improvisieren

Grammatik Verb · improvisiert, improvisierte, hat improvisiert
Aussprache 
Worttrennung im-pro-vi-sie-ren
Wortbildung  mit ›improvisieren‹ als Erstglied: Improvisation  ·  mit ›improvisieren‹ als Grundform: Improvisator
Herkunft zu gleichbedeutend improvvisareital < improvvisoital ‘unerwartet, unvorhergesehen, unvermutet’
eWDG

Bedeutung

etw. unvorbereitet, aus dem Stegreif tun
Beispiele:
einen Ausflug, Zeitungsartikel improvisieren
Verse, eine Einlage, einen Toast, Vortrag improvisieren
gelegentlich bereitete es dem König Vergnügen, Entscheidungen, die er wohlüberlegt hätte treffen können, genial zu improvisieren [ ZuchardtSpießrutenlauf354]
etw. ohne viele Vorbereitungen und mit bescheidenen Mitteln herstellen
Beispiele:
eine Feier, Mahlzeit, Brücke, Puppenbühne improvisieren
eine improvisierte Rede, Festlichkeit, Fahrt
eine schnell improvisierte Mahlzeit
ein aus rohen Brettern improvisiertes Regal
Bald wurde es nötig […] eine Unfallstation zu improvisieren [ BaumKristall87]
Außerdem gab es […] einen improvisierten Tisch, als welcher eine ausgehängte Türe diente [ DodererLederbeutelchen12]
unvorbereitet handeln
Beispiele:
er improvisiert mit großem Geschick, liebt es zu improvisieren
keiner merkte, dass er nur improvisierte
aus Zeitmangel mussten wir improvisieren
der Hauptdarsteller improvisierte (= extemporierte) so geistvoll, dass er das Publikum zu immer neuem Applaudieren hinriss
Ich habe, um oft vollkommen zu sein, zu oft improvisiert [ H. MannZeitalter197]
Musik Improvisationen spielen, vortragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

improvisieren · Improvisation · Improvisator
improvisieren Vb. ‘aus dem Stegreif, ohne Vorbereitung gestalten’, im 18. Jh. entlehnt aus gleichbed. ital. improvvisare, abgeleitet von ital. improvviso ‘unerwartet, unvorhergesehen, unvermutet’. Das voraufgehende lat. imprōvīsus ist die negierte Form (s. in-2) des Part. Perf. von lat. prōvidēre ‘vorhersehen’. Improvisation f. ‘Gestaltung aus dem Stegreif’ (19. Jh.), ital. improvvisazione, frz. improvisation. Improvisator m. (18. Jh.), ital. improvvisatore ‘Stegreifdichter, -sänger, -spieler’.

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
aus dem Stegreif begleiten · improvisieren
Synonymgruppe
(irgendwie) zurechtkommen · (sich) behelfen · improvisieren  ●  (es) (irgendwie) hinkriegen  ugs. · (irgendwie) auf die Reihe bekommen  ugs. · (irgendwie) auf die Reihe kriegen  ugs. · (irgendwie) geregelt kriegen  ugs. · (irgendwie) zu Rande kommen  ugs. · (irgendwie) zurande kommen  ugs. · (sich) (irgendwie) durchwurschteln  ugs. · (sich) durchlavieren  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›improvisieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›improvisieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›improvisieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da die Sänger vollkommen frei sind, pflegen sie häufig auch jedesmal neu zu improvisieren. [Husmann, Heinrich: Syrische (assyrische) Kirchenmusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 7316]
Würden wir uns nicht eine Aufnahme wünschen, auf der Bach improvisiert? [Die Zeit, 25.11.1999, Nr. 48]
Es handle sich heute nicht darum, zu improvisieren, nachdem in letzter Zeit zuviel improvisiert worden sei. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1962]]
Alles in dieser Show wirkt irgendwie improvisiert, fast schon amateurhaft. [Die Zeit, 04.11.2013 (online)]
Welches Dorf zerstört wurde und welche Bewohner umgebracht wurden, war immer seltener improvisiert. [Die Zeit, 21.01.2013, Nr. 03]
Zitationshilfe
„improvisieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/improvisieren>.

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