hohnlachen

Laut dem amtlichen Regelwerk ist nach § 33 E sowohl die Zusammenschreibung als auch die Getrenntschreibung möglich. Daraus ergeben sich zwei finite Reihen: entweder wird das Verb klein und zusammengeschrieben (ich hohnlache, er hat gehohnlacht) oder es wird, wenn eine Wortgruppe zugrunde liegt, getrennt und Hohn als Substantiv großgeschrieben (ich lache Hohn, er hat Hohn gelacht). Die trennbare finite Form des Verbes (*ich lache hohn, *er hat hohngelacht) ist nach der neuen Rechtschreibung nicht mehr gültig.
GrammatikVerb · hohnlacht, hohnlachte, hat gehohnlacht
Nebenform Hohn lachen · Verb · lacht Hohn, lachte Hohn, hat Hohn gelacht
Worttrennunghohn-la-chen ● Hohn la-chen
WortzerlegungHohnlachen
Rechtschreibregeln§ 33
Wortbildung mit ›hohnlachen‹ als Grundform: ↗Hohnlachen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
höhnisch, überlegen, schadenfroh lachen
2.
gehoben zuwiderlaufen, spotten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hohn · höhnen · höhnisch · hohnlachen · Hohngelächter · hohnsprechen · verhöhnen
Hohn m. ‘boshafter, mit Verachtung und Schadenfreude vermischter, beißender Spott’, ahd. hōna f. (9. Jh.), mhd. mnd. hōn m., mnl. nl. hoon m. sowie ahd. hōnida (8. Jh.), mhd. hœnde, hœne, asächs. hōnða ‘Schmach, Schande’ sind Abstrakta zu den Adjektivbildungen ahd. hōni (9. Jh.), mhd. hœne ‘verachtet, in Schmach lebend’, auch ‘hochfahrend, zornig, gefährlich’, aengl. hēan ‘niedrig, verachtet, arm, elend’, got. hauns ‘niedrig, demütig’ (germ. *hauna-). Diese stellen sich mit griech. kaunós (καυνός) ‘schlecht, trocken, dürr’, lett. kauns ‘Scham, Schande, Schmach’ als n-Erweiterungen zur Wurzel ie. *kau- ‘erniedrigen, demütigen, Schande, Scham’, die auch in anord. hāð ‘Spott, Hohn’ und lit. kūvė́tis ‘sich schämen’ vorliegt. Von den gleichen Adjektivbildungen abgeleitet sind höhnen Vb. ‘boshaft, verächtlich spotten, höhnisch sprechen’, ahd. hōnen (um 800; vgl. ahd. ungihōnit, 8. Jh.), mhd. hœnen ‘entehren, herabsetzen, schmähen’, asächs. hōnian, mnd. hȫnen ‘schmähen’, mnl. hōnen, nl. hoonen ‘(ver)höhnen’, aengl. hīenan, got. haunjan ‘erniedrigen’. Ursprünglich fehlt der Wortgruppe das Moment schadenfroher Überlegenheit. höhnisch Adj. ‘voller Hohn, spöttisch, schadenfroh’, mhd. hœnisch. hohnlachen Vb. ‘höhnisch lachen’, mhd. hōnlachen ‘hinterlistig lachen’; Hohngelächter n. (17. Jh.). hohnsprechen Vb. ‘spotten, widersprechen’ (15. Jh.). verhöhnen Vb. ‘verspotten, lächerlich machen’, mhd. verhœnen ‘herabsetzen, entehren’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

lachen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hohnlachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erschrocken rannte unten das Weib, von Grauen gepackt - hohnlachend sauste oben die Schar weiter, hinein in das windige Dunkel.
Tucholsky, Kurt: Walpurgisnacht. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 5211
Hohnlachend wären die beiden Adelsgeschlechter über seine Leiche zum Kampf geschritten.
Die Zeit, 03.10.1946, Nr. 33
Man sah die Siegesallee und konnte über diese Art künstlerischer Volkserziehung nur hohnlachen.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 112
Und wieder machte Montezuma den Versuch, seinen Gefängniswärtern hohnlachend zu entfliehen.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 337
Aus den Barbaren, die einst hohnlachend die antike Kulturwelt in der Völkerwanderung in Trümmer geschlagen und zertreten hatten, war dieser Kriegerstand hervorgegangen.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 28816
Zitationshilfe
„hohnlachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hohnlachen>, abgerufen am 22.10.2019.

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