immer

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungim-mer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›immer‹ als Erstglied: ↗immerdar · ↗immerfort · ↗immergrün · ↗immerhin · ↗immerwährend · ↗immerzu
eWDG, 1969

Bedeutungen

I.
1.
zu jeder Zeit, stets
a)
jederzeit, ständig
Gegenwort zu nie
Beispiele:
er war immer höflich zu mir
immer werden wir an euch denken
die Nachbarsleute sind immer in Eile
das habe ich (schon) immer prophezeit
der immer zu Scherzen aufgelegte Onkel
alles war wie immer (= war unverändert)
salopp ich verstehe immer (bloß) Bahnhof! (= ich verstehe gar nichts!)
rufe vorher bei ihm an, er ist nicht immer daheim
Kinder dürfen nicht immer allein gelassen werden
sie will immer nicht (= will nie) mitkommen
umgangssprachlich immer und ewigin verstärkter Bedeutung
Beispiel:
er redet immer und ewig denselben Unsinn
für, auf immerfür alle Zeit, für ewig
Beispiele:
ein Abschied für, auf immer
sich für, auf immer trennen
für, auf immer blamiert, ruiniert sein
gehoben, verhüllend er ging für immer von uns (= ist gestorben)
gehoben, verhüllend die Augen für immer schließen, für, auf immer Abschied nehmen (= sterben)
immer wieder
Beispiele:
er hat immer wieder von vorn anfangen müssen
ich nahm immer und immer wieder aufs neue Anlauf
Und was man immer wieder und wieder hört / daran glaubt man [P. WeissMarat13]
umgangssprachlich immer malhin und wieder
Beispiele:
ich treffe ihn immer mal auf der Straße
wir spielen immer mal Schach miteinander
b)
jedes Mal
Beispiele:
immer (dann) wenn man ihn sprechen will, hat er keine Zeit
wenn man ihn sprechen will, hat er immer keine Zeit
er gibt immer (dann) seine Ratschläge, wenn man sie nicht braucht
sie ist nicht immer krank, wenn sie fehlt
wenn ich ihn einlade, ist er immer unabkömmlich
salopp er ist immer der Dumme (= hat den Schaden, Nachteil)
2.
»immer« + Komp.
dient der beständig zunehmenden Steigerung
Beispiele:
man wird immer älter
die Jungen kletterten immer höher
er forderte immer mehr
seine Leistungen wurden immer besser
wir fuhren immer schneller
3.
verallgemeinernd in Verbindung mit Interrogativpronomen und häufigem »auch«
siehe auch auch (Lesart 5)
Beispiel:
wer (auch) immer das getan hat, wird dafür haftbar gemacht
4.
umgangssprachlich jeweils
Beispiele:
immer drei Schüler auf einmal wurden in den Prüfungsraum gebeten
immer der vierte musste vortreten
er hastete die Treppe hinauf, immer drei Stufen auf einmal nehmend
sie gingen immer sechs und sechs (= zu sechst) los
Man tastete sich mit Hilfe seiner Laterne immer nur zwei Schritte vorwärts [KlabundBracke153]
5.
umgangssprachlich die Zeit über
Beispiele:
was treibst du (denn) immer?
wie geht es dir immer? [DodererLederbeutelchen146]
6.
salopp ja, selbstverständlich
Beispiele:
»wirst du den Mund halten?« »Na, immer
»Kommst du mit?« »Immer
II.
partikelhaft
ohne eigentliche Bedeutung; intensivierend; satzbelebend
1.
verstärkend bei »noch«
Beispiele:
es hatte geregnet, als wir ankamen, bei der Abfahrt regnete es immer noch, noch immer
um neun Uhr lag er immer noch, noch immer im Bett
hast du den Schlüssel immer noch nicht gefunden?
diese Brücke ist immer noch gesperrt
umgangssprachlich versöhne dich mit ihr, sie ist immer noch (= immerhin, schließlich) deine Schwester!
2.
an der Spitze von Aufforderungssätzen
umgangssprachlich nur
Beispiele:
immer langsam (voran)!
immer lustig voran!
immer frisch von der Leber weg!
immer rein in die gute Stube!
immer ran an den Speck!
immer mit der Ruhe!
immer der Nase nach!
immer zu! (= drauflos!)
3.
in modalen Gliedsätzen des Grades nach »so« + Adv.
nur
Beispiele:
er lief, so schnell er immer konnte
sie nahm, soviel sie immer bekommen konnte
ich helfe ihm, sooft ich immer kann
4.
in Sätzen mit imperativischem Sinn
a)
häufig in Verbindung mit »nur«
mit konzessivem Nebensinn
Beispiele:
mögen sie (nur) immer schimpfen!
soll er (nur) immer mit seinem Besitz prahlen!
lass ihn nur immer herein!
b)
häufig in Verbindung mit »schon«, »inzwischen«
Beispiele:
er kommt anscheinend nicht mehr, fangen wir (schon) immer an!
ich denke, wir fangen immer an
gehen wir (inzwischen) immer los!
wir sollten immer losgehen
hör mal, Johnnie, willst du nicht immer schon packen? [BaumKristall262]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

immer Adv. ‘ständig, stets’, ahd. iomēr (8. Jh.), mhd. iemer, immer, asächs. iemar, mnd. immer, iemmer, mnl. emmer, immer, nl. immer ist aus dem unter ↗je (s. d.) behandelten Adverb und den Formen von ↗mehr (s. d.) zusammengerückt. Das Zeitadverb bezieht sich anfangs ausschließlich oder vornehmlich auf die Zukunft, d. h. ahd. mhd. ‘künftig irgendeinmal, jemals, jetzt und künftig’. Doch bahnt sich die Erweiterung der Bedeutung zu ‘jederzeit’ (einschl. Gegenwart und Vergangenheit) bereits im Mhd. an. Dazu die Zusammenrückungen immerdar, immerfort, immerhin, immerzu.

Thesaurus

Synonymgruppe
allzeit · ↗fortwährend · immer nur · immer und ewig · ↗immerdar · ↗immerwährend · in Zeit und Ewigkeit · ↗konstant · ↗kontinuierlich · ↗persistent · ↗stetig · ↗stets · stets und ständig · ↗ständig  ●  ↗alleweil  süddt. · ↗allweil  süddt. · immer  Hauptform · ↗perpetuell  geh. · perpetuierlich  geh.
Assoziationen
Antonyme
  • nie  Hauptform
Synonymgruppe
immer (mehr) · ↗jedes Mal (mehr) · von Mal zu Mal (mehr)
Synonymgruppe
(Komparativ) und (Komparativ) · immer (+ Komparativ) · mit wachsendem (...) · mit wachsender (...) · mit zunehmendem (...) · mit zunehmender (...) · von Mal zu Mal (+ Komparativ) · ↗zunehmend (+ Komparativ)

Typische Verbindungen
computergeneriert

bereit bleiben denken deutlich ganz geartet geben gelten genau gleich groß gut heißen hoch klar kurz lauter leicht neu offen recht schwer schön stark stehen tun voll weit wiederkehrend wissen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›immer‹.

Zitationshilfe
„immer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/immer>, abgerufen am 19.10.2018.

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