hinausschieben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunghi-naus-schie-ben · hin-aus-schie-ben
Wortzerlegunghinaus-schieben
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., jmdn., sich nach dort draußen schieben
Beispiele:
einen Wagen vors Tor hinausschieben
er schob seinen Kopf, Oberkörper zum Fenster hinaus, um etw. zu sehen
jmdn. (sanft) zur Tür hinausschieben
sie hatte sich unhörbar (zur Tür) hinausgeschoben
2.
etw. auf einen späteren Zeitpunkt verlegen, etw. aufschieben
Beispiele:
eine Entscheidung, die Lösung eines Problems hinausschieben
die Reise, Prüfung wurde nochmals hinausgeschoben
diese Aussprache lässt sich nicht länger hinausschieben
Auch hatte er nicht ungern die Erkennungsszene um einen Moment hinausgeschoben [C. F. MeyerJenatsch1,94]

Thesaurus

Synonymgruppe
ausdehnen · ↗ausspannen · ↗ausweiten · ↗erweitern · hinausschieben · ↗prolongieren · ↗verlängern
Synonymgruppe
(es) nicht eilig haben (mit) · (zeitlich) nach hinten schieben · Zeit verstreichen lassen · ↗aufschieben · hinausschieben · ↗retardieren · ↗verdrängen · ↗verschieben · ↗verschleppen · ↗verzögern · ↗zurückhalten  ●  (etwas) auf Eis legen  fig. · ↗(etwas) liegen lassen  fig. · (etwas) (sehr) ruhig angehen lassen  ugs. · auf die lange Bank schieben  ugs., fig. · ↗hintanstellen  geh. · ↗prokrastinieren  fachspr. · vor sich herschieben  ugs., fig., Hauptform
Assoziationen
  • Aufschiebeverhalten · Erledigungsblockade · Handlungsaufschub  ●  ↗Aufschieberitis  ugs. · Procrastination  fachspr. · ↗Prokrastination  fachspr.
  • (sich) gedulden · (sich) in Geduld fassen · (sich) in Geduld üben · ↗abpassen · ↗abwarten · ↗ausdauern · ↗ausharren · ↗beharren · ↗harren · ↗zuwarten  ●  ↗warten  Hauptform · nicht ungeduldig werden  ugs. · ↗teufen  ugs., plattdeutsch, regional
  • (die Dinge) auf sich zukommen lassen · ↗(einfach) abwarten · keine vorschnelle(n) Entscheidung(en) treffen (wollen)  ●  Abwarten und Tee trinken.  Spruch · nicht übers Knie brechen (wollen)  fig. · Erst tun mer mal garnix, dann schau'n mer mal, und dann wer'n mer scho' seh'n.  ugs., scherzhaft, süddt., Spruch, variabel · abwarten!  ugs., variabel · der Dinge harren, die da kommen (werden / mögen / sollen)  geh., Redensart · ma kucken!  ugs., ruhrdt. · schau'n mer mal!  ugs., Spruch
  • auf unbestimmte Zeit · bis Ultimo · bis ultimo · bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag  ●  ad ultimo  geh., lat.
  • (abwarten bis) Gras über etwas gewachsen ist · ↗aussitzen (wollen) · darauf spekulieren, dass etwas (mit der Zeit) vergessen wird  ●  Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen.  sprichwörtlich, variabel · hoffen, dass sich etwas von selbst erledigt  variabel
  • Frist (bis zu ...) verlängern · ↗aussetzen · ↗ruhen (lassen) · ↗unterbrechen · ↗vertagen · ↗zurückstellen
  • (sich) die Zeit vertreiben · Zeit verschwenden · ↗vertrödeln (Zeit) · ↗vertun (seine Zeit) · ↗vertändeln (Zeit)  ●  Zeit totschlagen  ugs.
  • (sich) (endlos) in die Länge ziehen · ↗(sich) hinschleppen · ↗(sich) hinziehen · kein Ende finden · kein Ende nehmen · nicht zum Ende kommen  ●  (sich) ziehen wie ein Kaugummi  ugs.
  • (künstlich) hinauszögern · Zeit gewinnen wollen · Zeit herausschinden · versuchen, Zeit zu gewinnen  ●  Zeit schinden  negativ · auf Zeit spielen  fig.
  • (sich) Zeit lassen  Hauptform · (sich) nicht überschlagen  ugs. · eine ruhige Kugel schieben  ugs., Redensart · es ruhig angehen lassen  ugs., Hauptform
  • auf einen späteren Termin (ver)legen · auf später verschieben · auf später vertagen · nach hinten schieben · nach hinten verlegen · ↗verschieben · ↗zurückstellen (bis zum)  ●  schieben  ugs., salopp, Jargon
  • bummelig · herumtrödelnd · ohne Eile · ↗saumselig
  • Schaffenskrise · ↗Schreibblockade · unproduktive Phase
  • bummelig  ugs. · ↗herumtrödeln(d)  ugs. · ↗saumselig  geh., veraltend · ↗säumig  geh. · trödelig  ugs. · verbummelt  ugs.
  • (leicht) über der Zeit · nicht fahrplangemäß · später als vorgesehen · ↗säumig · ↗unpünktlich · verspätet · zu spät · ↗überfällig
Antonyme
Ökonomie
Synonymgruppe
Laufzeit verlängern · Zahlungsfrist aufschieben · ↗ausdehnen · hinausschieben · ↗hinausziehen · ↗stunden  ●  ↗prolongieren  geh., lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altersgrenze Anschaffung Bankrott Baubeginn Eintritt Entscheidung Fertigstellung Frist Fälligkeit Inkrafttreten Kinderwunsch Leistungsgrenze Pensionierung Ratifizierung Rentenbeginn Reparatur Termin Verabschiedung Verjährung Verjährungsfrist Wahltag Wahltermin Zeitpunkt lange nochmals schieben solange soweit weiter zeitlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hinausschieben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ging eben darum, die Entscheidung erst einmal hinauszuschieben, damit diese Regierung überhaupt starten konnte.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.1996
Auch hierbei handelt es sich nach den bisherigen Erfahrungen um „hinausgeschobene Gewinne“.
Die Zeit, 02.03.1970, Nr. 09
Dieser Bau schob sich endlos hinaus, aber wir waren es zufrieden.
Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8018
Und wenn es Winter wurde, schoben sie die Übersiedlung nach Wien so weit als möglich hinaus.
Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 4078
Ich packte ihn rasch am Arm und schob ihn hinaus.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 176
Zitationshilfe
„hinausschieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hinausschieben>, abgerufen am 24.03.2019.

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