hysterisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunghys-te-risch (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›hysterisch‹ als Erstglied: ↗hysterisieren  ·  formal verwandt mit: ↗Hysterie
eWDG, 1969

Bedeutung

durch Hysterie bedingt
Beispiele:
ein hysterischer Anfall, Geschrei
eine hysterische Erregbarkeit
hysterische Blindheit
hochgradig hysterisch sein
in ein hysterisches Gelächter ausbrechen
sie weinte hysterisch
Frankreich ... legte auf einmal einen hysterischen Eifer (= einen nervös aufgeregten Eifer) an den Tag [Th. Mann11,114]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hysterisch · Hysterie
hysterisch Adj. ‘auf Hysterie beruhend’, allgemein ‘übertrieben leicht erregbar, übertrieben erregt’, Entlehnung (18. Jh.) aus lat. hystericus, griech. hysterikós (ὑστερικός) ‘die Gebärmutter betreffend, von ihr herkommend’, gebildet zu griech. hystéra (ὑστέρα) ‘Gebärmutter’. Hysterie f. ‘abnorme Reaktionsweise mit übersteigerten Ausdruckserscheinungen, Neurose, bei der neben psychischen Störungen auch körperliche Beschwerden ohne nachweisbare somatische Ursache bestehen’ (2. Hälfte 19. Jh.), vorher allgemeiner ‘körperliches und psychisches Unwohlsein bei Frauen’; als Terminus der Medizin im 18. Jh. (wie medizin.-lat. Hysteria) zum griech.-lat. Adjektiv gebildet. Die Bezeichnung erklärt sich daraus, daß bei den Ärzten der Antike und noch im frühen 19. Jh. krankhafte Veränderungen an der Gebärmutter als Ursache derartiger Beschwerden angesehen werden. Noch bis zum Ende des 19. Jhs., bis zur Entwicklung der Neurosenlehre (Freud), gilt Hysterie als eine nur bei Frauen auftretende Krankheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgelöst · durchgedreht · hysterisch
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Nerven liegen blank · hysterisch · in fieberhafter Aufregung · in hellem Aufruhr · in heller Aufregung · sehr aufgeregt  ●  (völlig) durch den Wind  ugs. · kurz vorm Durchdrehen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfall Epidemie Furie Gekreische Gelächter Geschrei Gezeter Hexenjagd Jagdfieber Kichern Krampf Lachanfall Lachen Lachkrampf Lähmung Neurose Reaktion Schrei Schreien Symptom Weinkrampf Zicke beinahe bisweilen geradezu kreischen kreischend nachgerade Überreaktion überdreht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›hysterisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich mußte sie hysterisch reagieren, konfrontiert mit so vielem, in so kurzer Zeit.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 117
Als nach der Wende offen geredet werden konnte, ließ das einige hysterisch werden.
Der Tagesspiegel, 11.01.2000
Wir haben nichts zu melden, sonst gelten wir als »hysterisch«.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 63
Sie teilte allerdings nach fünfzehn Jahren das Schicksal ihres hysterischen Führers.
Die Zeit, 31.01.1966, Nr. 05
Die Übereinstimmung des sogenannten hysterischen Charakters mit dem eines schlimmen Kindes ist geradezu auffällig.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 181
Zitationshilfe
„hysterisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/hysterisch>, abgerufen am 10.12.2019.

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