Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

holzen

Grammatik Verb · holzt, holzte, hat/ist geholzt
Aussprache 
Worttrennung hol-zen
GrundformHolz
Wortbildung  mit ›holzen‹ als Erstglied: Holzer · Holzerei  ·  mit ›holzen‹ als Letztglied: Geholze · abholzen · aufholzen · ausholzen
 ·  mit ›holzen‹ als Grundform: verholzen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Bäume fällen, Holz hauen
  2. 2. [Fußball, umgangssprachlich, abwertend] unfair, roh spielen
  3. 3. [Jägersprache] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
Bäume fällen, Holz hauen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
Er nahm Melk, den Knecht, mit in den Wald und ging ans Holzen [ ZahnDie da kommen48]
2.
Fußball, umgangssprachlich, abwertend unfair, roh spielen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
der Spieler N wurde ausgepfiffen, weil er während des ganzen Spiels holzte
die Mannschaft hat heute geholzt
3.
Jägersprache
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
der Marder holzt (= springt von Baum zu Baum)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Holz · holzen · Holzer · hölzern · holzig · Holzapfel · Holzschnitt · Holzweg
Holz n. ‘Gewebe und Stamm von Bäumen und Sträuchern, Baum, Wald, aus Holz gefertigter Gegenstand’, ahd. (8. Jh.), mhd. holz, asächs. mnd. aengl. anord. holt, mnl. nl. hout, engl. (dichterisch) holt, schwed. (mundartlich) hult führen als schwundstufige Bildungen (germ. *hulta-) wie griech. kládos (κλάδος) ‘Ast, Zweig, Trieb’, kladarós (κλαδαρός) ‘gebrechlich’ und unterschiedlich ablautendes lat. clādēs ‘Verletzung, Schaden, Unheil, Niederlage’ sowie aslaw. klada ‘Holzblock’, russ. kolóda (колода) ‘Balken, Block, Baumstamm’ auf eine d-Erweiterung der Wurzel ie. *kel(ə)- ‘schlagen, hauen’, so daß Holz ursprünglich als das ‘Abgeschlagene, Abgehauene’ aufzufassen ist. holzen Vb. ‘Holz fällen und aus dem Walde schaffen’, mhd. holzen, auch ‘mit Holz versehen’, übertragen ‘prügeln’ (Anfang 19. Jh.), im Fußball ‘roh spielen’ (20. Jh.). Holzer m. ‘Holzhauer’, mhd. holzer; im Fußball ‘roher Spieler’ (20. Jh.). hölzern Adj. ‘von Holz’, mhd. hulzerīn; vgl. daneben ahd. holzīn ‘aus Holz’ (um 1000), mhd. hülzīn, holzīn. holzig Adj. (16. Jh.). Holzapfel m. ‘wildwachsender Apfel’, mhd. holzapfel. Holzschnitt m. ‘in eine Holzplatte eingeschnittenes Bild und dessen Abdruck’ (18. Jh.). Holzweg m. ‘Waldweg, Weg, auf dem aus dem Walde Holz transportiert wird’, mhd. holzwec; übertragen ‘Weg, der plötzlich aufhört, Abweg, Irrtum’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›holzen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›holzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›holzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir holzten wacker mit, stiegen nach drei Jahren ab, schafften es tatsächlich wieder hinauf und stürzten nach drei weiteren Jahren abermals. [Die Zeit, 30.09.1999, Nr. 40]
Es holzt und bolzt, frisch und lustig, und wo gehobelt wird, da fallen nun mal Späne. [Süddeutsche Zeitung, 07.05.1999]
Aber so unwürdig, wie hier zu besichtigen, darf wirklich nicht geholzt werden. [Die Zeit, 15.03.1985, Nr. 12]
Sicher, auch früher wurde in der Politik geholzt und geschimpft, mal wohlüberlegt, mal spontan. [Die Zeit, 26.12.2011 (online)]
Sie hätten es lieber gesehen, wenn der Kanzler holzend durchs Land gezogen wäre. [Die Zeit, 24.09.1976, Nr. 40]
Zitationshilfe
„holzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/holzen>.

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