hinunterblicken

GrammatikVerb · blickt hinunter, blickte hinunter, hat hinuntergeblickt
Worttrennunghi-nun-ter-bli-cken · hin-un-ter-bli-cken
Wortzerlegunghinunter-blicken
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
jmd., etw. blickt (von etw.) hinunterhinab-, abwärtsblicken, von (hier) oben nach (dort) unten blicken
Beispiele:
Blickt man hinunter auf das Dorf, blitzen die steilen Blechdächer in der Sonne, im Süden liegt die Poebene im Dunst. [Süddeutsche Zeitung, 06.09.2018]
Dann kam unser Dorf und das Haus und ich stand am Gartenzaun und blickte über Sommerwiesen hinunter zum See, von dem ich nur ein Stück Blau erhaschte. [Die Welt, 07.12.2006]
Die Piloten hockten allein vor ihren Instrumenten; wenn sie hinunterblickten, sahen sie Gebirgszüge, Flüsse und weithin verstreute Städte, aber alles war menschenleer. [Der Spiegel, 19.04.1999, Nr. 16]
Nehmen wir das Beispiel São Paulo: Wenn man von einem der Hochhäuser, die in immer neuer Zahl emporschießen, auf die atemberaubende Stadtlandschaft hinunterblickt, scheint Manhattan wahrhaftig zu verblassen. [Die Zeit, 01.05.1970, Nr. 18]
Wer einmal um Mitternacht in unsere Stadt gekommen ist und von den Stufen des kleinen Bahnhofs[…] hinuntergeblickt hat, dem werden die.vielen beleuchteten Fenster der Wohnungen aufgefallen sein. [Neues Deutschland, 05.02.1956]
2.
jmd. blickt auf jmdn., etw. hinunterauf jmdn. herabblicken (2), mit einem Gefühl der Überlegenheit betrachten
Beispiele:
Aber er ist auf dem besten Wege, einmal vom Dach der Welt, was im Tennis die Weltrangliste darstellt, auf die Konkurrenz hinunterzublicken. [Süddeutsche Zeitung, 15.05.2018]
Um auf jemanden hinunterblicken zu können, heuern sie einen Berliner Grillwalker als Caddie und nennen ihn »Wurstfee«. [Der Standard, 12.11.2010]
[…] die Wendung stammt ursprünglich nicht von den Olympischen Spielen, sondern vom Olymp, und meint die Haltung der Götter, die von oben auf die Sterblichen hinunterblickten. [Die Welt, 03.04.2003]
Häme darüber, dass es die »arroganten« Zürcher, die gern auf die anderen Schweizer hinunterblickten, nun erwischt habe, ist in den welschen [französisch-schweizerischen] Medien nicht anzutreffen. [Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2001]
Sie blickt hinunter auf K[…] wie auf eine Art leichte Erkältung, die ihr öfter begegnet. [Berliner Zeitung, 27.08.1985]
3.
jmd. blickt an sich hinunterdie eigene Person, einen Teil von sich betrachten, den Blick auf die eigene Person oder einen Teil richten, den Blick an sich herunterwandern lassen
Beispiele:
Vielleicht denke ich [Mia Bregula, Autorin einer Kolumne] kurz an den Essay, den ich schreiben wollte, blicke an mir hinunter und überlege ob es jetzt sinnvoller wäre sich zu duschen oder doch besser mit dem Studium voranzukommen. [Die Zeit, 15.05.2015, Nr. 19]
Als er an sich hinunterblickt, sieht er mit Schrecken ein paar Beine, »die, wie es schien, einem alten Mann gehörten«. [Süddeutsche Zeitung, 21.09.2013]
Nur um mich zu ärgern, blickt Burkhard traurig an sich hinunter und deutet auf seine fleckigen Hosen. [die tageszeitung, 12.11.1991]
»Wir könnten Spazierengehen, wenn Sie Lust haben.« »Ja«, sagte Karl gedehnt und blickte an sich hinunter. [Berliner Zeitung, 10.09.1975]

Thesaurus

Synonymgruppe
gering achten · ↗geringschätzen · geringschätzig behandeln · ↗herabblicken (auf) · herabschauen (auf) · ↗herabsehen (auf) · hinunterblicken (auf) · ↗hinunterschauen (auf) · nichts halten von · ↗verachten · von oben herab behandeln · wenig halten von  ●  in den Staub treten  fig. · mit Füßen treten  fig. · (die) Anerkennung verweigern  geh.
Assoziationen
  • (etwas) ablehnen · ↗(etwas) verschmähen · ↗(etwas) zurückweisen · (meine) Antwort ist nein · ↗(sich einer Sache) verweigern · (sich) weigern (zu) · ↗ausschlagen (Angebot) · negativ reagieren · nicht eingehen (auf etwas) · nichts wissen wollen von  ●  abschlägig bescheiden (Antrag)  Amtsdeutsch
  • (etwas) nicht verdient haben · (gar) nicht zu würdigen wissen · (viel) zu gut für jemanden sein · nicht zu schätzen wissen
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · ↗(jemanden) missachten · ↗(jemanden) nicht (mehr) grüßen · ↗(jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  ↗(jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (jemandem) respektlos begegnen · es an Respekt fehlen lassen (jemandem gegenüber) · respektlos behandeln
  • abtun · für unwichtig erachten · keine Bedeutung beimessen · nicht eingehen auf
  • (etwas) für unter seiner Würde halten  ●  (schließlich) auch seinen Stolz haben  ugs. · (sich) zu schade sein (für)  ugs.
  • (jemandes) Würde verletzen  ●  (für jemanden) Dreck sein  derb, fig. · (für jemanden) der Fußabtreter sein  ugs., fig. · (für jemanden) nur der Bimbo sein  derb · (jemanden) wie Dreck behandeln  derb · (jemanden) wie den letzten Dreck behandeln  derb
  • (etwas) verschmähen · (sich) zu gut sein (für) · (sich) zu schade sein (für)  ●  (jemandem) nicht gut genug sein  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fenster Hof Straße Tal Tiefe blicken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hinunterblicken‹.

Zitationshilfe
„hinunterblicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hinunterblicken>, abgerufen am 13.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
hinunterbitten
hinunterbewegen
hinunterbeugen
hinunterbemühen
hinunterbegleiten
hinunterbringen
hinunterdrücken
hinunterdürfen
hinuntereilen
hinunterfahren