imponieren

GrammatikVerb · imponierte, hat imponiert
Aussprache
Worttrennungim-po-nie-ren
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

jmdm. imponierenjmdn. beeindrucken, jmdm. Achtung und Bewunderung einflößen
Beispiele:
jmdm. imponiert jmd., etw.
die Frau, ihre Würde, ihr Auftreten, die Leistung imponierte ihm
dass er es fertiggebracht hat, sich [Dativ] das Rauchen abzugewöhnen, imponiert mir sehr
jmdm. imponiert etw. an jmdm.
Beispiele:
seine Zivilcourage hat uns an ihm am meisten imponiert
an dieser Frau imponierten ihm Ruhe und Selbstbeherrschung
eine imponierende Erscheinung, Persönlichkeit, Größe, Präzision
es war imponierend, wie er selbst die heikelsten Fragen gelassen beantwortete
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

imponieren Vb. ‘großen Eindruck machen, Bewunderung, Achtung hervorrufen’. Unter Relatinisierung der Stammsilbe wird imponieren im 18. Jh. aus frz. imposer ‘auferlegen, aufnötigen’ entlehnt, das im Sinne von ‘beeindrucken’ im Frz. seit dem 17. Jh. gebräuchlich ist (aus imposer du respect ‘Achtung aufnötigen’). Frz. poser entspricht lautlich spätlat. (und wohl schon älterem vlat.) pausāre ‘innehalten, pausieren, ruhen’, in seiner Bedeutung ‘setzen, stellen, legen’ jedoch lat. pōnere, das sich zu frz. pondre ‘(Eier) legen’ entwickelt. Da das Part. Perf. lat. positus (von lat. pōnere) in der Stammsilbe mit frz. poser (aus lat. pausāre) übereinstimmt, sind die ursprünglich zu lat. pōnere gehörenden Verben auch in den übrigen Formen an frz. poser angeglichen. Bei der Entlehnung ins Dt. wird dieser Prozeß rückgängig gemacht. S. auch ↗imposant.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Statussymbol (sein) · (eine) (beeindruckende) Persönlichkeit sein · (eine) Ausnahmeerscheinung (sein) · ↗(etwas) hermachen · (jemand) von Format · (jemandem) Ehrfurcht einflößen · (jemanden) mit Ehrfurcht erfüllen · (sich) zur Geltung bringen · Eindruck machen · Wirkung haben · ↗beeindrucken · beeindruckend sein · ↗bestechen · etwas darstellen (Person) · etwas vorstellen (Person) · imponieren · ↗imponierend (sein)  ●  (eine) imponierende Erscheinung  floskelhaft, variabel · Eindruck schinden  abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (es) in sich haben · Beachtung verdienen(d) · ↗Ehrfurcht gebietend · ↗bemerkenswert · ↗ehrfurchtgebietend · ↗eindrucksvoll · ↗eindrücklich · ↗erstaunlich · ↗formidabel · ↗glanzvoll · ↗glorios · ↗glorreich · ↗glänzend · ↗grandios · ↗großartig · ↗imposant · ↗ruhmreich · ↗triumphal · von Format (Person) · ↗überwältigend  ●  beeindruckend  Hauptform · (etwas tun) wie ein junger Gott  ugs. · hat sich gewaschen  ugs., fig. · nicht ohne  ugs. · nicht von Pappe  ugs. · nicht von schlechten Eltern  ugs., sprichwörtlich
  • (beinahe) umhauen · ↗überwältigen
  • (ein) Entscheider · ↗(ein) Faktor · (ein) Mann mit Einfluss · (eine) Instanz (sein) · (eine) Persönlichkeit (sein) · (eine) einflussreiche Persönlichkeit (sein) · (eine) wichtige Person (sein) · (sein) Wort hat Gewicht · einen Namen haben · nicht irgendwer sein  ●  (jemandes) Arm reicht weit  fig. · (eine) große Nummer (sein)  ugs.
  • (das) große Wort führen · (eine) Schau machen · ↗(sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · ↗(sich) aufplustern · Eindruck schinden · große Reden schwingen · laut werden  ●  (sich) auf die Brust klopfen  fig. · (sich) aufs hohe Ross setzen  fig. · ↗(sich) aufspielen  Hauptform · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs., regional · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs., fig. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs., fig. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) aufmandeln  ugs., bair. · (sich) aufpupsen  derb · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs., fig. · auf die Kacke hauen  derb, fig. · auf die Pauke hauen  ugs., fig. · auf die Pferde hauen  ugs., fig. · blärzen  ugs., regional · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · ↗dicketun  ugs. · ↗dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs., regional · ↗pranzen  ugs. · strunzen  ugs., regional · wichtigtun  ugs.
  • Arroganz · ↗Blasiertheit · ↗Egozentrik · ↗Einbildung · Eingebildetsein · Eingenommenheit von sich selbst · ↗Hochmut · ↗Narzissmus · ↗Selbstgefälligkeit · Selbstverliebtheit · ↗Stolz · ↗Überheblichkeit · übersteigertes Selbstbewusstsein  ●  ↗Hoffart  veraltend · ↗Dünkel  geh., veraltend · ↗Prätention  geh. · ↗Selbstüberhebung  geh.
  • (großer) Zampano · ↗Angeber · ↗Aufschneider · ↗Blender · ↗Großsprecher · ↗Großtuer · ↗Möchtegern · ↗Prahler · ↗Renommist · ↗Selbstdarsteller · ↗Sprücheklopfer · ↗Sprüchemacher · ↗Wichtigtuer · nichts dahinter (sein)  ●  Aufpudler  österr. · ↗Wichtigmacher  österr. · (der) Held vom Erdbeerfeld  ugs. · ↗Gernegroß  ugs. · ↗Gleisner  geh., veraltet · Graf Koks von der Gasanstalt (Ruhrdeutsch veraltend)  ugs. · Graf Rotz von der Backe  ugs. · ↗Großkotz  derb · ↗Großmaul  derb · ↗Großschnauze  ugs. · Kneipenkaiser  ugs. · ↗Maulheld  derb · Maulhure  derb, weibl. · Muchtprinz  ugs., berlinerisch · ↗Prahlhans  ugs. · ↗Profilneurotiker  ugs. · ↗Schaumschläger  ugs. · Stammtischexperte  ugs. · ↗Windbeutel  ugs. · aufgeblasener Gimpel  ugs. · große Klappe und nichts dahinter  ugs. · jemand, der viel erzählt, wenn der Tag lang ist  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftreten Bescheidenheit Eleganz Entschlossenheit Frechheit Freundin Geschlossenheit Hartnäckigkeit Kamerad Kampfgeist Mut Mädel Offenheit Präzision Schnelligkeit Sorgfalt Spielweise Standfestigkeit Weib Zweikampfstärke besonders gewaltig höchstens imponieren maßlos mächtig sonderlich ungeheuer ungemein wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›imponieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da hat er mir imponiert, wie er sich da durchgebissen hat.
Der Tagesspiegel, 05.10.2001
Dort charmiert er die Damen und imponiert mit seiner Intensität den Herren.
Süddeutsche Zeitung, 07.05.1998
Wahrscheinlich würde ich ihr tausendmal mehr imponieren, hätte ich öfter Nein gesagt zu ihren Ansinnen.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 307
Dem wohlhabenden Vater imponiert es, wenn seine Tochter selbst in der Lage ist, Geld zu verdienen, um in der Not auf eigenen Füßen zu stehen.
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16855
Sie haben mir besser gefallen und mehr imponiert als die meisten anderen.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 225
Zitationshilfe
„imponieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/imponieren>, abgerufen am 15.09.2019.

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