hungrig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghung-rig
WortzerlegungHunger-ig
Wortbildung mit ›hungrig‹ als Erstglied: ↗Hungrigkeit  ·  mit ›hungrig‹ als Grundform: ↗-hungrig
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Hunger habend
Beispiele:
ein hungriger Mensch, Wolf, Vogel
eine Speise für seinen hungrigen Magen
saloppsie hat vier hungrige Mäuler zu stopfen (= muß Nahrung für vier herbeischaffen)
salopp hungrig wie ein Wolf, Bär sein
hungrig nach Brot, Fleisch sein
sich hungrig fühlen
2.
gehoben, übertragen heftiges Verlangen habend, begierig
Beispiele:
hungrig nach Liebe, Hoffnung, Wissen, Glück, einem mitfühlenden Menschen sein
ein hungriger Geist
hungrige Augen
Eine überwältigende Freude ergriff Gretes hungriges Herz [ViebigTägl. Brot350]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hunger · hungern · hungrig · aushungern · verhungern · Hungersnot · Hungertuch
Hunger m. ‘Verlangen nach Nahrung, starkes Bedürfnis’, ahd. hungar (8. Jh.), mhd. mnd. hunger, asächs. hungar, mnl. hongher, nl. honger, aengl. hungor, hungur, engl. hunger, anord. hungr, schwed. hunger mit grammatischem Wechsel gegenüber got. hūhrus. Germ. *hungru-/ *hunhru- führt mit griech. kánkanos (κάγκανος) ‘dürr, trocken, brennbar’, kénkei (κέγκει) ‘hungert’, lit. kankà ‘Schmerz, Pein, Marter, Qual’, kankìnti ‘peinigen, quälen’, keñkti ‘schaden, schmerzen’ und möglicherweise auch aind. kā́ṅkṣati ‘er begehrt, verlangt brennend, sehnt sich’ auf eine Wurzel ie. *kenk- ‘brennen, weh tun’ (auch von Durst und Hunger). Vom Substantiv abgeleitet hungern Vb. ahd. hungarēn (8. Jh.), hungarōn (11. Jh.), mhd. hungern. hungrig Adj. ‘Hunger leidend’, ahd. hung(a)rag (9. Jh.), mhd. hungerec, hungeric, hungerc. aushungern Vb. ‘hungern lassen, durch Hunger zum Nachgeben, zur Auf-, Übergabe zwingen’ (15. Jh.). verhungern Vb. ‘an Hunger zugrunde gehen’, mhd. verhungern. Hungersnot f. mhd. hungernōt. Hungertuch n. ehemals ‘in der Fastenzeit den Altar verhüllendes bemaltes oder besticktes Tuch’, mhd. hungertuoch, mnd. hungerdōk. Dazu die Wendung am Hungertuche nagen ‘Not leiden’ (16. Jh.), scherzhafte Umbildung (H. Sachs, Fischart) von (ebenfalls im 16. Jh. bezeugtem) am Hungertuche nähen, flicken ‘fasten, sich kümmerlich behelfen’, eigentlich ‘das Fastenvelum nähen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hunger haben · hungrig (sein) · nichts im Magen haben
Unterbegriffe
  • (einen) Mordshunger haben · (jemandem) knurrt der Magen · Heißhunger haben (auf) · ausgehungert sein · ordentlich Hunger haben  ●  (jemandem) hängt der Magen in den Kniekehlen  fig. · (mächtig) Kohldampf haben  ugs. · Hunger für zwei / drei / vier ... (mitgebracht) haben  ugs. · Hunger für zwei / drei / vier ... mitbringen  ugs. · dürsten und darben  geh., ironisch · einen Bärenhunger haben  ugs., variabel · einen Mordsappetit haben  ugs.
Antonyme
  • hungrig (sein)
Synonymgruppe
...(be)gierig · ↗...hungrig · ↗...lustig · ↗...lüstern · gieren nach · gierig nach · heiß auf · verlangen nach  ●  ↗...geil  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestie Bär Eisbär Esser Hai Katze Krokodil Löwe Mage Magen Maul Meute Möwe Ratte Raubtier Raupe Schnabel Tiger Versuchstier Vogel Wanderer Wildschwein Wolf durstig erschöpft frierend gierig müd müde zerlumpt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hungrig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hungrig schnuppernd, mit gierig glänzenden Augen drehen sich seine Nachbarn um.
Der Tagesspiegel, 03.03.2001
Letztes Jahr war es anders, da war ich so hungrig auf den Titel, ich wollte ihn unbedingt.
Süddeutsche Zeitung, 15.10.1999
Wir waren so hungrig, dass wir nichts mehr spürten, nicht einmal den Hunger.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 286
Aber wer hätte so viel hungrige Mäuler satt machen können?
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 948
Mir schmeckte es großartig; meine arme alte Mutter aber, der das Brod zu beißen unmöglich war, ging hungrig zu Bett.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„hungrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hungrig>, abgerufen am 18.11.2019.

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