Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

hochbegabt

Alternative Schreibung hoch begabt
Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung hoch-be-gabt ● hoch be-gabt
Wortzerlegung hoch- begabt
Rechtschreibregel § 36 (1.5)
Wortbildung  mit ›hochbegabt‹ als Grundform: Hochbegabte
eWDG

Bedeutung

sehr begabt
Beispiel:
er ist ein hochbegabter Schüler
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gabe · begabt · hochbegabt · Begabung
Gabe f. ‘Geschenk, bestimmte Menge, Begabung, Talent’, ahd. gāba (9. Jh.), mhd. gābe, mnd. mnl. gāve, nl. gave, anord. gāfa gehören wie die Vertreter der im Nhd. untergegangenen Bildung ahd. geba (8. Jh.), mhd. gebe, asächs. geƀa, aengl. giefu, anord. gjǫf, got. giba (germ. *gebō) zu dem unter geben (s. d.) behandelten Verb. Beide Formen sind jedoch in ihrer Bedeutung unterschieden, indem mhd. gābe vorwiegend das Ergebnis des Schenkens, das ‘Geschenk’ bezeichnet, mhd. gebe dagegen die Handlung des Gebens, das ‘Schenken’ hervorhebt. Schon mhd. gābe bezeichnet auch die Eigenschaft, womit einer ausgestattet (begabt, s. unten) ist, also ‘Begabung, Talent’. Gabe als ‘das, was gegeben wird’ steht schließlich im Sinne von milde Gabe für ‘Almosen, Spende’, in Wendungen wie die gewohnte Gabe (an Medikamenten) verabreichen für ‘Portion, Dosis’. – begabt Part.adj. ‘talentiert, mit guten Anlagen, Geistesgaben ausgestattet’; eigentlich Part. Prät. zu heute unüblichem begaben ‘mit Gaben ausstatten, beschenken’, dem mhd. begāben vorangeht, das im 13. Jh. zuerst in der Rechtssprache (‘letztwillig bedenken, mit Vorrechten ausstatten’) auftritt, im 14. Jh. von der Mystik auf die Gnadengaben Gottes bezogen wird, wohl unter Einfluß von kirchenlat. dōtātus (vgl. frz. doué, engl. gifted, nl. begaaft, dän. begavet). Über den religiösen Bereich hinaus entwickelt sich begabt zum Ausdruck für jede Ausstattung mit Geistesgaben oder sonstigen guten Anlagen; dazu hochbegabt Adj. (16. Jh.). Begabung f. ‘Befähigung, Anlage, Talent’, vom 14. Jh. an vor allem ein Ausdruck der Rechtssprache für ‘Schenkung, Stiftung, Beschenkung, Vorrechte’, seit dem 18. Jh., der Bedeutung des Adjektivs folgend, auf geistige und gute körperliche Anlagen übertragen.

Thesaurus

Synonymgruppe
befähigt · begabt · begnadet · berufen · geeignet · hochbegabt · talentiert · talentvoll  ●  in den Adern liegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›hochbegabt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hochbegabt‹.

Verwendungsbeispiele für ›hochbegabt‹, ›hoch begabt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum strafen uns die hochbegabten alten Männer mit einem guten Roman nach dem anderen? [Die Zeit, 18.09.1992, Nr. 39]
Sein autobiographischer Roman „Unter dem Auge der Uhr“ ist das Buch eines hochbegabten jungen Schriftstellers. [Die Zeit, 23.06.1989, Nr. 26]
Dem Ensemble gehören 125 hochbegabte junge Musiker aus 25 europäischen Ländern an. [Süddeutsche Zeitung, 25.07.2002]
Und in Sport haben viele Hochbegabte Probleme, motorisch sind sie oft nicht so begabt. [Süddeutsche Zeitung, 12.11.2001]
Er war in der Tat ein hochbegabter, vielseitiger Mann mit Geschmack, unabhängig, klug und politisch ehrgeizig. [Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1810]
Zitationshilfe
„hochbegabt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hochbegabt>.

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