hervordrängen

GrammatikVerb · drängt hervor, drängte hervor, hat hervorgedrängt
Worttrennungher-vor-drän-gen
Wortzerlegunghervor-drängen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨etw. drängt hervor⟩, ⟨etw. drängt sich hervor⟩ aus dem Hintergrund, aus Verborgenem nach vorn (zum Sprechenden) drängen
  2. 2. ⟨etw. drängt hervor⟩ drängend nach außen, oben o. ä. stoßen
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
etw. drängt hervor, etw. drängt sich hervoraus dem Hintergrund, aus Verborgenem nach vorn (zum Sprechenden) drängen (3)
Beispiele:
Daša Drndić […] will bloß erinnern, und so entsteht eine zurückhaltende Poetik der Dokumentation, aus deren nüchternem Ton die knappen Beschreibungen seelischer Not umso virtuoser hervordrängen. [Die Zeit, 09.12.2015, Nr. 47]
So bleibt der Metropolen-Charakter mit internationalem Flair den Besuchern der Stadt doch verborgen, und das verpönte Image des Dörflichen drängt sich wieder hervor. [Die Welt, 17.01.2003]
Nun drängten fast alle in den letzten Jahrzehnten mühsam zurückgestauten Gewalten mit neuer Kraft hervor. [Wandruszka, Adam: Die europäische Staatenwelt im 18. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2246]
Die Chance, eine bestimmte Seite der Wahrheit, der unendlich vielgesichtigen, zu sehen, bringt es zugleich mit sich, daß eine andere Seite weniger deutlich zutage tritt; und wenn diese aus der Vergessenheit sich hervordrängt, droht die erste aus dem Blickfeld zu verschwinden. [Die Zeit, 19.03.1953, Nr. 12]
Die Intonation war nicht immer einwandfrei und der Baß drängte sich mehrfach mit etwas unedlem Klange hervor. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 01.03.1905]
2.
etw. drängt hervordrängend nach außen, oben o. ä. stoßenQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Diese Schiefstellung der Großzehe, die oft noch begleitet ist von immer wiederkehrenden Entzündungen an den Druckstellen, lässt den Zehenballen seitlich wie eine große Beule so stark hervordrängen, dass das Laufen immer mit Schmerzen verbunden ist. [Welt am Sonntag, 09.03.2008, Nr. 10]
Bei einem Vulkanausbruch drängen unvorstellbare Kräfte aus dem Erdinneren hervor, werden Glut und Asche kilometerweit in den Himmel geschleudert[…]. [Janßen, Ulrich: Die Kinder-Uni. Stuttgart u. a., 2003, (2003)]
Wer Neuland urbar gemacht hat, soll sich auch an der kräftig aufgehenden jungen Saat erfreuen, er darf aber nicht das Unkraut übersehen, das allenthalben hervordrängt. [Berliner Zeitung, 12.05.1962]

Typische Verbindungen zu ›hervordrängen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hervordrängen‹.

Zitationshilfe
„hervordrängen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hervordr%C3%A4ngen>, abgerufen am 09.04.2020.

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