Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

humoristisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung hu-mo-ris-tisch
Wortzerlegung Humorist -isch
eWDG

Bedeutung

heiter, erheiternd, scherzhaft
Beispiele:
ein humoristischer Mensch, Erzähler, Dichter
ein humoristischer Roman
humoristische Darbietungen
eine humoristische Veranlagung haben
umgangssprachlicheine humoristische Ader haben
sein Bericht enthält einige humoristische Glanzlichter
humoristisch reden, schreiben
Alexander lachte unmäßig über den humoristischen Alten [ E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,175]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Humor · Humorist · humoristisch · Humoreske · humorig
Humor m. ‘heitere Gelassenheit als Grundhaltung gegenüber dem Dasein, Sinn für Komik, gute Laune, fröhliche Stimmung’. Zugrunde liegt lat. hūmor (Genitiv hūmōris), eine volksetymologisch an lat. humus ‘Erde’ (s. Humus) angeschlossene Variante von lat. ūmor (Genitiv ūmōris) ‘Feuchtigkeit, Flüssigkeit, Naß’ (auch für ‘Tränen, Speichel, Blut’), zu lat. ūmēre ‘feucht sein’. In der mittelalterlichen Medizin steht mlat. humor für ‘Körpersaft’, bezeichnet also jene vermeintlichen vier Grundsäfte des Körpers, die nach der (besonders durch Galen verbreiteten) hippokratischen Lehre die vier Temperamente bewirken, und gilt im Anschluß daran auch für ‘Gemütslage, Gestimmtheit, Laune, Charakter’. In diesem Sinne wird das Wort ins Dt. übernommen (2. Hälfte 16. Jh.); vgl. naturliche vermischung und temperatur der vier humoren (1616), melancholischer Humor ‘Stimmung, Laune’ (17. Jh.). Endbetonung im Dt. (seit etwa 1700) geht auf lat. flektierte bzw. diesen folgende Formen (wie dt. Humoren Plur.) zurück oder beruht auf dem Einfluß von (ebenfalls aus dem Lat. entlehntem) gleichbed. frz. humeur. Aus dem Afrz. stammendes engl. humour entwickelt sich (im 17. Jh.) zu einer Bezeichnung für jene Wesensart des Menschen bzw. Eigenschaft einer literarischen Darstellung, die Heiterkeit, Belustigung, Spaß ausstrahlt und hervorruft. Dieser Gebrauch wird Mitte 18. Jh. ins Dt. übernommen. Humorist m. ‘Künstler, dessen Werke Heiterkeit und Belustigung vermitteln’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach engl. humorist; zuvor ‘Humoralmediziner, die Lehre von den Körpersäften zugrundelegender Arzt’ (Paracelsus, um 1520); humoristisch Adj. (2. Hälfte 18. Jh.), zuvor ‘humoralmedizinisch’ (Paracelsus). Humoreske f. ‘heitere Kurzerzählung, heiteres Musikstück’ (1. Hälfte 19. Jh.), mit romanisierender Endung analog Burleske, Groteske (s. d.). humorig Adj. ‘heiter, launig’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fröhlich · humoristisch · humorvoll · launig · lustig · schelmisch · scherzhaft · spaßig · witzig  ●  humorig  geh.

Typische Verbindungen zu ›humoristisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›humoristisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›humoristisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Situation des apfelfressenden Affen ist also nicht primär humoristisch. [Röhrich, Lutz: Affe. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 226]
Aber auch sein ausgeprägter Sinn für humoristische Wirkungen war dabei mit im Spiel. [Pfannkuch, Wilhelm u. Schuh, Willi: Strauss. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 21126]
Wie bei vielen anderen Künstlern wird es da, wo die Musik vermeintlich typisch marschähnlich wird, eher humoristisch. [Die Zeit, 15.11.2013 (online)]
Warum geht es so heiter, so humoristisch, beinahe selbstironisch zu? [Die Zeit, 10.11.1989, Nr. 46]
Dabei sah man dem Schöpfer dieser komischen Blätter sein humoristisches Talent nicht an. [Die Welt, 11.05.2002]
Zitationshilfe
„humoristisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/humoristisch>.

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