hohläugig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghohl-äu-gig
Wortzerlegunghohl-äugig
eWDG, 1969

Bedeutung

mit tiefliegenden Augen
Beispiel:
er hat ein starres, hohläugiges Gesicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hohl · Höhle · Höhlung · hohläugig · Hohlspiegel · Hohlweg
hohl Adj. ‘innen nicht ausgefüllt, leer, nach innen gekrümmt, konkav, dumpf klingend, ohne inneren Gehalt’. Die Herkunft des germ. Adjektivs ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. nl. aengl. hol (vgl. sustantiviertes engl. hole ‘Loch, Grube, Höhle’), anord. holr (germ. *hula-) ist nicht geklärt. Falls sich aind. kulyam ‘Aufbewahrungsort für die Knochen eines verbrannten Leichnams’, kulyā́ ‘Bach, Graben, Kanal’, kúlam ‘Geschlecht, Sippe, Menge, Herde’, mahā-kulá- ‘eine große Höhlung habend’ und griech. kaulós (καυλός) ‘Stengel, Federkiel, Schaft’, lat. caulis (vlat. cōlis) ‘Stengel, Stiel, Strunk, Kohl’ (s. ↗Kohl1), mir. cuaille ‘Pfahl’, lit. káulas ‘Knochen, Bein, Kern im Steinobst’, lett. kauls ‘Knochen, Stengel, Kern, Schale’, apreuß. kaulan ‘Knochen, Bein’ vergleichen lassen, kann von ie. *kaul-, *kul- ‘hohl, Hohlstengel, Röhrenknochen’ ausgegangen werden. Höhle f. ‘Hohlraum in der Erde, im Felsen, Tierbehausung’, ahd. holī (8. Jh.), hulī (9. Jh.), mhd. höl(e), hüle; Abstraktbildung zum Adj. Höhlung f. ‘ausgehöhlte Stelle, Vertiefung, Einbuchtung’, frühnhd. holung (15. Jh.), Abstraktum zu seltenem höhlen ‘hohl machen’, mhd. höln, vgl. ahd. holōn (10. Jh.), mhd. holn, got. ushulōn ‘aushöhlen’; heute meist aushöhlen (15. Jh.). hohläugig Adj. ‘mit tiefliegenden Augen’ (16. Jh.). Hohlspiegel m. ‘Spiegel mit nach innen gewölbter Oberfläche’ (18. Jh.). Hohlweg m. ‘Weg durch einen Geländeeinschnitt’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›hohläugig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hohläugig‹.

Verwendungsbeispiele für ›hohläugig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wird umringt von unrasierten, hohläugig blickenden Männern, die in ziviler Kleidung, nahezu ohne Gepäck, hier angekommen sind.
Die Welt, 25.05.1999
Seither steht das Gerippe da und starrt hohläugig auf den Ozean hinaus.
Die Zeit, 01.10.2003, Nr. 40
Avantgardistische Gesinnung und hohläugigen Fanatismus wird man da vergeblich suchen.
Süddeutsche Zeitung, 05.11.1999
Sie hat Kummer mit ihrem Ältesten, einem mageren, hohläugigen Sechsjährigen, der kaum stehen kann.
Die Zeit, 06.06.1986, Nr. 24
In den großformatigen Gemälden begegnen hohläugige Richter der Bundesrepublik und der gleißend helle Todesstreifen mit seinen Opfern.
Der Tagesspiegel, 19.07.2002
Zitationshilfe
„hohläugig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hohl%C3%A4ugig>, abgerufen am 30.03.2020.

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