hocken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungho-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›hocken‹ als Erstglied: ↗Hockstütz · ↗hockenbleiben  ·  mit ›hocken‹ als Letztglied: ↗abhocken · ↗anhocken · ↗aufeinanderhocken · ↗aufhocken1 · ↗beieinanderhocken · ↗beisammenhocken · ↗dahocken · ↗durchhocken · ↗herumhocken · ↗hinhocken · ↗niederhocken · ↗rückhocken · ↗zusammenhocken
 ·  mit ›hocken‹ als Grundform: ↗verhocken
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit gekrümmtem Rücken in tiefer Kniebeuge sitzen, kauern
Beispiele:
auf dem (Fuß)boden, der Schwelle, den Steinfliesen hocken
im Trichter, Graben hocken
am Ufer, Wegrand hocken
die Kinder hockten im Kreis auf der Wiese
der Junge hockte unter der Hobelbank und suchte ein passendes Brett
die Gartenarbeit muss oft (am Boden) hockend ausgeführt werden
in hockender Stellung, Haltung sitzen
jmdm. auf der Brust, Schulter, dem Rücken hocken
bildlich
Beispiele:
jmdm. im Nacken hocken (= jmdn. hart bedrängen, mit etw. belästigen)
auf seinem Geld, seinen Schätzen hocken (= geizig sein)
sich hockenin eine tiefe Kniebeuge gehen
Beispiele:
sich auf den Boden, die Treppe hocken
er hockt sich vor den Ofen und macht Feuer
umgangssprachlich in gebückter, nachlässiger Haltung dasitzen
Beispiele:
im Sessel, auf dem Stuhl hocken
am Ofen, im Winkel hocken
die Familie hockte um den Esstisch
sie hockte hinter der Ladenkasse
er hockt mit aufgestützten Armen vor ihr
der Reiter hockt auf einem alten Pferd
zusammengeduckt, sich kleinmachend sitzen
Beispiele:
die Hühner hocken auf der Stange, im Stall
der Hund hockt winselnd in seiner Hütte
die Henne hockt (= brütet) auf den Eiern
sich hockensich krumm, nachlässig setzen
Beispiele:
er hockt sich auf einen großen Stein, seinen Koffer
die Kinder hocken sich neben die Mutter auf die Bank
2.
umgangssprachlich sich aufhalten, sein
Beispiele:
Tag für Tag im Laden, hinter dem Schreibtisch hocken
im Sommer hockt die ganze Familie im Kleingarten
der Junge muss noch ein Jahr in der Schule hocken (= zur Schule gehen)
zu Hause hockendas Haus, die Wohnung nicht verlassen
Beispiele:
sie hockten alle Abende zu Hause
er hockt den ganzen Tag daheim
in einem Wirtshaus hockenin einem Wirtshaus lange sitzenbleiben, müßig verweilen
Beispiele:
die Männer hockten seit einigen Stunden in der Gaststube
im Gefängnis hocken (= eine Strafe absitzen)
den ganzen Tag hinter, über seinen Büchern hocken (= den ganzen Tag lernen, studieren)
Während er daheim erwartet wurde, hockte er in einer Winkelkneipe hinter seinem Glas [TralowKepler153]
Da hatten sich also die askanischen Raubritter an die Nord-Süd-Furt der Spree gehockt (= niedergelassen) [BronnenDeutschland82]
etw. hockt in etw.etw. steckt, sitzt in etw.
Beispiele:
die Angst, Furcht hockt in seinen Augen
es ist wie mit dem Tode ... der in jedem Leben hockt [I. SeidelLabyrinth138]
3.
Turnen die Beine, Knie im Hang oder Stütz an die Brust ziehen und in dieser Haltung springen
Beispiele:
über das Pferd hocken
ein gehockter Salto vom Sprungturm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hocken · hucken · Hocke2 · Hocker
hocken Vb. ‘mit angezogenen Knien dasitzen, kauern, untätig herumsitzen’, landschaftlich hucken, das auch vielfach die Bedeutung ‘in gebückter Stellung eine Last auf den Rücken nehmen und tragen’ angenommen hat (s. ↗Hucke, ↗huckepack). Das erst im Nhd. (16. Jh.) bezeugte Verb steht mit mnl. hucken, nl. hukken ‘niederkauern’ ablautend (wohl mit intensivierender Konsonantendoppelung) neben mhd. hūchen, nhd. (veraltet) hauchen, mnd. mnl. hūken ‘niederkauern, in die Knie gehen, sich ducken’, anord. hūka ‘kauern’. Zur weiteren Verwandschaft s. ↗Hocke. Hocke2 f. in der Turnersprache eine Grundposition bei bestimmten Turnübungen, die mit angewinkelten Knien ausgeführt werden, Rückbildung (Jahn 1816) aus dem Verb, unabhängig von ↗Hocke (s. d.). Hocker m. ‘Sitzmöbel ohne Lehne, Schemel’ (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
ducken · ↗hinkauern · ↗hinknien · hocken · ↗kauern · ↗knien · ↗niederkauern
Synonymgruppe
(etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · ↗leben  ●  ↗hausen  abwertend · ↗wohnen  Hauptform · (irgendwo) hocken  ugs., salopp · ↗residieren  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bildschirm Boden Ecke Fernseher Fußboden Glotze Kabine Käfig Schemel Schneidersitz Sessel Sofa Straßenrand Stube Stuhl Tisch Tribüne abends anhocken aufeinanderhocken beieinander beieinanderhocken beisammen dahocken herumhocken hinhocken nebeneinander niederhocken stundenlang zusammenhocken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hocken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn deutsche Männer abschalten wollen, hocken sie am liebsten vorm TV.
Bild, 22.04.2005
Seit 660 Tagen hockt sie nun auf dem Baum, den sie Luna getauft hat.
Der Tagesspiegel, 06.10.1999
Tatsächlich, in der linken Ecke des Stalles hockten zwei Hühner.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 96
Die drei Männer hockten um den Tisch, ums letzte Licht.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 151
Dichtgeschart hockte bald alles auf der Erde des großen Platzes, die Frauen, die Kinder, die Alten.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 413
Zitationshilfe
„hocken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hocken#1>, abgerufen am 18.10.2019.

Weitere Informationen …

hocken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungho-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›hocken‹ als Letztglied: ↗aufhocken2
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich eine Last auf den Rücken nehmen
Beispiel:
ein Kind auf den Rücken hocken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hocken · hucken · Hocke2 · Hocker
hocken Vb. ‘mit angezogenen Knien dasitzen, kauern, untätig herumsitzen’, landschaftlich hucken, das auch vielfach die Bedeutung ‘in gebückter Stellung eine Last auf den Rücken nehmen und tragen’ angenommen hat (s. ↗Hucke, ↗huckepack). Das erst im Nhd. (16. Jh.) bezeugte Verb steht mit mnl. hucken, nl. hukken ‘niederkauern’ ablautend (wohl mit intensivierender Konsonantendoppelung) neben mhd. hūchen, nhd. (veraltet) hauchen, mnd. mnl. hūken ‘niederkauern, in die Knie gehen, sich ducken’, anord. hūka ‘kauern’. Zur weiteren Verwandschaft s. ↗Hocke. Hocke2 f. in der Turnersprache eine Grundposition bei bestimmten Turnübungen, die mit angewinkelten Knien ausgeführt werden, Rückbildung (Jahn 1816) aus dem Verb, unabhängig von ↗Hocke (s. d.). Hocker m. ‘Sitzmöbel ohne Lehne, Schemel’ (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
ducken · ↗hinkauern · ↗hinknien · hocken · ↗kauern · ↗knien · ↗niederkauern
Synonymgruppe
(etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · ↗leben  ●  ↗hausen  abwertend · ↗wohnen  Hauptform · (irgendwo) hocken  ugs., salopp · ↗residieren  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bildschirm Boden Ecke Fernseher Fußboden Glotze Kabine Käfig Schemel Schneidersitz Sessel Sofa Straßenrand Stube Stuhl Tisch Tribüne abends anhocken aufeinanderhocken beieinander beieinanderhocken beisammen dahocken herumhocken hinhocken nebeneinander niederhocken stundenlang zusammenhocken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hocken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn deutsche Männer abschalten wollen, hocken sie am liebsten vorm TV.
Bild, 22.04.2005
Seit 660 Tagen hockt sie nun auf dem Baum, den sie Luna getauft hat.
Der Tagesspiegel, 06.10.1999
Tatsächlich, in der linken Ecke des Stalles hockten zwei Hühner.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 96
Die drei Männer hockten um den Tisch, ums letzte Licht.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 151
Dichtgeschart hockte bald alles auf der Erde des großen Platzes, die Frauen, die Kinder, die Alten.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 413
Zitationshilfe
„hocken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hocken#2>, abgerufen am 18.10.2019.

Weitere Informationen …

hocken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungho-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›hocken‹ als Letztglied: ↗aufhocken3 · ↗umhocken
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich Getreide hockenGetreide in Hocken aufstellen
Beispiele:
das Korn ist gehockt
das Heu muss dringend gehockt (= in Haufen gesetzt) werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hocken · hucken · Hocke2 · Hocker
hocken Vb. ‘mit angezogenen Knien dasitzen, kauern, untätig herumsitzen’, landschaftlich hucken, das auch vielfach die Bedeutung ‘in gebückter Stellung eine Last auf den Rücken nehmen und tragen’ angenommen hat (s. ↗Hucke, ↗huckepack). Das erst im Nhd. (16. Jh.) bezeugte Verb steht mit mnl. hucken, nl. hukken ‘niederkauern’ ablautend (wohl mit intensivierender Konsonantendoppelung) neben mhd. hūchen, nhd. (veraltet) hauchen, mnd. mnl. hūken ‘niederkauern, in die Knie gehen, sich ducken’, anord. hūka ‘kauern’. Zur weiteren Verwandschaft s. ↗Hocke. Hocke2 f. in der Turnersprache eine Grundposition bei bestimmten Turnübungen, die mit angewinkelten Knien ausgeführt werden, Rückbildung (Jahn 1816) aus dem Verb, unabhängig von ↗Hocke (s. d.). Hocker m. ‘Sitzmöbel ohne Lehne, Schemel’ (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
ducken · ↗hinkauern · ↗hinknien · hocken · ↗kauern · ↗knien · ↗niederkauern
Synonymgruppe
(etwas) sein Zuhause nennen · (irgendwo) zu Hause sein · (sein) Zuhause haben · jemandes Zuhause sein · ↗leben  ●  ↗hausen  abwertend · ↗wohnen  Hauptform · (irgendwo) hocken  ugs., salopp · ↗residieren  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bildschirm Boden Ecke Fernseher Fußboden Glotze Kabine Käfig Schemel Schneidersitz Sessel Sofa Straßenrand Stube Stuhl Tisch Tribüne abends anhocken aufeinanderhocken beieinander beieinanderhocken beisammen dahocken herumhocken hinhocken nebeneinander niederhocken stundenlang zusammenhocken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hocken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn deutsche Männer abschalten wollen, hocken sie am liebsten vorm TV.
Bild, 22.04.2005
Seit 660 Tagen hockt sie nun auf dem Baum, den sie Luna getauft hat.
Der Tagesspiegel, 06.10.1999
Tatsächlich, in der linken Ecke des Stalles hockten zwei Hühner.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 96
Die drei Männer hockten um den Tisch, ums letzte Licht.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 151
Dichtgeschart hockte bald alles auf der Erde des großen Platzes, die Frauen, die Kinder, die Alten.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 413
Zitationshilfe
„hocken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hocken#3>, abgerufen am 18.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Hocke
hochzwirbeln
hochzüngeln
hochzufrieden
hochzucken
hocken bleiben
hockenbleiben
Hocker
höckerartig
höckerförmig