imaginär
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungima-gi-när (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

nur in der Vorstellung, Einbildung, nicht wirklich vorhanden
Gegenwort zu real
Beispiele:
der imaginäre Himmel
ein imaginäres Besitztum, Glück
eine imaginäre Größe
er spielte auf einer imaginären Geige
eine imaginäre Einheit, Zahl Mathematik
die Flucht ins Imaginäre
imaginäre Landerwerbungen in der Ukraine ... zu denen es noch gar nicht gekommen war [A. ZweigEinsetzung423]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

imaginär · Imagination
imaginär Adj. ‘nur in der Einbildung bestehend, nicht wirklich’. Gleichbed. frz. imaginaire (nach lat. imāginārius ‘zum Bild gehörig, nur in der Vorstellung bestehend’, Ableitung von lat. imāgo ‘Bild, Abbild, Vorstellung’) wird von Descartes in die Sprache der Mathematik eingeführt und im 18. Jh. in der Fügung imaginäre Zahl ‘komplexe Zahl, die nicht real ist’ im Dt. geläufig. Der allgemeine Gebrauch im Sinne von ‘nur gedacht, vorgestellt, nicht wirklich’ setzt, ebenfalls nach frz. Vorbild, erst im 19. Jh. ein. Imagination f. ‘Einbildungskraft’ (19. Jh.), frz. imagination (lat. imāginātio, Gen. imāginātiōnis, ‘Einbildung, Vorstellung’).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Produkt der Phantasie · ausgedacht · ↗belegfrei · ↗eingebildet · erfunden · ↗erlogen · ↗fiktiv · ↗frei erfunden · frei phantasiert · ↗irreal · nicht auf Tatsachen beruhen(d) · ohne Realitätsbezug · ohne Realitätsgehalt · ↗spekulativ · ↗surreal  ●  (an einer Sache) ist nichts Wahres dran  ugs. · an den Haaren herbeigezogen  ugs., fig. · aus der Luft gegriffen  ugs., fig. · erstunken und erlogen  ugs. · imaginiert  geh. · zusammenfantasiert  ugs., abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
elfenhaft · ↗engelhaft · ↗feenhaft · ↗immateriell · ↗körperlos · nicht fassbar · nicht greifbar · ↗unfassbar · ↗unkörperlich · ↗unstofflich · vergeistigt  ●  ↗ätherisch  geh.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achse Bezugspunkt Bildraum Demarkationslinie Feind Ferne Fluchtpunkt Folklore Frontlinie Gegenwelt Gegenüber Gesprächspartner Grenzlinie Lagerfeuer Landkarte Landschaften Lenkrad Manufaktur Museum Raum Reise Szenerie Taktstock Topographie Warenkorb Weltkarte Ziellinie Zwiegespräch realen reellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›imaginär‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mehr Risiko hieße auch mehr Chancen, ruft der Autor des Buches seinen imaginären Lesern zu.
Der Tagesspiegel, 17.08.1998
Wenn du bereit bist, den Herrn in dich aufzunehmen, bist du ein Bürger des imaginären Reiches.
Süddeutsche Zeitung, 26.04.1997
Es wird also ein imaginäres, analogisierendes, aber darum nicht minder anschauliches Bild angewendet.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Sie blickte noch immer auf jenen imaginären Punkt im Herzen des Leuchtens.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 426
Inzwischen hatte er seine säkularisiert religiösen Erlösungsversuche als imaginär erkannt.
Mann, O.: Schlegel. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 32200
Zitationshilfe
„imaginär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/imaginär>, abgerufen am 22.09.2017.

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