Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

imaginär

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ima-gi-när
Herkunft aus gleichbedeutend imaginairefrz
eWDG

Bedeutung

nur in der Vorstellung, Einbildung, nicht wirklich vorhanden
in gegensätzlicher Bedeutung zu real
Beispiele:
der imaginäre Himmel
ein imaginäres Besitztum, Glück
eine imaginäre Größe
er spielte auf einer imaginären Geige
Mathematikeine imaginäre Einheit, Zahl
die Flucht ins Imaginäre
imaginäre Landerwerbungen in der Ukraine … zu denen es noch gar nicht gekommen war [ A. ZweigEinsetzung423]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

imaginär · Imagination
imaginär Adj. ‘nur in der Einbildung bestehend, nicht wirklich’. Gleichbed. frz. imaginaire (nach lat. imāginārius ‘zum Bild gehörig, nur in der Vorstellung bestehend’, Ableitung von lat. imāgo ‘Bild, Abbild, Vorstellung’) wird von Descartes in die Sprache der Mathematik eingeführt und im 18. Jh. in der Fügung imaginäre Zahl ‘komplexe Zahl, die nicht real ist’ im Dt. geläufig. Der allgemeine Gebrauch im Sinne von ‘nur gedacht, vorgestellt, nicht wirklich’ setzt, ebenfalls nach frz. Vorbild, erst im 19. Jh. ein. – Imagination f. ‘Einbildungskraft’ (19. Jh.), frz. imagination (lat. imāginātio, Genitiv imāginātiōnis, ‘Einbildung, Vorstellung’).

Thesaurus

Synonymgruppe
(an einer Sache) ist kein wahres Wort · (ein) Produkt der Phantasie · ausgedacht · eingebildet · erfunden · fiktiv · frei erfunden · gedacht · imaginär · irreal · nicht auf Tatsachen beruhen(d) · ohne Realitätsbezug · ohne Realitätsgehalt · surreal  ●  (an einer Sache) ist nichts Wahres dran  ugs. · an den Haaren herbeigezogen  ugs., fig. · aus der Luft gegriffen  ugs., fig. · imaginiert  geh. · zusammenfantasiert  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
imaginär · irreal · nicht real · nicht wirklich · surreal · surrealistisch · traumhaft · unreal · unwirklich  ●  nicht von dieser Welt  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›imaginär‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›imaginär‹.

Verwendungsbeispiele für ›imaginär‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst die Sehnsucht nach einer imaginären Gemeinschaft eines einzigen Volks von heldenhaftem Rang spukt wohl noch in manchen Köpfen. [Die Zeit, 05.11.1998, Nr. 46]
Ich hätte nie jemanden als Partner genommen, nur um das von einer imaginären Liste zu streichen. [Die Zeit, 25.10.2010, Nr. 43]
Ich konnte das imaginäre Essen nicht schmecken, es machte uns nicht satt. [Die Zeit, 08.12.2005, Nr. 50]
Mit ihren Worten steckt sie den imaginären Raum ihres Beisammenseins ab. [Die Zeit, 18.03.1994, Nr. 12]
Es wird also ein imaginäres, analogisierendes, aber darum nicht minder anschauliches Bild angewendet. [Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630]
Zitationshilfe
„imaginär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/imagin%C3%A4r>.

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