hochnotpeinlich

GrammatikAdjektiv
Worttrennunghoch-not-pein-lich
Wortzerlegunghoch-Notpeinlich
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
häufig attributiv
scherzhaft sehr streng
Beispiele:
jmdm. hochnotpeinliche Fragen stellen
die Eltern stellten mit dem Jungen ein hochnotpeinliches Verhör an
2.
historisch
Beispiel:
ein hochnotpeinliches Gericht (= mittelalterliches Gericht, das die Todesstrafe aussprechen konnte)

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) unangenehm · ↗beschämend · ↗blamabel  ●  (jemandem) die Schamesröte ins Gesicht treiben  fig. · peinlich  Hauptform · vor Scham im Boden versinken  fig., variabel · ↗daneben  ugs. · hochnotpeinlich (Verstärkung)  ugs.
Assoziationen
  • betreten · ↗genierlich · in Verlegenheit · peinlich berührt · ↗verschämt  ●  ↗gschamig  süddt. · ↗verlegen  Hauptform
  • Das könnt ihr doch nicht (mit mir / uns) machen! · Was sollen die Leute denken? · Wie sieht das denn aus, wenn (...) · Wie stehe ich (denn) jetzt (vor meinen Leuten) da!?
  • (sich) genieren · (sich) in Grund und Boden schämen (Verstärkung) · ↗erröten · rot werden  ●  ↗(sich) schämen  Hauptform
  • (sehr) peinlich finden · (sich) fremdschämen · (sich) für jemand anderen schämen
  • Wie kann man nur! · ↗deplatziert · fehl am Platz · gegen den guten Ton verstoßend · gegen die Etikette · ↗inkorrekt · nicht angebracht · nicht korrekt · ↗taktlos · ↗unangebracht · ↗unangemessen · ↗unfein · ↗ungebührlich · ↗ungeziemend · ↗unmanierlich · ↗unpassend · ↗unsachlich · ↗unschicklich  ●  ↗ungehörig  Hauptform · ↗daneben  ugs. · ↗unmöglich  ugs. · ↗unziemlich  geh.
  • (man) hätte mehr erwartet (von)  ●  (eine) Bankrotterklärung (sein)  fig. · (etwas ist) keine Heldentat  fig. · (sich) ein Armutszeugnis ausstellen (mit)  fig. · ein Armutszeugnis (für jemanden/etwas sein)  Hauptform · (ein ...) sieht anders aus  ugs. · (jemand) sollte sich was schämen!  ugs. · (sich) nicht (gerade) mit Ruhm bekleckert haben  ugs., Redensart · kein Ruhmesblatt  geh.
  • (etwas) wäre jemandem (zu) peinlich · (jemandem) zu billig sein · (jemandem) zu platt sein · (jemandem) zu primitiv sein
  • blamabel · ↗erbärmlich · ↗kläglich · ↗ruhmlos · ↗schmachvoll · ↗schmählich · ↗unrühmlich · wenig ruhmreich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affäre Angelegenheit Befragung Fehlstart Situation Untersuchung Verfahren Verhör Vorgang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hochnotpeinlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und warum wird diese hochnotpeinliche Situation noch zwei Mal gezeigt.
Die Welt, 25.11.2000
Für einen Minister, noch dazu den Superstar des Kabinetts, ist es hochnotpeinlich, beim Schummeln erwischt zu werden.
Die Zeit, 21.02.2011, Nr. 08
Das stellt sich erst später bei einem hochnotpeinlichen Telefonanruf heraus.
Süddeutsche Zeitung, 08.09.2004
Und wenn nicht jetzt ein hochnotpeinlicher Fall ihr Tribunal beschäftigt hätte, würde es ohne Amtshandlung wieder auseinander gelaufen sein.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 1019
Es genügte, in der offenen Haustür eines Gasthauses gesehen worden zu sein, um in eine hochnotpeinliche Untersuchung verwickelt zu werden.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 951
Zitationshilfe
„hochnotpeinlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hochnotpeinlich>, abgerufen am 14.10.2019.

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