husten

GrammatikVerb · hustet, hustete, hat gehustet
Aussprache
Worttrennunghus-ten
Wortbildung mit ›husten‹ als Letztglied: ↗abhusten · ↗anhusten · ↗aushusten · ↗heraushusten · ↗verhusten
eWDG, 1969

Bedeutung

die eingeatmete Luft infolge einer Reizung der Atemwege krampfhaft und geräuschvoll ausstoßen
Beispiele:
dumpf, laut, stark, dröhnend, keuchend husten
er muss immerzu husten
das Kind hatte sich erkältet und hustete
im Publikum wurde gelacht und gehustet
der alte Mann konnte nur hustend und stockend antworten
die rauchige Luft brachte die Leute zum Husten
man hörte das hohle, trockene Husten des Kranken
Blut husten (= blutigen Schleim auswerfen)
saloppjmdm. die Ohren voll husten
saloppsich halbtot husten
[sie] hustet blechern [StrittmatterOchsenkutscher154]
bildlich
Beispiele:
der Motor hustet
das gedämpfte Bellen und Husten der Geschütze [ApitzNackt447]
umgangssprachlich, abwertend, übertragen
Beispiel:
die Flöhe husten hören (= sich sehr klug vorkommen)
salopp jmdm. was, eins hustennicht nach jmds. Wunsch handeln, eine Zumutung zurückweisen
Beispiele:
dir werde ich eins husten
Euch hustʼ ich was! Lieber dreh' ich noch mit Batzke ein großes Ding [FalladaBlechnapf8]
auf etw. hustenauf etw. keinen Wert legen, etw. geringschätzen
Beispiel:
sobald der Weihrauch aus den Öfen / ihm derart in die Nase steigt, / daß er auf seinen Glauben hustet [HochhuthStellvertreterV 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Husten · husten · hüsteln
Husten m. ‘lautes Ausstoßen, Auspressen der Luft durch den Mund’ (besonders bei Reizung bzw. Erkrankung der Atemwege), ahd. huosto, huosta (9. Jh.), mhd. huoste, mnd. hōst(e), mnl. hoest(e), nl. hoest, aengl. hwōsta, anord. hōsti, schwed. hosta (germ. *hwōstan-), Abstraktbildungen mit t-Suffix (vgl. aengl. hwōsan ‘husten’) wie aind. kā́satē ‘hustet’, kāsā-, kā́s- ‘Husten’, lit. kósėti ‘husten’, russ. kášel’ (кашель) ‘Husten’ zur das Hustengeräusch nachahmenden Wurzel ie. *k̑u̯ās-, *k̑u̯əs-. Vom Substantiv abgeleitet husten Vb. ahd. huostōn (9. Jh.), mhd. huosten, mnd. hōsten, mnl. nl. hoesten, aengl. hwōstan, anord. hōsta, schwed. hosta. Dazu die Weiterbildung hüsteln Vb. ‘leicht husten, sich räuspern’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
husten  ●  ↗bellen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) abschlagen · (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · (jemandem) (die) Meinung sagen · (jemandem) Grenzen setzen · (jemandem) seine Grenzen aufzeigen · ↗(jemanden) abweisen · (jemanden) in die Schranken weisen · ↗zurechtweisen · ↗zurückweisen  ●  (jemandem) (etwas) husten  ugs. · (voll) auflaufen lassen  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) die Leviten lesen · (jemandem) eine harte Rückmeldung geben · ↗(jemandem) heimleuchten · ↗ausschelten · ↗ausschimpfen · ↗ermahnen · ↗rüffeln · ↗rügen · scharf kritisieren · ↗schelten · ↗verwarnen · zur Ordnung rufen · ↗zurechtweisen  ●  (jemandem etwas) ins Stammbuch schreiben  fig. · (jemandem) einen Verweis erteilen  Amtsdeutsch · ↗tadeln  Hauptform · (jemandem) Bescheid stoßen  ugs. · (jemandem) aufs Dach steigen  ugs., fig. · (jemandem) den Arsch aufreißen  derb · (jemandem) den Kopf waschen  ugs., fig. · (jemandem) den Marsch blasen  ugs., veraltend · (jemandem) deutlich die Meinung sagen  ugs. · (jemandem) die Flötentöne beibringen  ugs., fig. · (jemandem) die Hammelbeine langziehen  ugs., fig. · (jemandem) die Meinung geigen  ugs. · (jemandem) die Schuhe aufpumpen  ugs., fig. · (jemandem) eine (deutliche) Ansage machen  ugs. · (jemandem) eine (dicke) Zigarre verpassen (möglicherweise veraltend)  ugs. · (jemandem) eins auf den Deckel geben  ugs. · (jemandem) zeigen, wo der Frosch die Locken hat  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo der Hammer hängt  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo es langgeht  ugs., fig. · (jemanden) Mores lehren  geh. · (jemanden) auf Linie bringen  ugs. · (jemanden) auf Vordermann bringen  ugs. · (jemanden) frisch machen  ugs., fig. · ↗(jemanden) lang machen  ugs. · ↗(jemanden) zusammenfalten  ugs. · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · ↗abmahnen  fachspr., juristisch · admonieren  geh., veraltet · ↗zurechtstutzen  ugs., fig. · ↗zusammenstauchen  ugs., fig.
  • (eine) Abfuhr erteilen · (eine) Absage erteilen · (einen) abschlägigen Bescheid erteilen (Amtsdeutsch, veraltend) · ↗(jemanden) abweisen · ↗ablehnen · ↗fortschicken · nicht eingehen auf · ↗verschmähen · ↗wegschicken · ↗wegweisen · ↗zurückstoßen  ●  ↗(jemanden) zurückweisen  Hauptform · abschlägig bescheiden  Amtsdeutsch · abblitzen lassen  ugs. · ↗abbügeln  ugs. · auflaufen lassen  ugs. · die kalte Schulter zeigen  ugs., fig. · einen Korb geben  ugs., fig. · in die Wüste schicken  ugs., fig. · kalt auflaufen lassen  ugs. · von der Bettkante stoßen  ugs. · zur Hölle schicken  ugs.
  • nicht akzeptieren · nicht dulden · nicht tolerieren
  • (jemandem etwas) entgegensetzen · (jemandem) die Stirn bieten · ↗(jemandem) entgegentreten · Paroli bieten · ↗dagegenhalten · ↗kontern  ●  Kontra geben  ugs.
  • verletzen  ●  auf den Fuß treten  fig. · auf den Schlips treten  fig. · ↗brüskieren  geh. · ↗düpieren  geh. · vor den Kopf stoßen  ugs., fig.
  • (jemandem) (ordentlich) die Meinung sagen · (jemandem) gehörig Bescheid stoßen · es jemandem geben  ●  (jemandem) Bescheid sagen  fig. · ↗(jemandem) heimleuchten  veraltend · (jemandem) die Meinung geigen  ugs., fig.
  • (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · zur Rechenschaft ziehen  ●  ↗(sich jemanden) vornehmen  Hauptform · ↗(sich jemanden) greifen  ugs. · ↗(sich jemanden) kaufen  ugs., veraltend · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · (sich jemanden) zum Geburtstag schenken  ugs. · (sich jemanden) zur Brust nehmen  ugs.
  • dem werd(e) ich was husten!  ugs. · der kann mich mal!  ugs. · der soll mich mal gerne haben!  ugs., variabel · der soll mir gestohlen bleiben!  ugs., variabel · ich pfeif(e) auf den!  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Floh Lunge Taschentuch anhusten aushusten fiebern fluchen gurgeln husten japsen keuchen kichern niesen prusten pusten räuspern röcheln schmatzen schneuzen schniefen schnupfen speien spucken stöhnen ununterbrochen verschlucken was weinen würgen zwischendurch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›husten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bald ist kaum noch etwas zu erkennen, sie stürzen hustend zum Fenster.
Die Zeit, 11.08.2012, Nr. 32
Die Beine sind nicht so, wie sie waren, und ich huste viel.
Der Tagesspiegel, 23.12.1999
Der Arzt hustete und sah mich verwundert mit einfältigen Augen an.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 162
Es ist vollbracht, hustete mein Husten; dabei war gar nichts vollbracht.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 446
Das letztemal war die Mutter sehr müde zurückgekommen, sah blaß aus und hustete.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 2
Zitationshilfe
„husten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/husten>, abgerufen am 11.12.2019.

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