in die Röhre gucken

Grammatik Mehrwortausdruck
Nebenformen in die Röhre schauen
Nebenformen in die Röhre blicken
Nebenformen in die Röhre sehen
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

umgangssprachlich jmd. guckt in die Röhrebenachteiligt, übervorteilt werden; nichts bekommen, keinen Anteil haben; einen (wirtschaftlichen) Verlust, Schaden erleiden
Beispiele:
Wer sporadisch ein Auto benötigt und kein eigenes hat, guckt auf dem Land oft in die Röhre. Die meisten Carsharing‑Anbieter konzentrieren sich auf größere Städte. [Allgemeine Zeitung, 06.06.2020]
Die Ware kam nie an, der Verkäufer war verschwunden und der geprellte Kunde schaute in die Röhre. [Mittelbayerische, 02.05.2020]
Es würden rund vier Millionen deutsche Haushalte von den anstehenden [Gaspreis-]Senkungen begünstigt. Die restlichen rund 36 Millionen Haushalte blicken in die Röhre. [Die Welt, 12.01.2016]
Die meisten Aktien, die seit April an den Markt gekommen sind, liegen inzwischen unter ihren Einstandspreisen. Statt, wie in der Vergangenheit, satte Gewinne zu kassieren, gucken Anleger immer häufiger in die Röhre. [Die Zeit, 24.06.1999]
Einige Milchgeschäfte versorgten natürlich zuerst einmal ihre eingetragenen Kunden und wer die Milch aus einem Kuhstall bezog, sah in die Röhre. [Berliner Zeitung, 17.02.1948]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
benachteiligt werden · das Nachsehen haben · ins Hintertreffen geraten · leer ausgehen · nicht berücksichtigt werden (verhüllend) · nichts abbekommen · schauen (können) wo man bleibt · schlecht wegkommen (bei) · sehen (können) wo man bleibt  ●  durch den Rost fallen  fig. · durchs Gitter fallen  fig. · (einfach) Pech gehabt haben  ugs. · am Katzentisch sitzen  ugs., fig. · gekniffen sein  ugs., fig. · hinten rüber fallen  ugs., fig. · in die Röhre gucken  ugs., fig. · in die Röhre schauen  ugs., fig. · zu kurz kommen  ugs. · zusehen (können) wo man bleibt  ugs.
Assoziationen
  • benachteiligen · diskriminieren · ungleich behandeln
  • (sich) nicht wehren können · keine Handhabe haben, um gegen etwas anzugehen · nicht handlungsfähig sein · nichts machen können · nichts tun dürfen (in einer Sache) · nichts unternehmen dürfen (in) · tatenlos zusehen müssen  ●  (jemandem) sind die Hände gebunden  fig. · nichts in der Hand haben (gegen)  fig. · (aber) gut, dass wir (mal) d(a)rüber gesprochen haben  ugs., Spruch, zynisch
  • (jemandem) keine Vorteile bringen · (jemandem) keinen Vorteil bringen · (jemandem) nichts einbringen · nichts herausspringen (für)  ●  (jemand) hat nichts von (etwas)  ugs. · (jemandem) nichts bringen  ugs. · seine Zeit schon sinnvoller verbracht haben  ugs., Spruch, ironisch · uninteressant sein (für)  ugs.
  • (den) Anschluss verlieren · (den) Anschluss verpassen · an Boden verlieren · in Rückstand geraten · ins Hintertreffen geraten · nachlassen · nicht Schritt halten (können) · nicht hinterherkommen · nicht mitkommen · nicht nachkommen · zurückbleiben · zurückfallen  ●  abgehängt sein  fig. · abgehängt werden  fig. · absteigen  fig. · hinterherhinken  fig. · nicht mithalten (können)  Hauptform · (ganz schön) alt aussehen  ugs., salopp, fig. · abbleiben  ugs. · auf der Strecke bleiben  ugs. · blass vor Neid werden  ugs., fig.
  • (sich) umsonst anstrengen · (sich) vergeblich abmühen · keine Chance haben (gegen)  ●  nicht punkten können  fig. · (mit etwas ist) kein Blumentopf zu holen  ugs., fig. · (sich) die Zähne ausbeißen  ugs., fig. · auf Granit beißen  ugs., fig. · auf keinen grünen Zweig kommen  ugs., fig. · kein Bein auf die Erde kriegen  ugs., fig. · keine Schnitte kriegen  ugs., fig. · keinen Blumentopf gewinnen können (mit)  ugs., fig. · keinen Fuß auf die Erde kriegen  ugs., fig. · keinen Stich bekommen  ugs., fig., variabel · keinen Stich haben  ugs., fig., variabel · keinen Stich holen  ugs., fig., variabel · keinen Stich landen  ugs., fig., variabel · keinen Stich machen  ugs., fig., variabel
  • auf der Schattenseite des Lebens (stehen) · nicht auf der Sonnenseite des Lebens (geboren) · sozioökonomisch benachteiligt · wirtschaftlich benachteiligt · zu kurz gekommen (sein)  ●  (sozial) benachteiligt (sein)  Hauptform
  • (einfach) Pech gehabt haben · ein Problem haben · in (echten) Schwierigkeiten sein  ●  arm dran sein  ugs. · gekniffen sein  ugs. · in den Arsch gekniffen sein  ugs.
  • (nur) ein dummes Gesicht machen  ●  am Arsch des Propheten sein  derb, scherzhaft, sarkastisch · angeschmiert sein  ugs. · belämmert dastehen  ugs. · blöd dastehen  ugs. · der Angeschmierte sein  ugs. · der Blöde sein  ugs. · der Dumme sein  ugs. · der Gelackmeierte sein  ugs. · die Arschkarte (gezogen) haben  ugs., fig. · die Blöde sein  ugs. · dumm dastehen  ugs., fig.
  • Nachteile hinnehmen müssen  ●  Haare lassen müssen  fig.
  • als letzter bedient werden · warten müssen, bis man an der Reihe ist  ●  (sich) hinten anstellen müssen  auch figurativ · als letzter drankommen  ugs. · noch lange nicht dran sein  ugs.
Synonymgruppe
fernsehen  ●  Fernseh schaung  ugs., bayr. · Fernseh(en) gucken  ugs. · ferngucken  ugs. · in die Röhre gucken  ugs., fig. · in die Röhre schauen  ugs., fig.
Unterbegriffe
  • zappen · zwischen Fernsehprogrammen hin- und herschalten
  • (sich) ein Länderspiel im Fernsehen angucken  ●  Deutschland kucken  ugs., regional, salopp
Assoziationen
Zitationshilfe
„in die Röhre gucken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/in%20die%20R%C3%B6hre%20gucken>, abgerufen am 18.10.2021.

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