industriell

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung in-dus-tri-ell · in-dust-ri-ell
Wortzerlegung Industrie-ell
Wortbildung  mit ›industriell‹ als Letztglied: ↗frühindustriell · ↗großindustriell · ↗kulturindustriell · ↗militärisch-industriell · ↗nachindustriell · ↗postindustriell · ↗schwerindustriell · ↗vorindustriell
 ·  mit ›industriell‹ als Grundform: ↗Industrielle
Herkunft aus gleichbedeutend industrielfrz
eWDG

Bedeutung

zur Industrie gehörig
Beispiele:
die industrielle Fertigung, Produktion
industrielle Methoden anwenden
die industriellen Anwendungsmöglichkeiten einer Erfindung
die Industrie betreffend
Beispiele:
die industrielle Entwicklung, Umwälzung
die industrielle Revolution
das industrielle Potential einer Volkswirtschaft, eines Staates
das Land ist industriell rückständig
dem Land muss industriell geholfen werden
das industrielle Bauen (= Bauen nach Methoden der Industrie)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Industrie · industriell · industrialisieren
Industrie f. ‘maschinelle Großproduktion, Gesamtheit der Fabrikbetriebe’. Frz. industrie ‘Tätigkeit, Geschicklichkeit, Gewandtheit’ folgt lat. industria ‘beharrliche Tätigkeit, Energie, Fleiß, Betriebsamkeit’ (zu lat. industrius ‘beharrlich, tätig, regsam’) und wird im 18. Jh. mit den im Frz. entwickelten Bedeutungen ‘Gewerbefleiß’, dann ‘gewerbliche, maschinelle Fabrikation, Großgewerbe’ ins Dt. übernommen. Mit der modernen Warenproduktion bildet sich die heutige Verwendung heraus. industriell Adj. ‘die Industrie betreffend, in Großproduktion hergestellt’ (19. Jh.), frz. industriel; die Fügung industrielle Revolution (19. Jh.), nach engl. industrial revolution (Toynbee), bezeichnet den Übergang von der Manufaktur zur modernen maschinellen Warenproduktion. Substantiviert Industrieller m. ‘Besitzer eines Industriebetriebes’, zuerst im Plur. die Industriellen ‘Kaufleute, Unternehmer, Kapitalisten’ (19. Jh.). industrialisieren Vb. ‘eine Industrie entwickeln und aufbauen’ (20. Jh.), frz. industrialiser.

Typische Verbindungen zu ›industriell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›industriell‹.

Verwendungsbeispiele für ›industriell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar wird auch hier per Hand vermessen, produziert wird jedoch industriell.
Die Welt, 05.08.2005
In ziviler Form hätte der Übergang zur Zweiten industriellen Revolution nicht mehr stattgefunden.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 439
Das Ergebnis war die fast völlige Zerstörung der traditionellen industriellen Kerne.
Der Tagesspiegel, 09.11.1998
So wurde die Frage nach dem Tempo der industriellen Entwicklung schon damals aktuell.
Laue, Theodor H. von: Rußland im 19. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17401
Es gibt keine industriellen Zweige, die nicht auf diese Weise ausgeplündert worden wären.
o. A.: Vierzigster Tag. Dienstag, 22. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 20845
Zitationshilfe
„industriell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/industriell>, abgerufen am 07.03.2021.

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