hinken

GrammatikVerb · hinkte, ist/hat gehinkt
Aussprache
Worttrennunghin-ken
Wortbildung mit ›hinken‹ als Erstglied: ↗Hinkebein · ↗Hinkefuß  ·  mit ›hinken‹ als Letztglied: ↗anhinken · ↗davonhinken · ↗heranhinken · ↗hinaushinken · ↗hinterherhinken · ↗nachhinken · ↗weghinken · ↗zurückhinken
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
lahm gehen
a)
mit Hilfsverb ›ist‹
drückt eine Bewegung aus
Beispiele:
er ist unter Schmerzen nach Hause gehinkt
der Spieler hinkte nach seiner Verletzung an den Spielfeldrand
mit verstauchtem Fuß ist sie zum Arzt gehinkt
b)
mit Hilfsverb ›hat‹
drückt einen Zustand aus
Beispiele:
auf dem rechten, linken Bein hat das Kind noch lange gehinkt
seit dem Unfall hinkte er stark, ein wenig, noch immer
mit diesem Fuß hat sie schon immer etwas gehinkt
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
übertragen der Vergleich hinktder Vergleich passt nicht, ist schlecht
Beispiele:
dieser Vergleich hat endlich einmal nicht gehinkt
ein hinkender Vergleich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hinken Vb. ‘lahm gehen, lahmen’, stark flektierendes ahd. hinkan (9. Jh.), mhd. hinken und schwach flektierendes mnd. mnl. nl. hinken (vgl. aengl. hellehinca ‘Teufel’) sind verwandt mit den unter ↗Schenkel, ↗Schinken, ↗schenken (s. d.) genannten germ. und außergerm. Formen. Erschließbar ist eine Wurzel ie. *(s)keng- ‘hinken; schief, schräg’. Im Dt. wird hinken bis ins 17. Jh. (und noch in Mundarten) stark flektiert, doch setzt sich seit Luther allmählich schwache Flexion durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Bein nachziehen · hinken · ↗humpeln · ↗lahmen  ●  ↗hatschen  ugs. · ↗watscheln  ugs.
Assoziationen
  • verletztes Bein  ●  ↗Hinkebein  ugs. · kaputtes Bein  ugs.
  • Hinkebein · steifes Bein
  • einwärtsgehen · mit einwärtsgerichteten Füßen gehen  ●  ↗onkeln  ugs. · über den Onkel gehen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analogie Bein Hinsicht Hüfte Krücke Produktivität Vergleich Zeitplan allerdings beträchtlich fortan freilich gewaltig her heran herhinken hinterdrein hinterher hinterherhinken hoffnungslos humpeln insofern nachhinken natürlich seither stolpern zu zugegeben zurück zurückhinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hinken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich fange an, durch die Welt zu hinken, aber es hinkt sich schlecht, und mein Mut ist klein geworden.
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2002
Meine Frau sagt dann manchmal, du hinkst wie ein alter Mann.
Der Spiegel, 24.08.1987
Vermutlich hinkt die archäologische Auswertung hinter den nördlichen und südlichen Zonen nach, fehlt es doch auch nicht an beachtlichen baulichen Überresten aus dieser Zeit.
Trimborn, Hermann: Das präkolumbische Amerika. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 3362
Der Hund hinkte wirklich, er kam aber, als er seinen Namen hörte, noch schneller auf Branko zu.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 91
Er ging durch die Halle, hinkend, stark mit den Augen zwinkernd, kaum mehr interessant.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 186
Zitationshilfe
„hinken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hinken>, abgerufen am 20.06.2019.

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