immanent

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungim-ma-nent (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›immanent‹ als Grundform: ↗Immanenz
eWDG, 1969

Bedeutung

in etw. enthalten, einer Sache innewohnend
Beispiele:
immanente Grundsätze
der immanente Bestandteil von etw.
der immanente Sinn des Gesetzes
Wissenschaft hat als Erkenntnis das immanente Streben, ihren Gegenstand zu enthüllen [KelsenRechtslehre17]
es handelt sich darum, der immanenten Idee seines eigenen Lebens mit Treue zu dienen [SchnitzlerBernhardiII]
einer Sache immanent
Beispiele:
dem Strafrecht immanente Grundsätze
die einer Lehre immanenten Prinzipien
Die Gesellschaft entwickelt sich nach den ihr immanenten Gesetzen [BebelFrau544]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

immanent · Immanenz
immanent Adj. ‘innewohnend, in der Sache liegend, enthalten’. Zugrunde liegt spätlat. immanēns (Genitiv immanentis), das Part. Präs. von lat. immanēre ‘bei, in etw. bleiben, anhaften’; vgl. lat. manēre ‘(ver)bleiben, fortdauern, fortbestehen, erhalten bleiben’. In der lat. Wissenschaftssprache der Philosophie bezeichnet immanēns seit der mittelalterlichen Scholastik ‘was innerhalb von etw. wirksam ist, ihm innewohnt, nicht darüber hinausgeht’. Ins Dt. entlehnt im 18. Jh. (z. B. Kant). Immanenz f. ‘das Innewohnen, Enthaltensein’ (19. Jh.); vgl. spätlat. manentia ‘das Beharren, das Prinzip des Beharrens’.

Thesaurus

Synonymgruppe
arteigen · ↗essentiell · ↗essenziell · immanent · in der Natur der Sache · innewohnend · ↗ureigen · ↗wesenhaft · zu eigen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestandteil Deutung Dialektik Dynamik Eigengesetzlichkeit Eigenschaft Entwicklungstendenz Gesetzlichkeit Gesetzmäßigkeit Interpretation Kriterium Kritik Logik Notwendigkeit Philosophie Poetik Problematik Rationalität Schranke Sein Teleologie Tendenz Theatralik Transzendenz Vernunft Widerspruch Zwang musikalisch rein transzendent

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›immanent‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei bediente sie sich der Methode der sogenannten immanenten Deutung.
Der Tagesspiegel, 02.08.1999
Was Dialekt ist und was nicht, läßt sich nicht immanent definieren.
Süddeutsche Zeitung, 22.02.1997
Diese antiken Ordnungen drücken nichts als einen den sichtbaren Formen immanenten Gehalt aus.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 52
Er läßt sich immer nur immanent nach seinem eigenen subjektiv gemeinten Sinn interpretieren.
Plessner, Helmuth: Die verspätete Nation, Stuttgart: Kohlhammer 1962 [1935], S. 114
Ideengeschichtlich gesehen gibt es dafür sicherlich viele, teils immanente, teils äußerliche Ursachen.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 424
Zitationshilfe
„immanent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/immanent>, abgerufen am 23.03.2019.

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