Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

imperativ

Grammatik Adjektiv
Worttrennung im-pe-ra-tiv
Wortbildung  mit ›imperativ‹ als Erstglied: Imperativsatz · imperativisch  ·  mit ›imperativ‹ als Grundform: Imperativ
Mehrwortausdrücke  imperatives Mandat
Herkunft zu imperātīvuslat ‘befehlend’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. befehlend, zwingend
  2. 2. [Sprachwissenschaft] in der Form des Imperativs
eWDG

Bedeutungen

1.
befehlend, zwingend
Beispiele:
eine imperative Form, Formulierung
der imperative Ton, Beschluss
der imperative Sinn eines Satzes
Es sind jene [Träume], die […] durch die imperativen Körperbedürfnisse hervorgerufen werden, den Hunger, den Durst, das Sexualbedürfnis [ FreudVorlesungen131]
2.
Sprachwissenschaft in der Form des Imperativs
Beispiele:
ein Verb in imperativer Verwendung
die imperativen Formen der Zeitwörter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Imperativ m. ‘Befehlsform’. Der bereits bei den römischen Grammatikern übliche Terminus lat. (modus) imperātīvus ‘befehlende Form’ (des Verbs), zu lat. imperāre (imperātum) ‘befehlen, gebieten’, wird vereinzelt schon im 15. Jh. in deutschsprachige Grammatiken übernommen, kontinuierlich erst im 17. Jh.; er verliert um 1750 die lat. Endung. Durch Kants Prägung kategorischer Imperativ (1785), mit der er das von ihm formulierte Sittengesetz als unbedingt gültig charakterisiert, findet der Terminus Eingang in die Philosophie.

Thesaurus

Synonymgruppe
(an etwas) geht kein Weg vorbei · alternativlos · nicht verhandelbar · nicht vermeidbar · ohne Alternative · programmiert · unabdingbar · unabwendbar · unaufhaltsam · unausweichlich · unumgänglich · unvermeidlich · vorherbestimmt · zwingend  ●  (an etwas) führt kein Weg vorbei  fig. · da musst du jetzt durch  ugs., Spruch · imperativ  geh. · unabweisbar  geh. · vorprogrammiert  ugs.
Assoziationen
  • erforderlich · notwendig · nötig · unerlässlich  ●  obligat geh., bildungssprachlich · von Nöten geh. · vonnöten geh.
  • Grund... · die Grundlage bilden(d) · elementar · essentiell · essenziell · fundamental · grundlegend · primär · prinzipiell · substanziell · von elementarer Bedeutung · von essentieller Bedeutung · von essenzieller Bedeutung · von grundlegender Bedeutung · wesentlich · wichtig  ●  basal fachspr. · eminent geh.
  • Auflage · Bedingung · Bestimmung · Eckpunkt · Erforderlichkeit · Festsetzung · Grundbedingung · Maßgabe · Muss · Pflicht · Zwang
  • (das ist) der Lauf der Welt · (das) ist einfach so · nicht zu ändern sein · so ist das Leben (eben) · so ist das nun mal · so ist es nun mal · so ist nun mal das Leben · so läuft das heute  ●  (das) ist halt so ugs. · (das) ist leider so ugs. · (es) ist nun mal so ugs. · Et kütt wie et kütt. ugs., kölsch · c'est la vie ugs., franz. · da kann man (eh) nichts machen ugs. · da machste nix (dran) ugs. · es ist, wie es ist ugs. · ist doch so! ugs. · ist so! ugs. · kann passieren ugs.
  • das können wir ihm nicht ersparen · das muss er (jetzt) aushalten  ●  da muss er jetzt durch ugs.
  • feststehend · gegeben · gottgegeben · vorbestimmt · vorgegeben
  • nicht (mehr) aufzuhalten · nicht (mehr) zu ändern  ●  perfekt ugs.
  • (es) fügt sich eins zum anderen · folgerichtig · in der Natur der Sache liegen · konsequenterweise · logischerweise · notwendigerweise · unvermeidlich · unweigerlich · zwangsläufig  ●  muss so kommen ugs.
  • Der Zweck heiligt die Mittel. Sprichwort · Not kennt kein Gebot. Sprichwort
  • (es gibt) keine andere Möglichkeit · (es gibt) keinen anderen Ausweg · (sich) nicht vermeiden lassen · als einzige Möglichkeit (bleiben) · alternativlos (sein) · das Einzige sein, was geht · es gibt keine Alternative (zu) · es muss sein · keine andere Möglichkeit sehen · keine andere Wahl haben · keinen (anderen) Ausweg finden · nicht anders können (und) · nicht umhinkommen (zu) · nicht umhinkönnen (um) · nichts anderes tun können (als) · unvermeidbar sein  ●  (an etwas) führt kein Weg vorbei fig. · (an etwas) geht kein Weg vorbei. fig. · (etwas) geht nicht anders Hauptform · In der Not frisst der Teufel Fliegen. Sprichwort · die einzige Möglichkeit sein Hauptform · es sich nicht (immer) aussuchen können Spruch · Es muss (einfach). ugs., Spruch · Wat mutt, dat mutt. ugs., Sprichwort, norddeutsch · anders geht's (nun mal) nicht ugs. · nicht d(a)rum herumkommen ugs.

Typische Verbindungen zu ›imperativ‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›imperativ‹.

Verwendungsbeispiele für ›imperativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Erfüllung von Wirtschaftsplänen hat in Frankreich nicht den imperativen Charakter wie in den sozialistischen Ländern. [Die Zeit, 19.05.1961, Nr. 21]
So habe sie schließlich ihr schwieriges Amt im Sinne des imperativen Mandats doch noch vollgültig ausfüllen können. [konkret, 1988]
Und das ist keineswegs gleichbedeutend mit permanentem Gehorsam gegenüber einem imperativen Mandat. [Die Zeit, 21.07.1972, Nr. 29]
Aber Regierung durch imperatives Mandat ist theoretisch absurd und praktisch beängstigend. [Die Zeit, 13.01.1975, Nr. 02]
Hier wird das imperative Mandat, meist gegen den Text der formal gültigen Verfassung, praktiziert oder zu praktizieren versucht. [Die Zeit, 05.10.1973, Nr. 41]
Zitationshilfe
„imperativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/imperativ>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
impenetrabel
impastieren
impassibel
impaktiert
impair
imperatives Mandat
imperativisch
imperatorisch
imperfektibel
imperfektisch