hohnlachen

Laut dem amtlichen Regelwerk ist nach § 33 E sowohl die Zusammenschreibung als auch die Getrenntschreibung möglich. Daraus ergeben sich zwei finite Reihen. Entweder wird das Verb klein und zusammengeschrieben (ich hohnlache, er hat gehohnlacht) oder es wird, wenn eine Wortgruppe zugrunde liegt, getrennt und Hohn als Substantiv großgeschrieben (ich lache Hohn, er hat Hohn gelacht). Die trennbare finite Form des Verbes (*ich lache hohn, *er hat hohngelacht) ist nach der neuen Rechtschreibung nicht mehr gültig.
Grammatik Verb · hohnlacht, hohnlachte, hat gehohnlacht
Nebenform Hohn lachen · Verb · lacht Hohn, lachte Hohn, hat Hohn gelacht
Aussprache  [ˈhoːnlaχn̩]
Worttrennung hohn-la-chen ● Hohn la-chen
Wortzerlegung  Hohn lachen
Rechtschreibregel § 33 (E)
Wortbildung  mit ›hohnlachen‹ als Grundform: Hohnlachen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmd. lacht Hohn⟩, ⟨jmd. hohnlacht⟩ höhnisch, überlegen, schadenfroh lachen
  2. 2. [gehoben] ⟨etw. lacht etw. Hohn⟩, ⟨etw. hohnlacht etw.⟩ zuwiderlaufen, spotten
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
jmd. lacht Hohn, jmd. hohnlachthöhnisch, überlegen, schadenfroh lachen
Beispiele:
Für die U‑Bahn lösen Sie immer ein Ticket, auch wenn andere hohnlachend ohne fahren. [Die Zeit, 03.02.2016]
Vier Minuten später kam das 3:1. Und nach der Pause grölten die Florentiner hohnlachend den Römern zu: »Das gelbe Ding da ist der Ball!« [Süddeutsche Zeitung, 01.02.2019]
Nur zu oft verdienen die Behörden mit am gigantischen Geschäft mit dem Tropenholz. Die meisten ihrer Kontrollen sind, das sagen die Holzfäller hohnlachend, als reine Farce gedacht, um Umweltschützer und Holz‑Kunden zu beruhigen. [Welt am Sonntag, 07.09.2003]
Er [der Umweltminister] versprach 42 Millionen Euro zur Beseitigung der Schäden und meinte heiter, in einem halben Jahr sei alles vergessen. Da können die Männer und Frauen in der Bar nur Hohn lachen. [Der Spiegel, 25.11.2002]
Dort [im Inneren eines Sklavenschiffes] ist die Hölle los. Die Weißen prügeln, treten und hohnlachen, die Schwarzen stöhnen und sterben dahin. [Der Spiegel, 20.02.1978]
Aus den Barbaren, die einst hohnlachend die antike Kulturwelt in der Völkerwanderung in Trümmer geschlagen und zertreten hatten, war dieser Kriegerstand hervorgegangen. [Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte. Dritter Teil. Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 28816]
2.
gehoben etw. lacht etw. [Genitiv] Hohn, etw. hohnlacht etw. [Genitiv]zuwiderlaufen, spotten (b)
Beispiele:
Er sagt gerne Dinge, die vom britischen Publikum mit vergnügtem Entsetzen quittiert werden, zumal solche, die jeder Political Correctness hohnlachen. [Die Zeit, 21.09.2015]
Bisher[…] hohnlacht der groteske, delirierende Akt nationaler Selbstverstümmelung namens Brexit jeder Satire. [Süddeutsche Zeitung, 27.11.2019]
Namen wie Verdun, Ypern, Tannenberg oder die Somme stehen für ein bis dahin beispielloses Massensterben, das der damaligen Propaganda vom »Heldentod« hohnlacht. [Mittelbayerische, 22.10.2018]
Der Deutsche hat vieles erfunden, unter anderem einige Sprichwörter, die jeder Lebensrealität hohnlachen. [Süddeutsche Zeitung, 24.08.2004]
Unter seinen graublonden Haaren, die allen Regeln moderner Frisierkunst Hohn lachen, hat Karsten Jahnke sich Neugier bewahrt. [Welt am Sonntag, 17.11.2002]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hohn · höhnen · höhnisch · hohnlachen · Hohngelächter · hohnsprechen · verhöhnen
Hohn m. ‘boshafter, mit Verachtung und Schadenfreude vermischter, beißender Spott’, ahd. hōna f. (9. Jh.), mhd. mnd. hōn m., mnl. nl. hoon m. sowie ahd. hōnida (8. Jh.), mhd. hœnde, hœne, asächs. hōnða ‘Schmach, Schande’ sind Abstrakta zu den Adjektivbildungen ahd. hōni (9. Jh.), mhd. hœne ‘verachtet, in Schmach lebend’, auch ‘hochfahrend, zornig, gefährlich’, aengl. hēan ‘niedrig, verachtet, arm, elend’, got. hauns ‘niedrig, demütig’ (germ. *hauna-). Diese stellen sich mit griech. kaunós (καυνός) ‘schlecht, trocken, dürr’, lett. kauns ‘Scham, Schande, Schmach’ als n-Erweiterungen zur Wurzel ie. *kau- ‘erniedrigen, demütigen, Schande, Scham’, die auch in anord. hāð ‘Spott, Hohn’ und lit. kūvė́tis ‘sich schämen’ vorliegt. Von den gleichen Adjektivbildungen abgeleitet sind höhnen Vb. ‘boshaft, verächtlich spotten, höhnisch sprechen’, ahd. hōnen (um 800; vgl. ahd. ungihōnit, 8. Jh.), mhd. hœnen ‘entehren, herabsetzen, schmähen’, asächs. hōnian, mnd. hȫnen ‘schmähen’, mnl. hōnen, nl. hoonen ‘(ver)höhnen’, aengl. hīenan, got. haunjan ‘erniedrigen’. Ursprünglich fehlt der Wortgruppe das Moment schadenfroher Überlegenheit. höhnisch Adj. ‘voller Hohn, spöttisch, schadenfroh’, mhd. hœnisch. hohnlachen Vb. ‘höhnisch lachen’, mhd. hōnlachen ‘hinterlistig lachen’; Hohngelächter n. (17. Jh.). hohnsprechen Vb. ‘spotten, widersprechen’ (15. Jh.). verhöhnen Vb. ‘verspotten, lächerlich machen’, mhd. verhœnen ‘herabsetzen, entehren’.

Typische Verbindungen zu ›hohnlachen‹, ›Hohn lachen‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hohnlachen‹.

Zitationshilfe
„hohnlachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hohnlachen>, abgerufen am 16.01.2022.

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