Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

hinausschieben

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung hi-naus-schie-ben · hin-aus-schie-ben
Wortzerlegung hinaus- schieben
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., jmdn., sich nach dort draußen schieben
Beispiele:
einen Wagen vors Tor hinausschieben
er schob seinen Kopf, Oberkörper zum Fenster hinaus, um etw. zu sehen
jmdn. (sanft) zur Tür hinausschieben
sie hatte sich unhörbar (zur Tür) hinausgeschoben
2.
etw. auf einen späteren Zeitpunkt verlegen, etw. aufschieben
Beispiele:
eine Entscheidung, die Lösung eines Problems hinausschieben
die Reise, Prüfung wurde nochmals hinausgeschoben
diese Aussprache lässt sich nicht länger hinausschieben
Auch hatte er nicht ungern die Erkennungsszene um einen Moment hinausgeschoben [ C. F. MeyerJenatsch1,94]

Thesaurus

Synonymgruppe
ausdehnen · ausspannen · ausweiten · erweitern · hinausschieben · prolongieren · verlängern
Synonymgruppe
(es) nicht eilig haben (mit) · (sich) endlos Zeit lassen (mit) · (zeitlich) nach hinten schieben · Zeit verstreichen lassen · auf den letzten Drücker erledigen · aufschieben · hinausschieben · retardieren · verdrängen · verschieben · verschleppen · verzögern · zurückhalten  ●  (etwas) auf Eis legen  fig. · (etwas) liegen lassen  fig. · (etwas) (sehr) ruhig angehen lassen  ugs. · auf die lange Bank schieben  ugs., fig. · hintanstellen  geh. · prokrastinieren  fachspr. · vor sich herschieben  ugs., fig., Hauptform
Assoziationen
  • Aufschiebeverhalten · Erledigungsblockade · Handlungsaufschub  ●  Aufschieberitis  ugs. · Procrastination  fachspr. · Prokrastination  fachspr.
  • (sich) gedulden · (sich) in Geduld fassen · (sich) in Geduld üben · abpassen · abwarten · ausdauern · ausharren · beharren · harren · zuwarten  ●  warten  Hauptform · nicht ungeduldig werden  ugs. · teufen  ugs., plattdeutsch, regional
  • (die Dinge) auf sich zukommen lassen · (einfach) abwarten · darauf warten, was kommt · keine vorschnelle(n) Entscheidung(en) treffen (wollen)  ●  Abwarten und Tee trinken.  Spruch · nicht übers Knie brechen (wollen)  fig. · Erst tun mer mal garnix, dann schau'n mer mal, und dann wer'n mer scho' seh'n.  ugs., scherzhaft, süddt., Spruch, variabel · abwarten!  ugs., variabel · der Dinge harren, die da kommen (werden / mögen / sollen)  geh., Redensart · ma kucken!  ugs., ruhrdt. · schau'n mer mal!  ugs., Spruch
  • auf unbestimmte Zeit · bis Ultimo · bis ultimo · bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag  ●  bis ans Ende aller Tage  fig., übertreibend · ad ultimo  geh., lat.
  • (abwarten bis) Gras über etwas gewachsen ist · aussitzen (wollen) · darauf spekulieren, dass etwas (mit der Zeit) vergessen wird  ●  Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen.  sprichwörtlich, variabel · auf ein Wunder warten  fig. · hoffen, dass sich etwas von selbst erledigt  variabel
  • Frist (bis zu ...) verlängern · aussetzen · ruhen (lassen) · unterbrechen · vertagen · zurückstellen  ●  auf Eis legen  fig. · sistieren  geh., bildungssprachlich
  • (sich) die Zeit vertreiben · Zeit verbrennen · Zeit vergeuden · Zeit verschwenden · vertrödeln (Zeit) · vertun (seine Zeit) · vertändeln (Zeit)  ●  Zeit totschlagen  ugs.
  • (etwas) eilt nicht · (etwas) hat keine Eile · (etwas) kann warten · (sich) Zeit lassen können · es eilt nicht (mit)  ●  (etwas) hat Zeit  Hauptform · wozu die Eile!?!  auch ironisch · (etwas) läuft (jemandem) nicht weg  ugs., fig.
Antonyme
Ökonomie
Synonymgruppe
Laufzeit verlängern · Zahlungsfrist aufschieben · ausdehnen · hinausschieben · hinausziehen · stunden  ●  prolongieren  geh., lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›hinausschieben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hinausschieben‹.

Verwendungsbeispiele für ›hinausschieben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch hierbei handelt es sich nach den bisherigen Erfahrungen um „hinausgeschobene Gewinne“. [Die Zeit, 02.03.1970, Nr. 09]
Dieser Bau schob sich endlos hinaus, aber wir waren es zufrieden. [Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8018]
Und wenn es Winter wurde, schoben sie die Übersiedlung nach Wien so weit als möglich hinaus. [Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 4078]
Aber es reicht, wenn es gelingt, das endgültige Verlieren Jahrzehnte hinauszuschieben. [C't, 1994, Nr. 8]
Zumindest aber schob er somit sein Nein zu einem Dasein als Lehrer hinaus. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„hinausschieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hinausschieben>.

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