hoch

GrammatikAdjektiv · prädikativ, adverbiell · Komparativ: höher · Superlativ: am höchsten
Wortbildung mit ›hoch‹ als Erstglied: ↗Hochachtung · ↗Hochadel · ↗Hochalm · ↗Hochaltar · ↗Hochamt · ↗Hochantenne · ↗Hochbahn · ↗Hochball · ↗Hochbau · ↗Hochbehälter · ↗Hochbetrieb · ↗Hochbunker · ↗Hochburg · ↗Hochdach · ↗Hochdecker · ↗Hochdeutsch · ↗Hochdruck2 · ↗Hochdruck1 · ↗Hochebene · ↗Hochenergie-Laser · ↗Hochenergielaser · ↗Hochenergiephysik · ↗Hochflut · ↗Hochfläche · ↗Hochform · ↗Hochformat · ↗Hochfrequenz · ↗Hochfrisur · ↗Hochgebirge · ↗Hochgefühl · ↗Hochgenuss · ↗Hochgericht · ↗Hochgeschwindigkeit · ↗Hochglanz · ↗Hochhalte · ↗Hochhaus · ↗Hochkirche · ↗Hochkonjunktur · ↗Hochkultur · ↗Hochland · ↗Hochlautung · ↗Hochleistung · ↗Hochmeister · ↗Hochmoor · ↗Hochmut · ↗Hochnebel · ↗Hochofen · ↗Hochparterre · ↗Hochpass · ↗Hochplateau · ↗Hochpotenz · ↗Hochpreis · ↗Hochpunkt · ↗Hochregal · ↗Hochrelief · ↗Hochrippe · ↗Hochruf · ↗Hochsaison · ↗Hochschule · ↗Hochschätzung · ↗Hochseefischerei · ↗Hochseeflotte · ↗Hochsitz · ↗Hochsommer · ↗Hochspannung · ↗Hochsprache · ↗Hochspringer · ↗Hochsprung · ↗Hochstand · ↗Hochstapelei · ↗Hochstart · ↗Hochstimmung · ↗Hochstraße · ↗Hochstrecke · ↗Hochtal · ↗Hochtour · ↗Hochtouristik · ↗Hochtrasse · ↗Hochufer · ↗Hochverfügbarkeit · ↗Hochverrat · ↗Hochverräter · ↗Hochwald · ↗Hochwasser · ↗Hochweide · ↗Hochwild · ↗Hochzeit2 · ↗Hochziel · ↗Hochzins · ↗Hochzucht · ↗Hohelied · ↗Hohepriester · ↗Hohneujahr · ↗Höchstpreis · ↗Höherqualifikation · ↗Höherqualifizierung · ↗hochalpin · ↗hochbeinig · ↗hochbeladen · ↗hochbrüstig · ↗hochbusig · ↗hochfenstrig · ↗hochfrisieren · ↗hochgegürtet · ↗hochgelegen · ↗hochgewachsen · ↗hochgiebelig · ↗hochgieblig · ↗hochgrasig · ↗hochhackig · ↗hochklappen · ↗hochkönnen · ↗hochmüssen · ↗hochparterre · ↗hochrangig · ↗hochräderig · ↗hochrädrig · ↗hochrückig · ↗hochschultrig · ↗hochstielig · ↗hochstirnig · ↗hochstämmig · ↗hochtönend · ↗hochwollen · ↗hochwüchsig · ↗höherentwickelt · ↗höhererseits · ↗höherwertig
 ·  mit ›hoch‹ als Letztglied: ↗Dreikäsehoch · ↗allerhöchst · ↗bergehoch · ↗berghoch · ↗brusthoch · ↗deckenhoch · ↗dritthöchst · ↗ellenhoch · ↗fingerhoch · ↗fußhoch · ↗halbhoch · ↗handhoch · ↗haushoch · ↗himmelhoch · ↗hüfthoch · ↗klafterhoch · ↗kniehoch · ↗mannshoch · ↗meterhoch · ↗mittelhoch · ↗nächsthöher · ↗ranghoch · ↗schulterhoch · ↗spannhoch · ↗turmhoch · ↗zollhoch · ↗zweithöchst · ↗überhoch
 ·  mit ›hoch‹ als Grundform: ↗Hoch · ↗erhöhen · ↗hoch- · ↗höchst · ↗höchst-
 ·  formal verwandt mit: ↗nächsthöchst · ↗zuhöchst
eWDG, 1969

Bedeutungen

I.
räumlich
bezeichnet die Ausdehnung, Entfernung eines Gegenstandes von unten nach oben senkrecht zum Boden
1.
einer Maßangabe nachgestellt
a)
bezeichnet die Ausdehnung
Gegenwort zu tief
Beispiele:
der Berg ist 2 000 Meter hoch
ein 50 Meter hoher Turm
eine 50 Zentimeter hohe Mauer
das Wasser steht im Keller einen halben Meter hoch
der Schnee liegt 10 Zentimeter hoch
das Haus ist zehn Stockwerke hoch
der neue Sendemast ist doppelt so hoch wie der alte
dieses Zimmer ist (um) 30 Zentimeter höher als jenes
dieses Haus ist (um) fünf Stockwerke höher als die übrigen
b)
bezeichnet die Entfernung
Gegenwort zu tief
Beispiele:
die Baude liegt 2 000 Meter hoch
das Flugzeug flog 5 000 Meter hoch
er wohnt zwei Treppen hoch
die Zimmerdecken sind hier (um) 30 Zentimeter höher als dort
Familie Müller wohnt zwei Stockwerke höher
c)
in Verbindung mit Verben der Bewegung
nach oben
Beispiele:
die Alpinisten sind an der Steilwand 200 Meter hoch geklettert
der Ballon ist 1 000 Meter hoch gestiegen
er ist zwei Meter hoch gesprungen
umgangssprachlich im Turm geht es 400 Stufen hoch
2.
ohne Maßangabe
a)
von beträchtlicher Ausdehnung nach oben
Gegenwort zu niedrig
Beispiele:
der Berg ist hoch
die Hohe Tatra
hohe Bäume
das Tier verschwand im hohen Gras
eine hohe Felsenwand
der Fluss mit seinen hohen Ufern
der Schornstein ist zu hoch, nicht hoch genug
ein hoher Saal
Damen mit hoher Frisuren
eine hohe (= stark ausgebildete) Stirn haben
hohe Achseln
er ist von hoher Gestalt
hohe Schuhe (= Stiefel)
hohe Strümpfe tragen
Damenschuhe mit hohem Absätzen
ein altertümlich hoher Lehnstuhl
lange Zeit war der Eiffelturm das höchste Bauwerk
die Tür in der Mitte ist höher als die beiden Seitentüren
hohe Wellen, Seegang
eine hohe Stichflamme, Fontäne
umgangssprachlich etw. im hohen Bogen wegwerfen
b)
in beträchtlicher Entfernung nach oben
Gegenwort zu niedrig
Beispiele:
die Baude liegt hoch
nur an den hohen Zweigen sitzen noch einige Äpfel
ein hoher Wasserspiegel
er blickte zu den hohen Federwolken hinauf
der Saal hat eine hohe Decke
aus den höheren Lagen des Gebirges wird Schneefall gemeldet
bei dem Kranken muss der Kopf hoch liegen
er stand auf der höchsten Sprosse der Leiter
er sah, dass die Vögel hoch flogen
hoch über ihm, über den Wolken zogen die Flugzeuge dahin
es war kalt, obwohl die Sonne schon ziemlich hoch stand
hoch (= weit) oben in den Bergen, auf dem Dach
altertümelnd, scherzhaft hoch zu Pferd, Ross sitzen
dichterisch Es war später September ... Ein hoher, blauer Tag begann [AndresPortiuncula45]
c)
nach oben, in die Höhe
Beispiele:
Hände hoch! (= Aufforderung, sich zu ergeben, die Waffen zu strecken)
umgangssprachlich Kopf hoch!
umgangssprachlich hoch vom Stuhl!
umgangssprachlich sie war morgens immer als erste hoch (= aufgestanden)
weit nach oben
Beispiele:
hoch hinauflangen
etw. hoch emporheben
ein hoch aufgeschossener Junge
das Pferd bäumte sich hoch auf
die Flammen loderten hoch auf
die Waren türmten sich hoch auf den Verkaufstischen
er hat zu hoch gezielt, geschossen
er kann hoch werfen
hoch aufgerichtet stand er am Rednerpult
die Bluse war am Hals hoch (= bis nach oben) geschlossen
3.
räumlich
übertragen
Beispiele:
die Begeisterung, Diskussion schlug hohe Wellen (= war sehr erregt, stürmisch)
etw. von hoher Warte aus (= aus der Kenntnis der großen Zusammenhänge) betrachten
die Trauben hängen für ihn zu hoch (= das ist für ihn unerreichbar)
die Ziele der Ausbildung wurden höher gesteckt (= anspruchsvoller, schwieriger)
die Anforderungen an ihn sind zu hoch geschraubt (= zu schwierig)
er hat sich so hoch verstiegen (= sich angemaßt, sich nicht entblödet), dafür noch Geld zu verlangen
er steht geistig sehr hoch (= ist sehr klug, gebildet)
den Kopf hoch tragen (= stolz, selbstbewusst sein)
umgangssprachlich, abwertend die Nase hoch tragen (= überheblich, eingebildet sein)
umgangssprachlich auf dem hohen Pferd, Ross sitzen (= hochmütig, eingebildet sein)
umgangssprachlich er schwebt in höheren Regionen (= vergisst die Wirklichkeit, lebt in einer Phantasiewelt)
umgangssprachlich höher geht's nimmer (= das ist der Gipfel der Unverschämtheit, des Unsinns)
umgangssprachlich das ist mir, für mich zu hoch (= das verstehe ich nicht)
umgangssprachlich Kopf hoch! (= nur Mut!)
umgangssprachlich Geld auf die hohe Kante legen (= sparen)
salopp jmdm. den Brotkorb höher hängen (= jmdm. weniger zu essen geben)
salopp hinten nicht mehr hoch können (= sich in einer schwierigen Situation befinden)
salopp hoch die Tassen! (= Aufforderung zum Schnapstrinken)
gehoben auf hohem Kothurn einherschreiten (= feierlich, pathetisch, geziert reden)
II.
in nichträumlichen Bedeutungen
1.
groß
a)
von messbaren Größen, Erscheinungen
Gegenwort zu niedrig
Beispiele:
1 Million ist eine hohe Zahl
die Zahl der Teilnehmer ist hoch
das Buch hat eine hohe Auflage
sie leidet unter zu hohem Blutdruck
die Kesselwände müssen hohen Druck aushalten
ein hohes Gewicht erreichen
die Messung ergab einen um 25 % höheren Wert
der hohe Heizwert des Erdöls
die Lichtempfindlichkeit liegt bei diesem Film höher
das Fahrzeug erreichte eine hohe Geschwindigkeit
Stahlsorten von hohem Härtegrad
Käse mit hohem Fettgehalt
jmdn. zu hohen Leistungen anspornen
ein hoher (= reichlicher, überdurchschnittlicher) Lebensstandard
er hat hohes (= starkes) Fieber
im Bergwerk herrschen hohe Temperaturen (= ist es sehr heiß)
dieser Betrieb hat einen hohen Krankenstand (= hat viele Kranke)
Wir hatten hoch verloren (= mit vielen Punkten verloren) und warteten nun auf das Gegenspiel [GrassKatz5]
von Geldsummen
Beispiele:
er hat dafür eine hohe Summe bekommen
sie schuldete ihm einen hohen Betrag
hohe Profite
sie kämpften für höhere Löhne
hohe Investitionen, Aufwendungen für das Verkehrswesen
das Honorar, der Zinssatz ist zu hoch
hohe (= teure) Mieten, Lebenshaltungskosten
diese Ware liegt um drei Euro höher im Preis (= ist um drei Euro teurer)
adverbiell
mit einer großen Summe
Beispiele:
ein hoch bezahlter Angestellter
eine hoch dotierte Stellung
bei der Lotterie hoch spielen
hoch versichert sein
wie hoch veranschlagen Sie die Kosten für den Bau?
übertragen
Beispiel:
jmd., etw. steht hoch im Kurs (= genießt großes Ansehen, ist wertvoll)
b)
von nicht messbaren Begriffen
Beispiele:
diese Arbeit erfordert hohe Konzentration
hohes Staatsbewusstsein
er zeigte hohen Mut
ein Mann, Gedanken von hoher Genialität
hohes Können, hohe Kultur besitzen
diese Mitteilung ist für mich von hohem Interesse
hohe Verantwortung tragen
das ist für ihn eine hohe Ehre, Auszeichnung
in hohen Ansehen stehen
jmdm. hohe Achtung entgegenbringen
in höchster Spannung leben
etw. zur höchsten Zufriedenheit erledigen
Weihnachten ist ein hohes Fest
sie trug dieses Kleid nur an den höchsten Feiertagen
er besitzt diese Eigenschaften in hohem Maße, Grade
umgangssprachlich er ist faul in höchster Potenz
diese Arbeit erfordert hohe Genauigkeit
etw. ist von hoher Aktualität
in der höchsten Gefahr, Not
die Kunst stand dort in höchster Blüte
Worte von höchster Eindringlichkeit
hohe Ansprüche stellen
ein Redner mit hohem (= beachtlichem, überdurchschnittlichem) Niveau
ein Gedicht von hoher (= starker) Ausdruckskraft
hohe (= harte) Strafen
hohe (= strenge) Maßstäbe anlegen
in Paris herrschte hohe Freude [Feuchtw.Füchse786]
[eine Erscheinung] die seine höchste Aufmerksamkeit erregte [G. KellerZüricher Novellen7,91]
ihre Wangen brannten von hohem (= kräftigem) Rot [FusseneggerAntlitz65]
adverbiell
sehr
Beispiele:
er war hoch erfreut, sie wiederzusehen
diese Mitteilung ist hoch interessant
diese Arbeit ist hoch anzuerkennen
etw. hoch in Ehren halten
bei jmdm. hoch in der Gunst stehen
hoch in Form sein
sie ist hoch schwanger (= im Endstadium der Schwangerschaft)
[er ist] mit der Veränderung hoch zufrieden [KafkaSchloß401]
stark
Beispiele:
ein hoch industrialisiertes Land
die hoch technisierte Landwirtschaft
oft im Superl.
höchstüberaus
Beispiele:
sein Benehmen erscheint höchst verwunderlich
er ist höchst leichtsinnig, naiv
das ist höchst schädlich
es ist höchst unwahrscheinlich, dass ...
auf das, aufs Höchste erstaunt sein
2.
in der gesellschaftlichen Rangordnung oben stehend
Gegenwort zu nieder2
Beispiele:
ein hoher Beamter, Funktionär, Diplomat, Offizier, Jurist
die hohe Geistlichkeit
der hohe Gast wurde von Mitgliedern der Regierung empfangen
spöttisch er ist jetzt ein hoher Herr
salopp, spöttisch er ist jetzt ein hohes Tier
ein hohes Amt innehaben
Männer in hohen Stellungen
ein Offizier mit einem hohen Rang
sich höheren Orts beschweren
die höchste Instanz
die höhere Laufbahn einschlagen
etw. auf höherer Ebene entscheiden
das Hohe Haus (= die Volksvertretung, die Abgeordneten des Parlaments)
hohes Gericht! (= Anrede)
die höhere Schule (= Sammelbezeichnung für Oberschule, Gymnasium, Lyzeum, Mittelschule)
Diplomatie die hohen vertragschließenden Seiten
historisch die Alliierte Hohe Kommission
historisch die Hohe Behörde
historisch der hohe Adel
veraltet sie ist von hoher Herkunft, von hohem Stande
veraltet die hohe Obrigkeit
veraltet eine Schule für höhere Töchter
veraltet hoch und niedrig (= die Herrschenden und die Beherrschten, jedermann)
veraltet die Hohe Schule (= Hochschule, Universität)
er hat hohe Protektion (= Protektion von Personen, die in der gesellschaftlichen Rangordnung oben stehen)
etw. in höherem Auftrage tun
auf höheren Befehl handeln
die hohe Diplomatie, Politik (= die von den führenden Männern betriebene Diplomatie, Politik)
sie beneideten ihn, weil er so hoch gestiegen war
spöttisch er hat mir das Schreiben höchst eigenhändig überreicht
jene höheren Kreise, die man »Gesellschaft« nannte [WerfelAbituriententag45]
3.
zeitlich
a)
in der Mitte eines Zeitraumes
Beispiele:
die deutsche Dichtung des hohen Mittelalters
dichterisch im Sommerglanz des hohen Juni [A. ZweigErziehung495]
dichterisch wenn der hohe Mittag bebt von Hitze [BartningErdball79]
dichterisch Es war hoher Sommer geworden, als er sich zu der Reise entschloß [Th. MannZauberb.2,54]
b)
an weit vorgeschrittener Stelle eines Zeitraumes
Beispiele:
er war im hohen Alter geistig noch sehr rege
sie ist hoch in den Siebzigern
es ist höchste Zeit, dass du kommst
gehoben Es war hohe Zeit, daß die Erzählerin mit ihrem Bericht zu Ende kam [CarossaGion230]
4.
von Tönen   mit großer Schwingungszahl
Gegenwort zu tief
Beispiele:
auf dem Klavier einen hohen Ton anschlagen
das hohe C
sie hat eine hohe Stimme
ein hoher Tenor
zu hoch singen
sie lachte unbewußt mit einem hohen, klingenden Gelächter [FusseneggerAntlitz21]
übertragen
Beispiel:
spöttisch jmdn. in den höchsten Tönen (= überschwänglich) loben
5.
edel, vortrefflich
Beispiele:
hohe Ideale haben
hohen Zielen zustreben
ihn erwartete eine hohe und edle Aufgabe
die hohe Kunst der Glasmalerei
die hohe Gabe des Gesanges
gehoben diese Erzählung ist ein hohes Lied (= Hohelied) auf die Freundschaft
der Sinn für das Höhere
sich zu Höherem berufen fühlen
Moral, Ethik, Ästhetik gehören zu den sogenannten höheren Werten
die höchsten Güter der Menschheit
die Freiheit gilt ihm als das Höchste
ein Mann von Talent, Willenskraft und hohem Sinn [Ric. HuchConfalonieri96]
sie schien voll hoher Schöpferpläne [HesseNarziß5,297]
[er] konnte sich überhaupt nicht verhehlen, daß sie in mancher Beziehung höher als ihr Bruder geartet war [G. Hauptm.Ketzer4,108]
sehr gut
Beispiele:
von jmdm., einer Sache eine hohe Meinung haben
jmdm. hoch (= als sehr positiv) anrechnen, dass ...
6.
meist im Komp.
übergeordnet
a)
steht der Bedeutung 5 nahe
Beispiele:
das ist ein höherer Gesichtspunkt
das liegt im höheren Interesse der Gesellschaft
in einem höheren Sinne hat er recht
etw. dient einem höheren Zweck
salopp das ist höherer Blödsinn
übermenschlich, überirdisch
Beispiele:
die Gegenwart eines höheren Wesens fühlen
Jura in die Versicherung sind Schäden durch höhere Gewalt (= durch unabwendbare Zufälle, Naturereignisse) eingeschlossen
eine höhere Macht schien jetzt zu Stephans Gunsten eingreifen zu wollen [WerfelMusa Dagh563]
dichterisch ein Höherer, der HöchsteGott
Beispiele:
Wann ich euch wiedersehen werde, weiß nur ein Höherer [Wasserm.Wahnschaffe2,219]
des Höchsten Milde [LessingNathanI 3]
b)
entwickelt, kompliziert
Beispiele:
die höheren Lebewesen
die höhere Nerventätigkeit
die höhere Mathematik
eine hohe Stufe der Erkenntnis
Reiten die Hohe Schule (= formvollendete Reitkunst)
7.
Beispiele:
jmds. Herz schlägt höher (= jmd. ist freudig erregt)
umgangssprachlich das ist das höchste der Gefühle (= das ist das Äußerste)
umgangssprachlich es ging hoch her (= es herrschte Feststimmung, Kampfstimmung, Trubel)
etw. hoch und heilig versichern, versprechen (= etw. feierlich, fest versichern, versprechen)
umgangssprachlich sie ist erst fünf oder sechs, wenn's hoch kommt sieben Jahre alt (= sie ist erst fünf oder sechs, höchstens sieben Jahre alt)
die hohe See (= das offene Meer fern der Küste)
im hohen (= äußersten) Norden
umgangssprachlich sie kamen drei Mann hoch (= zu dritt)
8.
Sonderbedeutungen
a)
Jägersprache
Beispiel:
die hohe Jagd (= Jagd auf Hochwild)
b)
Mathematik
Beispiel:
zehn hoch sechs (= 10⁶, zehn sechsmal als Faktor gesetzt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hoch · Hoch · Höhe · Anhöhe · Hoheit · höchstens · erhöhen · Hochachtung · hochachtungsvoll · hochdeutsch · hochherzig · Hochmeister · Hochmut · hochmütig · hochnäsig · Hochofen · Hochschule · Hochstapler · hochtrabend · Hochwasser · Hochwild
hoch Adj. ‘aus einer Ebene herausragend, weit nach oben reichend’, übertragen ‘nach Wert, Maß, Rang, Bedeutung hervorragend, über den Durchschnitt hinausgehend’, ahd. hōh (8. Jh.), mhd. hōch, , asächs. hōh, mnd. hō(ch), mnl. , hooch, nl. hoog, aengl. hēah, engl. high, anord. hār, got. hauhs, germ. *hauha- geht vielleicht wie ↗Hügel (s. d.) und aind. kucaḥ ‘weibliche Brust’, kucáti ‘zieht sich zusammen, krümmt sich’, lit. kaūkas ‘Beule’, kaũkaras ‘Hügel’, russ. kúča (куча) ‘Haufen, Heuschober’ auf die Gutturalerweiterung ie. *keuk-, *kūk- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurück (wozu auch ↗Hocke, ↗Hobel, ↗Haufen, ↗hüpfen, ↗Haube, s. d.), so daß hoch ursprünglich als ‘(hervor-, empor)gewölbt’ zu verstehen ist. Hoch n. ‘Höhe, Größe’ (17. Jh.); in der Meteorologie (20. Jh.) Kurzform für Hochdruckgebiet (um 1900). Höhe f. ‘Ausdehnung, Ausmaß in vertikaler Richtung, Dimension, Spitze, Gipfel’, mit vielfältigem übertragenem Gebrauch, ahd. hōhī (8. Jh.), mhd. hœhe, hōhe, asächs. hōhi, got. hauhei. Anhöhe f. ‘Hügel, ansteigendes Gelände’ (17. Jh.). Hoheit f. ‘Erhabenheit, hohe Würde, Herrschaftsbefugnis (über ein bestimmtes Gebiet)’, auch Anrede für einen hohen fürstlichen Würdenträger, mhd. hōchheit, hōcheit. höchstens Adv. ‘maximal, im äußersten Falle’ (16. Jh.), dann auch ‘im günstigsten Falle, bestenfalls’, gebildet zum Superlativ höchst. erhöhen Vb. ‘in eine höhere Position bringen, (an)heben, verherrlichen’, ahd. irhōhen (9. Jh.), mhd. erhœhen; vgl. gleichbed. ahd. hōhen (8. Jh.), mhd. hōhen, hœhen. Hochachtung f. ‘Wertschätzung, Respekt’ (16. Jh.); hochachtungsvoll Adj. ‘respektvoll, von Wertschätzung erfüllt’, besonders als Schlußfloskel bei förmlichen Briefen (19. Jh.). hochdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung gekennzeichneten) Sprachstandes des Mittel- und Oberdeutschen (2. Hälfte 15. Jh.), dann auch im Sinne von ‘nicht mundartlich, der Norm der Literatursprache entsprechend’; ausgehend wohl von der meist gebirgigen Beschaffenheit der mittel- und oberdeutschen Landschaften (s. das Gegenwort ↗niederdeutsch und vgl. die Bezeichnung Niederlande). hochherzig Adj. ‘großmütig, von edler, selbstloser Gesinnung’ (17. Jh.), vgl. aengl. hēahheort, got. hauhhaírts ‘hochmütig, überheblich’. Hochmeister m. ‘Oberster eines geistlichen Ritterordens’, mhd. hōchmeister, hōmeister, dann auch ‘Vorsteher der gesamten Judenschaft im Reich, hoher Gelehrter’. Hochmut m. ‘übersteigertes Selbstgefühl, Überheblichkeit’, ahd. hōhmuot (11. Jh.), mhd. hōchmuot, auch im Sinne von ‘hohe, edle Gesinnung, Hochstimmung, Freude’; hochmütig Adj. ‘überheblich, übertrieben stolz’, ahd. hōhmuotīg (um 1000), mhd. hōchmüetic. hochnäsig Adj. ‘anmaßend, eingebildet’ (18. Jh.); vgl. die Redensart die Nase hoch tragen (18. Jh.). Hochofen m. hoher Schachtofen zur Ausschmelzung des Roheisens aus dem Erz, zunächst Hoherofen (18. Jh.), Hohofen (19. Jh.). Hochschule f. Bildungsstätte, in der die Qualifikation für akademische Berufe vermittelt wird, ‘Universität’ (15. Jh.), daneben zunächst auch Hohe Schule, Hoheschule. Hochstapler m. ‘seriös und vornehm auftretender Betrüger’ (18. Jh.), zu rotw. Stappler, Stabeler, Stabuler ‘Bettler’ (15. Jh.), vgl. rotw. stappeln, stapeln, stabeln ‘bettelnd umherziehen’, nhd. (literatursprachlich und landschaftlich) stapeln ‘hochbeinig, gespreizt gehen, betteln gehen’. hochtrabend Part.adj. ‘von oben herab, überheblich’ (vgl. auf dem hohen Roß sitzen), mhd. hōchtrabende. Hochwasser n. ‘höchster Wasserstand innerhalb der Gezeiten, Überschwemmung(sgefahr)’ (19. Jh.), vorher hoch Wasser (16. Jh.). Hochwild n. ‘wertvollste Wildkategorie’, z. B. Rotwild, Schalenwild, edles Federwild (16. Jh.), hoewilt (15. Jh.), entsprechend der Einteilung in hohe, (mittlere,) niedere Jagd.

Thesaurus

Synonymgruppe
droben · hoch · ↗oben · ↗obig · ↗über
Assoziationen
Antonyme
  • hoch
Synonymgruppe
aufwärts · ↗empor · ↗herauf · ↗himmelwärts · himmelwärts gerichtet · ↗hinauf · hoch · in die Höhe · nach oben  ●  rauf  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
auf... · aufwärts... · ↗empor... · ↗hinauf... · ↗hoch...  ●  ↗nauf...  regional · ↗rauf...  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Ehrfurcht gebietend · ↗anspruchsvoll · beeindruckend · ↗erhaben · ↗hehr (Ziel o.ä.) · hoch · ↗hochfliegend · ↗hochgesteckt · ↗vornehm · vornehmst  ●  ↗toll  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
absolut · ↗ausgesprochen · ↗extrem · ↗hoch... · ↗hyper... · ↗höchst · ↗mega... · ↗radikal · ↗sehr · ↗total · ↗unglaublich · ↗äußerst · über die Maßen · ↗überaus  ●  ↗brutal  ugs., süddt. · ↗echt  ugs. · ↗ganz  ugs. · ganz ganz  ugs. · ↗super...  ugs. · ↗voll  ugs., jugendsprachlich · was das Zeug hält  ugs. · ↗wirklich  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • mit äußerster Heftigkeit · wie ein Irrer · wie ein Verrückter · wie verrückt · wie wild · äußerst heftig
  • ausgesprochen · ganz und gar · ↗gänzlich  ●  ↗betont  geh. · ↗prononciert  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alter Anspruch Anteil Arbeitslosigkeit Beamter Ebene Einkommen Erwartung Geschwindigkeit Gewinn Investition Kosten Maß Niveau Preis Qualität Rendite Risiko Stand Steuer Verlust Wert Zahl Zins ausfallen besonders liegen sehr so Ölpreis

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hoch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun mussten sie auch zur Übernahme von Verantwortung in hohen Ämtern bereit sein.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 162
Und es dauerte bis 1991, dann verloren die kommunistischen Größen ihren hohen Rang.
Die Zeit, 04.03.1999, Nr. 10
Er hatte heute ein Paar hohe Stiefel an, deren Schäfte viel zu weit waren.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 964
Es wäre hoch willkommen, wenn wir hier wirklich ein astronomisch feststellbares Datum erhalten hätten.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 24996
Es ist verkehrt, in solchen Fällen nach einer höheren einheitlichen Idee zu suchen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 18944
Zitationshilfe
„hoch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hoch>, abgerufen am 17.09.2019.

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