hohnsprechen

Laut dem amtlichen Regelwerk ist nach § 33 E sowohl die Zusammenschreibung als auch die Getrenntschreibung möglich. Daraus ergeben sich zwei finite Reihen: entweder wird das Verb klein und zusammengeschrieben (ich hohnspreche, zu hohnsprechen) oder es wird, wenn eine Wortgruppe zugrunde liegt, getrennt und Hohn als Substantiv großgeschrieben (ich spreche Hohn, er hat Hohn gesprochen). Die trennbare finite Form des Verbes (*ich spreche hohn, *hohnzusprechen) ist nach der neuen Rechtschreibung nicht mehr gültig.
GrammatikVerb · hohnspricht, hohnsprach, hat hohngesprochen
Nebenform Hohn sprechen · Verb · spricht Hohn, sprach Hohn, hat Hohn gesprochen
Worttrennunghohn-spre-chen · Hohn spre-chen
WortzerlegungHohnsprechen
Rechtschreibregeln§ 33
eWDG, 1969

Bedeutung

etw., jmd. spricht einer Sache Hohnetw., jmd. spottet, widerspricht einer Sache
Beispiele:
sein Benehmen spricht allem Anstand Hohn
sein Benehmen hat jedem Empfinden hohngesprochen
das spricht der Vernunft, dem gesunden Menschenverstand, Gesetz, aller Erfahrung, Sitte, Gerechtigkeit, Ordnung Hohn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hohn · höhnen · höhnisch · hohnlachen · Hohngelächter · hohnsprechen · verhöhnen
Hohn m. ‘boshafter, mit Verachtung und Schadenfreude vermischter, beißender Spott’, ahd. hōna f. (9. Jh.), mhd. mnd. hōn m., mnl. nl. hoon m. sowie ahd. hōnida (8. Jh.), mhd. hœnde, hœne, asächs. hōnða ‘Schmach, Schande’ sind Abstrakta zu den Adjektivbildungen ahd. hōni (9. Jh.), mhd. hœne ‘verachtet, in Schmach lebend’, auch ‘hochfahrend, zornig, gefährlich’, aengl. hēan ‘niedrig, verachtet, arm, elend’, got. hauns ‘niedrig, demütig’ (germ. *hauna-). Diese stellen sich mit griech. kaunós (καυνός) ‘schlecht, trocken, dürr’, lett. kauns ‘Scham, Schande, Schmach’ als n-Erweiterungen zur Wurzel ie. *kau- ‘erniedrigen, demütigen, Schande, Scham’, die auch in anord. hāð ‘Spott, Hohn’ und lit. kūvė́tis ‘sich schämen’ vorliegt. Von den gleichen Adjektivbildungen abgeleitet sind höhnen Vb. ‘boshaft, verächtlich spotten, höhnisch sprechen’, ahd. hōnen (um 800; vgl. ahd. ungihōnit, 8. Jh.), mhd. hœnen ‘entehren, herabsetzen, schmähen’, asächs. hōnian, mnd. hȫnen ‘schmähen’, mnl. hōnen, nl. hoonen ‘(ver)höhnen’, aengl. hīenan, got. haunjan ‘erniedrigen’. Ursprünglich fehlt der Wortgruppe das Moment schadenfroher Überlegenheit. höhnisch Adj. ‘voller Hohn, spöttisch, schadenfroh’, mhd. hœnisch. hohnlachen Vb. ‘höhnisch lachen’, mhd. hōnlachen ‘hinterlistig lachen’; Hohngelächter n. (17. Jh.). hohnsprechen Vb. ‘spotten, widersprechen’ (15. Jh.). verhöhnen Vb. ‘verspotten, lächerlich machen’, mhd. verhœnen ‘herabsetzen, entehren’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemühung Gerechtigkeit Grundsatz Praxis Rechtsstaatlichkeit sprechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hohnsprechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es spräche diesen Bemühungen hohn, wenn das mühsam angepeilte Ziel einfach aufgegeben würde.
Süddeutsche Zeitung, 03.11.1994
Dieser Widerspruch, der allen ästhetischen Theorien hohnspricht, muß erläutert werden.
Die Zeit, 10.03.1978, Nr. 11
Die geschlossenen Mädchenschulen sprechen solchen Worten natürlich hohn, aber immerhin klingen sie ein bißchen menschlicher als die sonst üblichen barschen Dekrete.
Süddeutsche Zeitung, 23.10.1996
Ihr Oberkommando setzte den Maßnahmen, die allen Grundsätzen des Kriegsvölkerrechtes hohnsprachen, keinerlei Widerstand entgegen.
Die Welt, 19.06.1999
Zitationshilfe
„hohnsprechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hohnsprechen>, abgerufen am 22.10.2019.

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