Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

hinausziehen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung hi-naus-zie-hen · hin-aus-zie-hen
Wortzerlegung hinaus- ziehen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. nach dort draußen ziehen
Beispiele:
das Flugzeug wurde aus der Halle hinausgezogen
sie zog ihn mit sich, am Arm hinaus
die Kinder hatte es hinausgezogen in den Garten
2.
nach dort draußen ziehen, gehen
Beispiele:
die Gruppe zog singend zum Tor hinaus
im gleichen Schritt zog die Taufgruppe zur Arena hinaus [ S. LenzBrot127]
3.
in die Ferne, Weite ziehen, wandern
Beispiele:
er war in die Welt hinausgezogen
Wie mag doch solch ein Künstler und Bildner fröhlich hinausziehn [ E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,192]
4.
an einen außerhalb gelegenen Ort umziehen
Beispiel:
sie sind aufs Land hinausgezogen
5.
sich, etw. in die Länge ziehen
Beispiele:
der Prozess, diese Sache zieht sich lange hinaus
diese Verhandlungen werden absichtlich hinausgezogen
er hatte seinen Urlaub noch etwas hinausgezogen
6.
etw. verzögern, aufschieben
Beispiele:
eine Entscheidung hinausziehen
So zog sie denn, als jetzt Monsieur Robinet zur Flucht riet, die Antwort hinaus [ Feuchtw.Narrenweisheit303]
vielleicht kommt heute bald Alarm und wir können den Abmarsch hinausziehen [ ApitzNackt497]

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Laufzeit verlängern · Zahlungsfrist aufschieben · ausdehnen · hinausschieben · hinausziehen · stunden  ●  prolongieren  geh., lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
(künstlich) hinauszögern · (künstlich) in die Länge ziehen · (sich / etwas) über die Zeit retten · Zeit gewinnen wollen · Zeit herausschinden · hinausziehen · versuchen, Zeit zu gewinnen  ●  Zeit schinden  negativ · auf Zeit spielen  fig. · verschleppen (Prozess; Reformen)  fig.
Assoziationen
  • (es) nicht eilig haben (mit) · (sich) endlos Zeit lassen (mit) · (zeitlich) nach hinten schieben · Zeit verstreichen lassen · auf den letzten Drücker erledigen · aufschieben · hinausschieben · retardieren · verdrängen · verschieben · verschleppen · verzögern · zurückhalten  ●  (etwas) liegen lassen fig. · (etwas) (sehr) ruhig angehen lassen ugs. · auf die lange Bank schieben ugs., fig. · hintanstellen geh. · prokrastinieren fachspr. · vor sich herschieben ugs., fig., Hauptform
  • (sich) (endlos) in die Länge ziehen · endlos dauern · jeden zeitlichen Rahmen sprengen  ●  (sehr viel) Zeit erfordern variabel · (sehr viel) Zeit in Anspruch nehmen variabel · (sich) endlos hinziehen ugs. · (sich) hinschleppen ugs. · (sich) hinziehen ugs. · (sich) ziehen ugs. · (sich) ziehen und ziehen ugs. · (sich) ziehen wie (ein) Kaugummi ugs. · dauern (gesprochene Sprache, mit langgezogenem 'au') ugs. · dauern und dauern ugs. · kein Ende nehmen ugs. · später und später werden (und) ugs.
  • (abwarten bis) Gras über etwas gewachsen ist · aussitzen (wollen) · darauf spekulieren, dass etwas (mit der Zeit) vergessen wird  ●  Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen. sprichwörtlich, variabel · auf ein Wunder warten fig. · hoffen, dass sich etwas von selbst erledigt variabel
  • nicht angehen (Problem) · ungelöst (im Raum stehen) lassen  ●  (alles) so lassen, wie es ist ugs.
  • (sich) zu nichts aufraffen können · in Lethargie verharren · in Untätigkeit verharren · nicht aktiv werden  ●  (den) Arsch nicht hochkriegen derb, fig. · (sich) nicht aufraffen können ugs. · nicht aus dem Quark kommen ugs., fig. · nicht in die Gänge kommen ugs. · nicht in die Puschen kommen ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›hinausziehen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hinausziehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›hinausziehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann zog er sie wieder auf den hell erleuchteten Platz hinaus. [Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 401]
Eines Tages zogen sie wieder zu dem berüchtigten Übungsgelände hinaus. [Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 429]
Der Mann zog hinaus in die Welt, die Frau gehörte ins Haus. [Die Zeit, 18.02.2013, Nr. 07]
So zieht der »verlorene Sohn« im Märchen in die weite Welt hinaus. [Die Zeit, 13.10.2005, Nr. 42]
Früher zogen sie, kaum flügge geworden, hinaus in die Welt. [Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 76]
Zitationshilfe
„hinausziehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hinausziehen>.

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