ideell

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungide-ell
HerkunftGriechisch
WortzerlegungIdee-ell
eWDG, 1969

Bedeutung

auf einer Idee, einem Ideal beruhend, nur gedanklich
Gegenwort zu materiell
Beispiele:
ideelle Hilfe, Bestrebungen, Gründe, Faktoren
der ideelle Gehalt eines Kunstwerkes, der klassischen Literatur
Er [Cardenio] stammte irgendwie, wenn nicht leiblich, so doch ideell, aus der Mancha [G. Hauptm.4,368]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Idee · ideell
Idee f. ‘Urbild, Gedanke, Begriff, Einfall, Kleinigkeit’. Griech. idéa (ἰδέα), lat. idea ‘Erscheinung, Gestalt, Beschaffenheit, Art, Form, Urbild’, Verbalabstraktum zu griech. (Aorist) idé͞in (ἰδεῖν) ‘sehen, erblicken, zu erfahren suchen’ (vgl. lat. vidēre ‘sehen’, s. ↗wissen), gelangt mit der Verbreitung der Philosophie Platons, in der die Ideen als die ‘unveränderlichen Urbilder der Dinge’ dargestellt werden, in die übrigen europ. Sprachen und ist seit dem 17. Jh. in der eingedeutschten Form Idee (Leibniz, Thomasius) nachzuweisen (doch noch im 18. Jh. auch in lat. Form belegt). Idee wird zum grundlegenden Allgemeinbegriff der Philosophie, der in idealistischen Weltanschauungen gegenüber der Materie als primär und bestimmend aufgefaßt wird. Daneben wandelt sich in allgemeiner Vorstellung (unter dem Einfluß von frz. idée) die Bedeutung im 17. Jh. zu ‘geistige, gedankliche Vorstellung, Gedanke, Begriff’ (in Anlehnung an Descartes), dann auch zu ‘Meinung, die man von etw. hat’ (Herder), ‘Grundgedanke einer wissenschaftlichen Arbeit, eines Kunstwerks, dichterischer Stoff, Plan’ (Goethe). Über diese Entwicklung wird der philosophische Terminus zugleich ein Wort der Alltagssprache mit den Bedeutungen ‘Einfall, plötzliche Eingebung’ sowie ‘Kleinigkeit, ein wenig’ (19. Jh.), wohl aus Verwendungen wie ‘Andeutung einer Vorstellung’. ideell Adj. ‘eine Idee betreffend, nur vorgestellt, gedacht, nicht wirklich’ (um 1800), zu ↗ideal (s. d.), wohl nach dem älteren (17. Jh.) Vorbildpaar ↗real und ↗reell (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(rein) geistig · ↗gedacht · ↗gedanklich · ideell · ↗imaginär · ↗immateriell · ↗körperlos · nicht stofflich · nur vorgestellt · ↗sphärisch · ↗spirituell · ↗unkörperlich · ↗unstofflich · vergeistigt · ↗wesenlos  ●  ↗ätherisch  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altruismus Aneignung Beweggrund Bezugspunkt Fundament Gehalt Geltung Gesamtkapitalist Gut Hinsicht Interessen Konstrukt Mehrwert Schaden Sein Träger Trägerschaft Unterstützung Vakuum Wert Werte Wiedergutmachung Zielsetzung finanziell materiell moralisch organisatorisch personell rein Überbau

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ideell‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der ideelle Wert wiegt schwerer als das Angebot des Händlers.
Die Welt, 30.11.2004
Das ist eine ideelle Geschichte, denn nach so vielen Jahren hängt man einfach an dem Stück.
Süddeutsche Zeitung, 23.05.1996
Die Oberfläche der Formen wirkt dabei wie von ihren ideell von innen nach außen drängenden Volumen akzentuiert gespannt.
o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 5913
Auf einer anderen Linie liegt der außenpolitische Kampf um ideelle Werte.
o. A.: Einhundertdreiundachtzigster Tag. Montag, 22. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 14417
Diese binden ihr ideelles Material völlig in ihre bündige Form ein.
Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig u. a.: B.G. Teubner 1930, S. 163
Zitationshilfe
„ideell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ideell>, abgerufen am 06.12.2019.

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