herunterreißen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghe-run-ter-rei-ßen · her-un-ter-rei-ßen
Wortzerlegungherunter-reißen1
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. nach unten reißen
Beispiele:
ein Glas, die Flasche mit dem Arm, vom Tisch, aus Versehen, beim Aufstehen herunterreißen
das Kind hat die Gardine heruntergerissen
sich [Dativ] die Kleider herunterreißen (= sich hastig ausziehen)
bildlich
Beispiel:
gehobenjmdm. die Maske herunterreißen (= jmdn. entlarven)
2.
salopp etw. abnutzen, verschleißen
Beispiele:
der Junge hat die Jacke schon wieder heruntergerissen
seine Schuhe sind sehr heruntergerissen
3.
Synonym zu heruntermachen (1)
Beispiele:
einen Autor, den Schauspieler in aller Öffentlichkeit herunterreißen
daß ich seit vier Jahren Ihre Bilder in meinen Kritiken herunterreiße [Suderm.SodomI 3]
4.
salopp ein bestimmtes, vorgeschriebenes Pensum (lustlos) bewältigen
Beispiele:
dieses neue Flugzeug reißt die Fernstrecken in wenigen Stunden herunter
Er ... ist wieder der junge Ofenmaurer, der seine Schicht in der Hütte herunterreißt [StrittmatterTinko375]
Ich habe meine zwei Jahre [beim Militär] heruntergerissen (= abgeleistet) [KirstNull-Acht Fünfzehn303]

Typische Verbindungen zu ›herunterreißen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herunterreißen‹.

Verwendungsbeispiele für ›herunterreißen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann riss er, welche Überraschung, die 7 herunter und eine 8 wurde sichtbar.
Süddeutsche Zeitung, 16.09.2002
Der verdammte Sturm riß dir dabei fast den Hut herunter.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 66
Die Haut reißen sie sich herunter, so nackt sind sie da.
Tucholsky, Kurt: Traktat über den Hund, sowie über Lerm und Geräusch. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1927], S. 9076
Sie rissen die Sparren herunter und ließen die Glut in sich ersterben.
Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 285
Ein paar Bogen, die der Wind nicht heruntergerissen hatte, knisterten unter seinem Rücken.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 228
Zitationshilfe
„herunterreißen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/herunterrei%C3%9Fen>, abgerufen am 07.04.2020.

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