Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

hinschleppen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung hin-schlep-pen
Wortzerlegung hin schleppen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] etw., jmdn., sich an einen bestimmten Ort schleppen
  2. 2. ⟨sich hinschleppen⟩ sich mühsam fortbewegen
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, langsam verlaufen
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw., jmdn., sich an einen bestimmten Ort schleppen
Beispiele:
soll ich alles allein zu euch hinschleppen?
zwei Männer schleppten den Verunglückten zum Arzt hin
Ich habe mich noch halbtot zu ihr hingeschleppt [ NollHolt2,453]
2.
sich hinschleppensich mühsam fortbewegen
Beispiel:
der alte Mann schleppt sich am Stock hin
bildlich
Beispiele:
einsam, fast ohne Geld hat er sich über den Winter hingeschleppt
das Gespräch schleppte sich mühsam hin
übertragen sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, langsam verlaufen
Beispiel:
dieser Prozess, der Krieg schleppt sich schon lange hin

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) (endlos) in die Länge ziehen · endlos dauern · jeden zeitlichen Rahmen sprengen  ●  (sehr viel) Zeit erfordern  variabel · (sehr viel) Zeit in Anspruch nehmen  variabel · (sich) endlos hinziehen  ugs. · (sich) hinschleppen  ugs. · (sich) hinziehen  ugs. · (sich) ziehen  ugs. · (sich) ziehen und ziehen  ugs. · (sich) ziehen wie (ein) Kaugummi  ugs. · dauern (gesprochene Sprache, mit langgezogenem 'au')  ugs. · dauern und dauern  ugs. · kein Ende nehmen  ugs. · später und später werden (und)  ugs.
Assoziationen
  • (die) Jahre gingen ins Land · Jahre vergingen, und (...) · nach (endlos) langer Zeit · nach Jahr und Tag
  • (es ist) kein Ende abzusehen · (es ist) kein Ende in Sicht · ...marathon · Dauer... · Endlos... · Marathon... · endlos weiter · immer weiter · nicht abreißen · nicht enden wollen · nicht enden wollend · unendlich lange · überlang  ●  ad infinitum lat. · endlos (lange) Hauptform · bis zum Gehtnichtmehr ugs.
  • kein Ende abzusehen · kein Ende in Sicht  ●  Dauerbaustelle fig. · (eine) unendliche Geschichte ugs., fig. · kein Land in Sicht ugs., fig.
  • (schon) seit Jahren · (schon) seit Jahrzehnten · (schon) seit Monaten · (schon) seit Wochen · (schon) seit langen Jahren · bereits lange · eine Zeitlang · ewig lange · geraume Zeit · lange Jahre · lange Zeit · längere Zeit · längst · schon lange · schon längst · seit Ewigkeiten · seit Langem · seit Längerem · seit einer ganzen Weile · seit einiger Zeit · seit ewigen Jahren · seit geraumer Zeit · seit längerer Zeit · seit vielen Jahren  ●  lange Hauptform · seit einer Ewigkeit fig. · (eine) ziemliche Zeit ugs. · (eine) ziemliche Zeitlang ugs. · (schon) eine Weile ugs. · (seit) ewig und drei Tage(n) ugs. · eine ganze Weile ugs. · ewig ugs., fig. · lange schon geh. · schon eine (halbe) Ewigkeit ugs. · schon eine ganze Zeit ugs. · seit ewigen Zeiten ugs.
  • Jahre später (...) ugs., Spruch
  • endlos · endlos lange · ewig · ewig lange · lange · lange Zeit · sehr lange · ziemlich lange  ●  eine halbe Ewigkeit fig. · eine gefühlte Ewigkeit ugs. · nicht in endlicher Zeit fachspr.
  • (künstlich) hinauszögern · (künstlich) in die Länge ziehen · (sich / etwas) über die Zeit retten · Zeit gewinnen wollen · Zeit herausschinden · hinausziehen · versuchen, Zeit zu gewinnen  ●  Zeit schinden negativ · auf Zeit spielen fig. · verschleppen (Prozess; Reformen) fig.
  • an kein Ende kommen · kein Land sehen · so schnell nicht fertig werden
  • (das) kann dauern · (das) kann sich (noch) hinziehen  ●  (bis dahin) fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter sprichwörtlich, variabel
  • nichts überstürzen  ●  Eile mit Weile. Sprichwort · Aus der Ruhe kommt die Kraft. ugs., Sprichwort · In der Ruhe liegt die Kraft. ugs., Sprichwort · Nur ned hudle. ugs., schwäbisch
  • (eine) Geduldsprobe (sein) · (sich) lange hinziehen (können) · (viel) Zeit mitbringen müssen · nicht von heute auf morgen zu machen sein · viel Zeit erfordern  ●  (ein) Geduldsspiel (sein) fig. · seine Zeit dauern ugs.

Typische Verbindungen zu ›hinschleppen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hinschleppen‹.

Verwendungsbeispiele für ›hinschleppen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war die schönste Unterhaltung über die Juden, und sie schleppte sich hin. [Haffner, Sebastian: Geschichte eines Deutschen, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1939], S. 190]
Die Zeit schleppte sich hin, die Zeit verging rasend schnell. [Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 365]
Die Prozesse können sich jahrelang hinschleppen, wenn nicht vorher ein Vergleich gefunden wird. [Die Zeit, 08.09.1972, Nr. 36]
Den einzelnen Szenen mangelt es an Rhythmus, das Geschehen schleppt sich hin. [Die Zeit, 31.08.1962, Nr. 35]
Zu lange aber schleppte sich die Umsetzung des Abkommens hin. [Süddeutsche Zeitung, 14.10.2000]
Zitationshilfe
„hinschleppen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hinschleppen>.

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