horten

GrammatikVerb · hortete, hat gehortet
Aussprache
Worttrennunghor-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›horten‹ als Erstglied: ↗Hortung
eWDG, 1969

Bedeutung

etw., was kostbar oder knapp ist, ansammeln, anhäufen
Beispiele:
Gold, Devisen horten
in Notzeiten werden Zucker, Öl, Seife gehortet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hort · Schulhort · Hortnerin · horten
Hort m. ‘Schatz, Schutz, Zuflucht, Tagesheim für schulpflichtige Kinder’, ahd. (8. Jh.), mhd. hort ‘Schatz, Angehäuftes, Fülle, Menge’, asächs. hord, horð, aengl. hord, engl. hoard ‘Schatz, Vorrat’, anord. hodd ‘Schatz, Gold’, schwed. (mundartlich) hudda ‘Schuppen’, (mit grammatischem Wechsel) got. huzd ‘(verborgener) Schatz’ führen über ie. *kuzdho- ‘in Verborgenheit Gebrachtes, Versteck, Höhlung’ zusammen mit ↗Haus, ↗Hose (s. d.) auf eine s-Erweiterung ie. *keus- der mehrfach weitergebildeten und weit verbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. ↗Haut, ↗Scheune). Die alte Bedeutung ‘Schatz’, die bereits im 16. Jh. zurücktritt, wird durch die Bekanntschaft mit dem Nibelungenlied neu belebt (18. Jh.). An die übertragene, in der Sprache der Bibel entwickelte Verwendungsweise ‘sicherer Ort, Schutz, Zuflucht’ schließt sich ↗Kinderhort (s. d.) an, auch Schulhort m. ‘Tagesheim zur Betreuung schulpflichtiger Kinder’ (20. Jh.), vielfach verkürzt Hort; dazu Hortnerin f. (20. Jh.). horten Vb. ‘anhäufen, sammeln’, als Neubildung (Anfang 20. Jh.) der Wirtschaftssprache zunächst bezogen auf Gold bzw. Geld, danach in allgemeinen Gebrauch übergehend.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) in großer Menge ansammeln · (sich) Vorräte anlegen · (sich) eindecken (mit) · ↗aufbewahren · horten  ●  ↗bunkern  ugs. · ↗hamstern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anhäufen · horten · ↗sammeln  ●  ↗äufnen  schweiz. · ↗raffen  ugs. · ↗scheffeln  ugs. · ↗zusammenkriegen  ugs.
Unterbegriffe
  • Philokartie · Postkartenkunde · das Sammeln von Postkarten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bargeld Dachboden Eichhörnchen Handgranate Keller Kinderporno Konserve Kunstschatz Lagerhaus Lebensmittel Maschinenpistole Matratze Munition Münze Nahrungsmittel Postbote Privatleute Reliquie Sachwert Schatz Schwarzgeld Sparstrumpf Spekulant Sprengstoff Tresor Unmenge Vorrat Waffenarsenal Waffennarr Währungsreserve

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›horten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe tausendmal mehr Namen gehortet, als ich je brauchen werde.
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2004
Entgegen ihren Versprechen begann sie nun auch in meinem Zimmer Abfall zu horten.
Bild, 06.09.2000
Und jeden Abend saß er dennoch am offenen Fenster und horte zu.
Musil, Robert: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1983 [1906], S. 84
Es besitzt gern viele Dinge und hortet sie voller Stolz.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 396
Sie kamen mehr herum als die anderen und horten mehr.
o. A.: Einhundertneunzigster Tag. Dienstag, 30. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 22935
Zitationshilfe
„horten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/horten>, abgerufen am 24.03.2019.

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