hinausreichen

GrammatikVerb · reicht hinaus, reichte hinaus, hat hinausgereicht
Worttrennunghi-naus-rei-chen · hin-aus-rei-chen
Wortzerlegunghinaus-reichen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmd. reicht etw. hinaus⟩ nach draußen reichen, geben
  2. 2. ⟨etw. reicht hinaus⟩ (lang genug sein und deshalb) (bis) nach draußen reichen
  3. 3. ⟨etw. reicht über etw. hinaus⟩ weiter reichen, sich weiter erstrecken als
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
jmd. reicht etw. hinausnach draußen reichen (1), geben
Beispiele:
Seine Form könnte nicht einfacher sein: der gläserne Würfel mit einer annähernd wandhohen und wandbreiten Öffnung, um die Erzeugnisse, die sich drinnen stapeln, zu der Kundschaft hinauszureichen, die sich draußen drängt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2000]
Wenig später klappt sie das grüne Fliegengitter hoch, um das Essen hinauszureichen, Brotfrucht, Salzfisch und […] eine Baumfrucht, die wie Rührei aussieht und ähnlich schmeckt. [Die Zeit, 12.03.1998, Nr. 12]
Ein recht martialischer Aufzug […] [die Polizeikontrolle], mit MGs und allem drum und dran, und dann war ich enttäuscht, als mein Bruder das Fenster öffnete, unsere beiden Ausweise hinausreichte, sie nach einer Weile wieder entgegennahm und den Wagen anrollen ließ – enttäuscht, weil er geschwiegen hatte wie alle, nicht einmal eine einzige Bemerkung über die Gerechtigkeit hatte er gemacht. [Süddeutsche Zeitung, 09.06.1993]
2.
etw. reicht hinaus(lang genug sein und deshalb) (bis) nach draußen reichen (2)
Beispiele:
Die Instrumente an Bord sollen auch messen, wie stark Merkurs Magnetfeld ins All hinausreicht, und wie kräftig seine Gravitation am Körper des [Raum-]Schiffs zieht. [Die Zeit, 10.01.2008, Nr. 03]
Einen Kutter trafen sie zwar nicht, aber sie entdeckten etwas noch viel Merkwürdigeres: Sie sahen ein zwei Meter breites Stahlband, das weit ins Meer hinausreichte und ebenso endlos zu sein schien wie der Ozean selber. [Kästner, Erich: Der 35. [fünfunddreissigste] Mai oder Konrad reitet in die Südsee. Hamburg u. a., 1978]
Der Frontseite ist ein sechssäuliger Portikus vorgelagert, der beiderseits über die Breite der O[st]-Front hinausreicht. [o. A.: Lexikon der Kunst – A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 1436]
3.
etw. reicht über etw. hinausweiter reichen (2), sich weiter erstrecken als
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: weit hinausreichen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: über die Grenzen, über den Tellerrand hinausreichen
mit Aktivsubjekt: jmds. Horizont, Bedeutung, Einfluss, Macht, Wirkung reicht über etw. hinaus; die Wirkung von etw. reicht über etw. hinaus
Beispiele:
Der wohl berühmteste Fotograf, dessen Wirken weit über die Mode hinausreichte, Richard Avedon, schuf in sechs Jahrzehnten über 120 Plattencover. [Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2016]
[…] Putin zielt auf ein Reich, dessen Einfluss weit über die Grenzen Russlands hinausreicht. [Süddeutsche Zeitung, 28.11.2015]
Das Angebot von Bus und Bahn, das weit ins Karlsruher Umland hinausreicht, kann aber die hohe Nachfrage in Karlsruhe nicht allein erklären. [Die Zeit, 24.04.2014, Nr. 17]
So gilt für die Bonner Finanzpolitik gegenwärtig der Satz aus Karl Schillers Rücktrittsschreiben: Sie reicht nicht über den Tellerrand des Wahltages hinaus. [Die Zeit, 28.03.1975, Nr. 14]
Immer reicht auch wohl eine bestimmte geistesgeschichtliche Epoche weit über ein einziges Jahrhundert hinaus. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 904]

Typische Verbindungen zu ›hinausreichen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hinausreichen‹.

Zitationshilfe
„hinausreichen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hinausreichen>, abgerufen am 10.04.2020.

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