heruntergekommen

Grammatik partizipiales Adjektiv
Worttrennung he-run-ter-ge-kom-men · her-un-ter-ge-kom-men
Grundform herunterkommen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
in einem gesundheitlich, moralisch, wirtschaftlich o. ä. schlechten Zustand
b)
in äußerlich schlechtem Zustand; verwahrlost

Thesaurus

Synonymgruppe
billig · ↗fade · ↗geschmacklos · heruntergekommen
Synonymgruppe
Mitleid erregend · ↗arm · armer Kerl · ↗armselig · ↗beklagenswert · ↗bemitleidenswert · ↗erbärmlich · heruntergekommen · ↗hoffnungslos · ↗jammervoll · ↗jämmerlich · ↗kläglich · traurige Gestalt · ↗unglücklich · zu bedauern (sein)  ●  armer Tropf  veraltend · ↗bedauernswert  Hauptform · arm dran  ugs., ruhrdt. · ↗arme Sau  derb · ↗armer Teufel  ugs. · ↗armes Schwein  ugs. · ↗bejammernswert  fachspr. · ↗erbarmungswürdig  geh. · letztklassig  ugs., österr. · ↗miserabel  geh.
Assoziationen
  • (armer) Wicht · ↗Hanswurst · Lachplatte · ↗Witzblattfigur · dummer August  ●  ↗Fuzzi  ugs. · ↗Komiker  ugs. · ↗Pflaumenaugust  ugs. · ↗Schießbudenfigur  ugs. · ↗Witzfigur  ugs., Hauptform · ↗Wurst  ugs.
  • abgehalftert · ↗abgerissen · ↗abgetakelt · abgewirtschaftet · am Ende · ↗desolat · in einem schlechten Zustand · ↗marode · ↗mies · ruiniert · ↗schäbig · ↗ungepflegt · verdorben · ↗verkommen · verlottert · verludert · verlumpt · ↗verschlissen · ↗verwahrlost · verwildert · zerfasert · zerfleddert · ↗zerlumpt · zerschlissen  ●  (äußerlich) heruntergekommen  Hauptform · (herumlaufen) wie ein Penner  derb, abwertend · ↗abgefuckt  derb, jugendsprachlich · abgeranzt  ugs. · ↗abgerockt  ugs., salopp · abgewrackt  ugs. · auf den Hund gekommen  ugs. · ↗gammelig  ugs. · muchtig  ugs., berlinerisch · vergammelt  ugs.
  • (schon) bessere Tage gesehen haben · abgewirtschaftet · an den Bettelstab gekommen · arm geworden · auf den Hund gekommen · heruntergekommen · ruiniert · verarmt · verelendet  ●  in Armut abgesunken  geh. · in Armut gesunken  geh. · prekarisiert  fachspr., Jargon
  • (sich) nicht wehren können · nichts ausrichten können (gegen)  ●  über den Tisch gezogen werden  ugs., fig.
  • Nichtskönner · ↗Verlierer(typ) · ↗armer Wicht  ●  ↗Versager  Hauptform · ↗(armes) Würstchen  ugs. · ↗Blindgänger  ugs. · ↗Flasche  ugs. · ↗Graupe  ugs. · ↗Heini  ugs., ruhrdt., veraltend · ↗Krücke  ugs. · Lellek  ugs., ruhrdt., veraltend, polnisch · Lohle  ugs., schwäbisch · ↗Loser  ugs., engl. · ↗Lulli  ugs. · ↗Lusche  ugs. · Luschi  ugs. · ↗Niete  ugs. · ↗Null  ugs. · ↗Nullnummer  ugs., fig. · ↗Nulpe  ugs. · ↗Opfer (jugendspr.)  ugs. · ↗Pfeife  ugs. · Pfeifenheini  ugs., regional · ↗Schwachmat  ugs. · ↗Waserl  ugs., wienerisch · ↗Wurst  ugs.
  • (etwas ist) kein Zuckerschlecken (für) · (vom Schicksal) (schwer) gebeutelt werden · eine schwere Zeit durchmachen · einiges einstecken (müssen) · schwer zu kämpfen haben  ●  (einige) Nackenschläge einstecken (müssen)  variabel, fig.
  • Unglücksmensch  ●  Pechmarie  weibl. · ↗Pechvogel  ugs., Hauptform · ↗Schlemihl  geh. · ↗Unglücksrabe  ugs. · ↗Unglücksvogel  ugs.
Synonymgruppe
abbruchreif · auf Abbruch stehen · ↗baufällig · heruntergekommen · in einem erbarmungswürdigen Zustand · ↗marode · ↗sanierungsbedürftig · ↗unbewohnbar
Assoziationen
  • menschenunwürdig · ↗unmenschlich
  • aufgelassen · dem Verfall preisgegeben · in einem desolaten Zustand · nicht unterhalten (worden) · ↗verwahrlost (Haus, Anwesen) · verwildert · zu (...) verkommen
  • (ein) Bild des Jammers (bieten) · in einem beklagenswerten Zustand · in keinem guten Zustand  ●  (einfach nur) schrecklich aussehen  ugs., emotional
  • Schrottimmobilie · heruntergekommenes Haus
  • Loch · armselige Behausung · baufälliges Haus  ●  ↗Bruchbude  abwertend, Hauptform
  • (völlig) kaputt · ↗entzwei · ↗marode · nicht mehr zu gebrauchen · ↗unbrauchbar · vernichtet · zerbrochen · ↗zermahlen · zermalmt · zerstört · zertrümmert  ●  ↗diffrakt  lat. · aus dem Leim gegangen  ugs. · ↗auseinander  ugs. · geschrottet  ugs. · ↗hin  ugs. · ↗hinüber  ugs. · im Arsch  derb · im Eimer  ugs. · ↗irreparabel  geh. · reif für den Sperrmüll  ugs. · reif für die Tonne  ugs. · ↗rott  ugs., regional · schrottig  ugs. · völlig hinüber  ugs. · zu nichts mehr zu gebrauchen  ugs. · ↗zuschanden  geh., veraltend
Synonymgruppe
abgehalftert · ↗abgerissen · ↗abgetakelt · abgewirtschaftet · am Ende · ↗desolat · in einem schlechten Zustand · ↗marode · ↗mies · ruiniert · ↗schäbig · ↗ungepflegt · verdorben · ↗verkommen · verlottert · verludert · verlumpt · ↗verschlissen · ↗verwahrlost · verwildert · zerfasert · zerfleddert · ↗zerlumpt · zerschlissen  ●  (äußerlich) heruntergekommen  Hauptform · (herumlaufen) wie ein Penner  derb, abwertend · ↗abgefuckt  derb, jugendsprachlich · abgeranzt  ugs. · ↗abgerockt  ugs., salopp · abgewrackt  ugs. · auf den Hund gekommen  ugs. · ↗gammelig  ugs. · muchtig  ugs., berlinerisch · vergammelt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(schon) bessere Tage gesehen haben · abgewirtschaftet · an den Bettelstab gekommen · arm geworden · auf den Hund gekommen · heruntergekommen · ruiniert · verarmt · verelendet  ●  in Armut abgesunken  geh. · in Armut gesunken  geh. · prekarisiert  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) zersetzen · auseinander bröckeln · heruntergekommen · ↗renovierungsbedürftig · rissig werden · ↗verfallen · ↗zerfallen  ●  aus den Fugen geraten  ugs.

Typische Verbindungen zu ›heruntergekommen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›heruntergekommen‹.

Verwendungsbeispiele für ›heruntergekommen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Menschlich wie grammatisch noch interessanter als die niedergelassenen sind heruntergekommene Ärzte.
Süddeutsche Zeitung, 31.03.2001
Das Haus war völlig heruntergekommen, seit Jahrzehnten hatte niemand mehr etwas daran gemacht.
Die Zeit, 09.03.1984, Nr. 11
Ich darf aber hervorheben, daß die deutschen Männer damals durch die herrschende Not körperlich unerhört heruntergekommen waren.
o. A.: Zweihundertdritter Tag. Mittwoch, 14. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 553
Sein heruntergekommenes langes Haar wollte er à la Paul McCartney in Form gebracht haben.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 279
Ich bin nicht von der Schreibstube heruntergekommen, aber wenn die Arbeit erst wieder rollt, wird es auch wieder anders werden.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 05.09.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„heruntergekommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/heruntergekommen>, abgerufen am 02.03.2021.

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