imperativ

Grammatik Adjektiv
Worttrennung im-pe-ra-tiv
Wortbildung  mit ›imperativ‹ als Erstglied: Imperativsatz · imperativisch  ·  mit ›imperativ‹ als Grundform: Imperativ
Mehrwortausdrücke  imperatives Mandat
Herkunft zu imperātīvuslat ‘befehlend’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. befehlend, zwingend
  2. 2. [Sprachwissenschaft] in der Form des Imperativs
eWDG

Bedeutungen

1.
befehlend, zwingend
Beispiele:
eine imperative Form, Formulierung
der imperative Ton, Beschluss
der imperative Sinn eines Satzes
Es sind jene [Träume], die […] durch die imperativen Körperbedürfnisse hervorgerufen werden, den Hunger, den Durst, das Sexualbedürfnis [ FreudVorlesungen131]
2.
Sprachwissenschaft in der Form des Imperativs
Beispiele:
ein Verb in imperativer Verwendung
die imperativen Formen der Zeitwörter

Thesaurus

Synonymgruppe
(an etwas) geht kein Weg vorbei · alternativlos · nicht verhandelbar · nicht vermeidbar · ohne Alternative · programmiert · unabdingbar · unabwendbar · unaufhaltsam · unausweichlich · unumgänglich · unvermeidlich · vorherbestimmt · zwingend  ●  (an etwas) führt kein Weg vorbei  fig. · da musst du jetzt durch  ugs., Spruch · imperativ  geh. · unabweisbar  geh. · vorprogrammiert  ugs.
Assoziationen
  • benötigt · erforderlich · notwendig · nötig · obligatorisch · unabdingbar · unvermeidlich · vonnöten · vorgeschrieben · zwingend  ●  mandatorisch  selten · obligat  bildungssprachlich
  • Grund- (z.B. Grundkenntnisse) · die Grundlage bildend · elementar · essentiell · essenziell · fundamental · grundlegend · primär · prinzipiell · substanziell · von elementarer Bedeutung · von essentieller Bedeutung · von essenzieller Bedeutung · von grundlegender Bedeutung · wesentlich · wichtig  ●  basal  fachspr. · eminent  geh.
  • Auflage · Bedingung · Erforderlichkeit · Muss · Zwang
  • (das ist) der Lauf der Welt · (das) ist einfach so · nicht zu ändern sein · so ist das Leben (eben) · so ist das nun mal · so ist es nun mal · so ist nun mal das Leben · so läuft das heute  ●  (das) ist halt so  ugs. · (das) ist leider so  ugs. · (es) ist nun mal so  ugs. · Et kütt wie et kütt.  ugs., kölsch · c'est la vie  ugs., franz. · da kann man (eh) nichts machen  ugs. · da machste nix (dran)  ugs. · es ist, wie es ist  ugs. · ist doch so!  ugs. · ist so!  ugs. · kann passieren  ugs.
  • das können wir ihm nicht ersparen · das muss er (jetzt) aushalten  ●  da muss er jetzt durch  ugs.
  • feststehend · gegeben · gottgegeben · vorbestimmt · vorgegeben
  • nicht (mehr) aufzuhalten · nicht (mehr) zu ändern  ●  perfekt  ugs.
  • folgerichtig · in der Natur der Sache liegen · konsequenterweise · logischerweise · notwendigerweise · unvermeidlich · unweigerlich · zwangsläufig  ●  muss so kommen  ugs.
  • Der Zweck heiligt die Mittel.  Sprichwort · Not kennt kein Gebot.  Sprichwort
  • (es gibt) keine andere Möglichkeit · (es gibt) keinen anderen Ausweg · (sich) nicht vermeiden lassen · als einzige Möglichkeit (bleiben) · alternativlos (sein) · das Einzige sein, was geht · es gibt keine Alternative (zu) · es muss sein · keine andere Möglichkeit sehen · keinen (anderen) Ausweg finden · nicht anders können (und) · nicht umhinkommen (zu) · nicht umhinkönnen (um) · nichts anderes tun können (als) · unvermeidbar sein  ●  (an etwas) führt kein Weg vorbei  fig. · (an etwas) geht kein Weg vorbei.  fig. · (etwas) geht nicht anders  Hauptform · In der Not frisst der Teufel Fliegen.  Sprichwort · die einzige Möglichkeit sein  Hauptform · es sich nicht (immer) aussuchen können  Spruch · Es muss (einfach).  ugs., Spruch · Wat mutt, dat mutt.  ugs., Sprichwort, norddeutsch · anders geht's (nun mal) nicht  ugs. · nicht d(a)rum herumkommen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›imperativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›imperativ‹.

Verwendungsbeispiele für ›imperativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Erfüllung von Wirtschaftsplänen hat in Frankreich nicht den imperativen Charakter wie in den sozialistischen Ländern.
Die Zeit, 19.05.1961, Nr. 21
So habe sie schließlich ihr schwieriges Amt im Sinne des imperativen Mandats doch noch vollgültig ausfüllen können.
konkret, 1988
Die Bühlersche Appellfunktion der Sprache müßte demnach in regulative und imperative Funktionen aufgespalten werden.
Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 1. Handlungsrationalität und gesellschaftliche Rationalisierung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 367
In England brach mit dem autokratischen Wohlfahrtsstaat der Stuarts auch die imperative Monopolindustrie zusammen.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 670
Der verstärkte Einsatz monetärer Steuerungsinstrumente bei gleichzeitigem Festhalten am Prinzip der imperativen Zentralplanung führte zu Funktionsschwächen des Lenkungssystems.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - B. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 6345
Zitationshilfe
„imperativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/imperativ>, abgerufen am 27.11.2021.

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