Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

hoffen

Grammatik Verb · hofft, hoffte, hat gehofft
Aussprache 
Worttrennung hof-fen
Wortbildung  mit ›hoffen‹ als Erstglied: Hoffnung · höfflich  ·  mit ›hoffen‹ als Letztglied: erhoffen  ·  mit ›hoffen‹ als Binnenglied: erdgashöffig · erdölhöffig · erzhöffig · ölhöffig
 ·  mit ›hoffen‹ als Grundform: Hoffen
eWDG

Bedeutung

etw. mit Zuversicht erwarten, zuversichtlich glauben, dass etw. geschehen wird, etw. zuversichtlich annehmen
Beispiele:
er hofft, dass es bald regnet
wir hoffen sehnlich, dass er heute eintrifft
ich hoffe, dass du bald gesund wirst
wir wollen hoffen, dass …
es bleibt zu hoffen, dass …
umsonst, gegen alle Vernunft hoffte er, dass …
er hofft, den Zug noch zu erreichen
wir hoffen, etwas Schlimmes verhindern zu können
er hofft, ihn für diese Aufgabe zu gewinnen
hoffen wir das Beste!
ich hoffe es sehr
das will ich nicht hoffen (= ich wünsche, dass das nicht geschehen ist, geschehen wird)
er hofft immer noch
er hofft vergebens
das ist eher geschehen, als ich zu hoffen wagte
das lässt mich hoffen (= mit der Erfüllung meines Wunsches ist zu rechnen)
sprichwörtlichder Mensch hofft, solange er lebt
sprichwörtlichwas man hofft, glaubt man gern
sprichwörtlich Hoffen und Harren macht manchen zum Narren
Ach! vielleicht, indem wir hoffen, / Hat uns Unheil schon getroffen [ SchillerGlocke]
nicht hoffen, dass etw. geschiehtwünschen, dass etw. nicht geschieht
Beispiele:
ich hoffe nicht, dass er darüber ungehalten ist
ich will nicht hoffen, dass er krank ist
auf etw. hoffenwünschen, dass etw. eintritt, geschieht
Beispiele:
auf Regen hoffen
auf eine gute Nachricht, Frieden, baldige Genesung hoffen
wir hoffen auf ein Lebenszeichen von ihm, gute Nachbarschaft mit ihm
es ist klar, dass wir in der überfüllten Stadt nicht auf ein Hotelzimmer hoffen können (= nicht damit rechnen können)
auf jmdn. hoffenwünschen, dass jmd. etw. geschehen lässt, tut
Beispiele:
auf die Verwandten, den Freund, Gott hoffen
Wellington weiß Blücher nah, und Napoleon hofft auf Grouchy … und wer zuerst eintrifft, hat die Schlacht entschieden [ St. ZweigSternstunden17]
nichts (mehr) zu hoffen habenkeine guten Aussichten (mehr) haben
Beispiele:
es gab für ihn nichts zu hoffen
das Abwehrspiel der Gegner war so gut, dass für die gastgebende Fußballmannschaft nichts mehr zu hoffen war
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hoffen · hoffentlich · Hoffnung · verhoffen · unverhofft
hoffen Vb. ‘mit Zuversicht erwarten, zuversichtlich glauben, Vertrauen in die Zukunft haben’, mhd. hoffen, mnd. hȫpen, hoppen, hapen, mnl. hōpen, nl. hopen, aengl. hopian (9. Jh.), engl. to hope. Die Herkunft des vielleicht durch die angelsächsische Mission auf dem Festland bekannt gewordenen und ahd. (gi)thingen, mhd. (ge)dingen ‘hoffen’ (zu Ding, dingen, s. d.) verdrängenden Verbs ist nicht geklärt. Eine Anknüpfung an die unter hüpfen (s. d.) angegebenen Formen, die für hoffen eine Deutung ‘vor Erwartung aufspringen’ voraussetzt, ist fraglich. hoffentlich Adv. ‘möge es doch geschehen (, daß …), man kann erwarten, daß …’, mhd. hof(fen)lich Adj. ‘was zu hoffen ist, hoffend, Hoffnung erweckend’, zum Infinitiv hoffen gebildet; mit Gleitlaut -t- seit 17. Jh. Hoffnung f. ‘zuversichtliche Erwartung, Vertrauen in die Zukunft, Zuversicht’, mhd. hoffenunge. verhoffen Vb. heute nur noch in der Jägersprache im Sinne von ‘stehenbleiben, um zu sichern, sich unruhig umsehen, stutzig werden’ (vom Wild), mhd. verhoffen ‘stark hoffen, erwarten, die Hoffnung aufgeben, verzweifeln’. unverhofft Part.adj. ‘unerwartet, unvermutet, plötzlich, überraschend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Hoffnung hegen · (einen) Wunsch haben · (er)hoffen · (etwas) erhoffen · (sich) Hoffnungen machen (auf) · (sich) erwünschen · (sich) wünschen · erträumen · herbeiwünschen  ●  träumen (von)  fig. · (einen) Wunsch hegen  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (seine) Hoffnung knüpfen (an) · (seine) Hoffnung setzen (auf)

Typische Verbindungen zu ›hoffen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hoffen‹.

Verwendungsbeispiele für ›hoffen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie dürfen hoffen, auch noch selbst das Heil zu finden. [Seitz, Joseph: Nicht katholisch getraut - was nun?, Leutesdorf am Rhein: Druckerei des Johannesbundes 1960 [1956], S. 17]
Nur auf diese Weise hoffe ich, nicht wieder einmal einen Hund durch ein fremdes Auto zu verlieren. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 206]
Sie hoffen, sich dadurch der Verantwortung für wichtigere Entscheidungen zu entziehen. [Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 157]
Die meisten hofften, dem Tag noch ein paar Stunden abringen zu können. [Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1]
Ich hoffe schon, mich auf diesen harten Kern stützen zu können. [Der Spiegel, 18.11.1991]
Zitationshilfe
„hoffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hoffen>.

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