschaft ‘Herrenwürde, -macht, Hoheit, Herrlichkeit, Stolz, Recht und Besitz eines Herrn, Amt, vornehme Gesellschaft, Obrigkeit’, asächs. hērskepi, mnd. hērschop, mnl. heerscap, nl. heerschap ist mit dem unter ↗-schaft (s. d.) behandelten Suffix von dem unter ↗hehr (s. d.) dargestellten Adjektiv abgeleitet. Bereits in mhd. Zeit erfolgt inhaltliche Anlehnung an ↗Herr (s. d.) und nachfolgend auch Schreibung mit rr (Herrschaft, Luther). Die Bedeutung wird von ‘Würde’ zu ‘Regierung, Gewalt- und Machtausübung eines Herrn’ verschoben; vgl. ‘Inhaber der Macht, Besitzer, vornehme Person’ (14. Jh.), ‘Regierungs-, Machtbereich, -bezirk’ (Anfang 15. Jh.). Dazu herrschaftlich Adj. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
adelig · ↗adlig · herrschaftlich · ↗hochherrschaftlich · vom Vornehmsten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altbau Altbaute Ambiente Anwesen Attitüde Auffahrt Aufgang Diener Domizil Finca Gebaren Gemach Gutshaus Gutshof Kutsche Landgut Landhaus Landsitz Palais Palazzo Pose Repräsentation Residenz Salon Stadtvilla Villa Wohnhaus Wohnsitz ehemals genossenschaftlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herrschaftlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nein, sie hatten sich herrschaftlich eingerichtet am Ort ihrer täglichen Arbeit.
Der Tagesspiegel, 14.12.1996
Nicht alle sind zu besichtigen, in einigen kann man aber herrschaftlich speisen.
Süddeutsche Zeitung, 14.11.1995
Diese bedeuteten natürlich praktisch sehr weitgehende herrschaftliche Rechte über die Bauern.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 308
Es war germanisch und römisch, laienhaft und klerikal, unschriftlich und buchgläubig, herrschaftlich und frei.
Heimpel, Hermann: Über die Epochen der mittelalterlichen Geschichte. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1947], S. 57
Jetzt, in dieser Abgeschiedenheit seines herrschaftlichen Besitzes, mußte er fast darüber lächeln.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 378
Zitationshilfe
„herrschaftlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/herrschaftlich>, abgerufen am 26.04.2019.

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