herzoglich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungher-zog-lich (computergeneriert)
WortzerlegungHerzog-lich
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

einen Herzog, den Titel oder Stand eines Herzogs betreffend, zu ihm gehörend, ihm zustehend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Herzog · herzoglich · Herzogtum
Herzog m. Würde und Titel eines Angehörigen des Hochadels, eines Fürsten. Ahd. herizoho (8. Jh.), herizogo (um 1000), mhd. herzoge, asächs. heritogo, mnd. hē̌rtoch, mnl. hertōghe, nl. hertog, aengl. heretoha, heretoga, anord. (spät) hertogi, hertugi sind Zusammensetzungen aus germ. *harja- (s. ↗Heer) und *tuhan- bzw. (mit grammatischem Wechsel) *tugan-, Nomina agentis zu dem unter ↗ziehen (s. d.) behandelten Verb, die ‘Führer’ (lat. dux, Tacitus) bedeutet haben müssen. Offen bleibt die Frage, ob es sich (zumindest im Westgerm.) um eigenständige germ. Kompositionsformen handelt oder, wie E. Schröder meint, um junge Nachbildungen eines got. *harjatuga bzw. *harjataúha, das Wiedergabe von griech. stratēgós (στρατηγός) (s. ↗Stratege) oder stratēlátēs (στρατηλάτης) wäre; vgl. die Literaturangaben in der Darstellung von Kahl in: Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch., Germ. Abt. 77 (1960) 164 f., Anm. 27. Die Bedeutung ‘(gewählter) Heerführer im Kriege’ begegnet noch im Ahd.; seit karolingischer Zeit ist der Herzog zugleich der anerkannte Führer in Friedenszeiten, und die Herzöge der großen Stämme werden zu Reichsfürsten. Vgl. auch Erzherzog (15. Jh.), Großherzog (16. Jh.) herzoglich Adj. ‘einen Herzog, seinen Stand betreffend’ (17. Jh.); älter herzogisch (16. Jh.). Herzogtum n. ‘Territorium, Herrschaftsbereich, Würde eines Herzogs’, ahd. herizog(en)tuom (11. Jh.), mhd. herzogentuom.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Archiv Besitz Bibliothek Bibliothekar Familie Gnade Haus Hof Hofhaltung Hofkapelle Hoftheater Kanzlei Kapelle Kunstkammer Kunstsammlung Leibarzt Marstall Paar Palais Palast Rat Residenz Sammlung Schloß Stiftung Verwaltung ehemals

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›herzoglich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ursprünglich sollte er ausschließlich für die herzogliche Bibliothek zuständig sein.
Die Welt, 28.12.2004
Die erste museale Präsentation der herzoglichen Sammlung beschränkte sich auf vier Räume.
Süddeutsche Zeitung, 10.02.1998
Möglicherweise wollte er sich die herzoglichen Rechte von einem König des alten Hauses legitimieren lassen.
Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7203
Und dennoch zog es ihn immer wieder in die Nähe der herzoglichen Zelte.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 967
Das erste Bild führt an den herzoglichen Hof in Parma.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 605
Zitationshilfe
„herzoglich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/herzoglich>, abgerufen am 20.10.2019.

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